Formel 1 2012

— 25.11.2012

Schumacher: "Hatte hier ein schönes Leben"

Michael Schumacher spricht über seinen letzten Grand Prix, den Titelgewinn seines Kumpels Sebastian Vettel und blickt noch einmal auf seine bewegte Karriere zurück





Michael Schumachers Formel-1-Karrier ist zu Ende. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister bestritt heute in Brasilien seinen letzten Grand Prix, der es noch einmal in sich hatte. Zuerst warf ihn ein Reifenschaden zurück, weshalb sich der Mercedes-Pilot wieder durch das Fahrerfeld nach vorne kämpfen musste. Dabei lieferte er sich unter anderem ein spannendes Duell mit seinem ehemaligen Kontrahenten Kimi Räikkönen, der den Deutsche noch einmal sehenswert in der ersten Kurve überholte.

Am Ende schloss dann auch der spätere Weltmeister Sebastian Vettel auf seinen Landsmann auf und wurde von ihm großzügig vorbeigelassen. Nach dem Rennen Schumacher im Gespräch mit 'RTL' und 'Sky' wie stolz er auf den neuen dreifachen Champion ist und wie er das letzte Rennen seiner Karriere erlebte.

Frage: "Michael, bei deinem Debüt hast du den siebten Platz belegt und jetzt bei deinem letzten Rennen auch. War das ein würdiges Abschlussrennen?"
Michael Schumacher: "Es war auf jeden Fall ein sehr abwechslungsreiches Rennen, das denke ich nicht schöner hätte enden können. Natürlich wäre ich gerne weiter vorne gelandet und hätte gerne nochmal einen Podiumsplatz eingefahren. Aber angesichts der Umstände können wir mit dem siebten Platz heute denke ich zufrieden sein. Es war in jederlei Hinsicht sehr spannend, auch aus meiner Cockpitperspektive."

"Viel spannender war natürlich, was zwischen Sebastian und Fernando abging - wenn ich das richtig verfolgt habe, hat sich die Situation ja pausenlos verändert. Ich kann einfach nur Seb gratulieren, der den Kopf nicht hat hängen lassen. In der ersten Runde stand er ja verkehrt herum auf der Strecke und ich hätte ihn fast noch getroffen. Das war sicherlich für die Zuschauer nicht ohne und ich denke, der eine oder andere brauchte auch einen kleinen Beruhigungstropfen."

Frage: "Jetzt ist Sebastian zum dritten Mal Weltmeister und er ist noch deutlich jünger als du, als du deinen dritten Titel einfuhrst. Hat er das Zeug, in deine Fußstapfen zu treten?"
Schumacher: "Ja gut, das hat er ja schon mehrfach unter Beweis gestellt, dass er ein absoluter Nummer-eins-Fahrer ist. Er ist nun einmal er selber, der Seb, und er wird nie das sein, was ich war. Ich wollte genauso wenig jemand anderes sein. Man kann ihm nur zu alldem gratulieren, was er sich zusammen mit seinem Team erarbeitet hat - in gerade einmal 100 Grands Prix hat er schon drei WM-Titel erzielt. Da bin ich auch ein wenig stolz drauf - immerhin ist er ein Kumpel von mir und es freut mich für ihn."

Frage: "Du warst zwischenzeitlich Letzter und hast dich dann wieder nach vorne gekämpft. Da bestehen doch einige Parallelen zu Sebastian bezüglich des Kampfgeistes..."
Schumacher: "Ja, ich denke, das sind Dinge, die uns vereinen. Wir haben in jeder Hinsicht denke ich mal gewisse Parallelen, keine Frage. Ich hatte relativ früh im Rennen einen Plattfuß. Ich weiß nicht genau, warum, ob mir wieder jemand ins Auto gefahren ist oder ich ein herumliegendes Teil erwischt habe, keine Ahnung. Da dachte ich schon, dass es heute eher wieder nichts werden würde mit dem interessanten Rennen. Dann lief jedoch alles anders. Da sieht man mal wieder, dass man nie den Kopf in den Sand stecken darf, das war auch all die Jahre mein Motto. Es gibt immer eine Möglichkeit und einen Ausweg. Das Rennen heute für unser Team so zu beenden, ist natürlich noch einmal ein kleines Trostpflaster. Immerhin konnten wir auch die Position in der Konstrukteurswertung behalten. Darüber freuen wir uns."

Frage: "Ihr seid euch ja gegen Rennende begegnet. Beschreibe doch mal die Situation, als er von hinten angefahren kam..."
Schumacher: "Ich habe natürlich über Funk mitbekommen, dass Seb hinter mir war. Genauso Kobayashi, um den ich mich eigentlich kümmern musste, da Seb viel schneller war als ich. Ich hatte jetzt kein Interesse daran, ihm unnütz im Weg herumzustehen, weil ich in kleinster Weise in die Meisterschaft mit eingreifen wollte. Deshalb habe ich auch bereitwillig Platz gemacht. Natürlich macht man das gerne, wenn der Kumpel hinter einem und auf dem Weg zur Weltmeisterschaft ist. Ich habe ihm gerne den Platz überlassen."

Frage: "Kimi Räikkönen und du kamt euch bei einem Duell während des Rennens sehr nah. Das war ein tolles Duell."
Schumacher: "Die Leute sind ja hier um eine Show zu erleben. Ich wollte ihnen die bestmögliche bieten. In manchen Situationen zahlt sich das aus, in anderen dann wiederum nicht. Da muss man auch mal erkennen, dass du keinen Platz mehr hast und dann musst du dich geschlagen geben."

Frage: "Viele Fans in Deutschland haben heute vor allem wegen dir das Rennen verfolgt. Du hast den ganzen Boom in Deutschland ja losgetreten. Was würdest du deinen Fans gerne sagen?"
Schumacher: "Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die Jahre mit mir gefiebert, gezittert und gelitten sowie viele schöne Momente erlebt haben. Ich habe sehr viele Emotionen von den Fans, dem Publikum mitbekommen, die mich immer motiviert haben. Es waren unglaublich schöne Jahre. Jetzt haben wir mit Seb ja aber einen, der das alles fortführt. In Zukunft werde ich dann auch ein Fan sein, der vor dem Fernseher die Daumen drückt!"

Frage: "Dein Team hat extra T-Shirts und Buttons anfertigen lassen um sich so von dir zu verabschieden. Was bedeutet dir der Abschied? Nächstes Jahr wirst du ja nur noch zuschauen..."
Schumacher: "Ich freue mich natürlich auf das Leben, das ich schon vorher neben der Formel 1 hatte, dass ich das jetzt ein bisschen intensiver Leben kann. Darauf habe ich mich jetzt schon seit längerer Zeit eingestellt. Ich gehe die ganze Situation positiv an. Ich hatte hier denke ich ein schönes Leben, das sehr ereignisreich war. Jetzt folgt eben ein anderes Kapitel."

Fotoquelle: xpbimages.com

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