Formel 1 2012

— 27.11.2012

Vettel gibt zu: "War dieses Wochenende nervös"

Weltmeister Sebastian Vettel erklärt, wie es am Erfolgswochenende um seine Psyche bestellt war, wie er mit Alonsos Störfeuer umging und wie die Zukunft aussieht



Sebastian Vettel hat sich in Sao Paulo zum WM-Triumph gezittert, behielt aber bis zum Schluss den Glauben an den Erfolg und die Nerven. In beeindruckender Manier steckte er die zahlreichen Rückschläge weg - ein Sinnbild für die Saison 2012, in der er bewies, auch unter starkem Druck souverän zu agieren. Und dennoch merkte man dem dreifachen Weltmeister an, dass er - nachdem er zunächst noch zu Scherzen aufgelegt war - mit Fortdauer des Brasilien-Wochenendes immer nervöser wurde.

Das gibt er gegenüber 'Bild' auch offen zu: "Ich war nervös dieses Wochenende, ganz klar." Diese Nervosität habe ihn aber "nicht gelähmt", kann er diesem Zustand positives abgewinnen. "Nervös und angespannt zu sein in diesen Momenten, das ist etwas Gutes. Wenn das jetzt nicht so wäre, wäre ich nicht im richtigen Beruf."

Für Nervosität bei seinem Rivalen wollte auch Fernando Alonso in dieser Saison immer wieder sorgen. Der Spanier versuchte, Vettel zu demütigen, indem er Lewis Hamilton als besseren Rennfahrer bezeichnete und dem Red-Bull-Piloten attestierte, nie besser als sein Auto zu sein. Dazu kamen martialische Samurai-Sprüche und ein Foto, wo Alonso und Teamkollege Felipe Massa vor dem WM-Showdown mit Paintball-Gewehren posierten.

Immun gegen Psychotricks?

Doch Vettel ließ sich davon nicht ablenken. "Mich hat es nicht wirklich interessiert, was da kam. Es änderte unsere Position nicht", analysiert er emotionslos. "Man muss sich immer auf die Dinge konzentrieren, die man selbst beeinflussen kann. Und das habe ich hingekriegt." Auch jetzt - nach seinem Triumph - will er Alonsos Psychotricks nicht weiter kommentieren: "Ich habe gesagt, was ich zu sagen hatte."

Die beiden Titelrivalen sind grundverschieden: Während Alonso für seine Rennübersicht bekannt ist, kann sich Vettel wie kaum ein anderer auf eine perfekte Qualifyingrunde konzentrieren. Und auch das Gemüt ist anders: Der Spanier gilt als sehr ernster Zeitgenosse, während der Heppenheimer stets einen lockeren Spruch auf den Lippen hat, auch wenn er hinter den Kulissen einmal laut werden kann.

Doch inzwischen eint die beiden die Freude an der Fotografie. Alonso teilt regelmäßig Schnappschüsse aus seinem Leben auf dem sozialen Netzwerk 'Twitter' mit seinen Fans, auch Vettel wird seit zwei Rennen immer wieder beim Fotografieren mit einer Kamera gesichtet. Von sozialen Netzwerken hält er sich aber weiterhin fern - auch mit seinen Fotos: "Die behalte ich, klebe sie auf eine Leinwand, schreibe 2012 drauf und hänge sie zu Hause auf."

Vettel auf "Schumis" Spuren

Zumal sein Leben derzeit ohnehin im Zeitraffer abläuft. Für seinen Titel wurde ihm ein Trikot seines Lieblingsvereins Eintracht Frankfurt geschenkt - an ein Probetraining ist aber zeitlich kaum zu denken: "Ich würde es schon gern machen und habe wirklich großes Interesse. Aber bis Weihnachten geht leider gar nix. Und im Januar ist es auch schon wieder eng. Auch wenn es ein blöder Zeitpunkt ist an nächstes Jahr zu denken, aber irgendwann muss ich dann auch wieder anfangen zu trainieren, um fit zu werden und wieder angreifen zu können. Aber die Eintracht packt das auch ohne mich ..."

Bleibt die Frage, was Vettel in seiner Karriere noch alles erreichen kann, schließlich ist er erst 25 Jahre alt und bereits dreifacher Champion. Zum Vergleich: Rekord-Weltmeister Michael Schumacher hatte in diesem Alter noch keinen seiner sieben Titel eingeheimst. Er drückt auf die Bremse: "Was heißt das jetzt? 'Schumis' Rekorde sind immer noch unendlich weit weg. Mich mit ihm zu vergleichen ist und bleibt Nonsens."

Vieles wird davon abhängen, wie er seine Karriere strategisch weiterplant, schließlich schien auch Rivale Alonso 2006 auf "Schumis" Spuren - dass er bis 2012 keinen weiteren Titel mehr holen wird, hätten wohl nur die wenigsten erwartet. Auch Vettel wurde in den letzten Jahren immer wieder mit einem Wechsel zu Ferrari in Verbindung gebracht, wo mit Alonso eine harte Nuss warten würde, doch nach dem WM-Triumph winkte der Red-Bull-Pilot gegenüber dem 'Guardian' ab: "Ich habe einen Vertrag bis 2014. Ich bin sehr glücklich und extrem motiviert, auch in den nächsten Jahren mit Red Bull alles zu geben. Derzeit sehe ich keinen Grund, über ein anderes Team nachzudenken. Es ist unglaublich, was wir erreicht haben." Eine Drohung an die Konkurrenz.

Fotoquelle: Red Bull

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