Formel 1 2012

— 05.12.2012

Neuer Silberpfeil: Kein verspätetes Debüt mehr

Die Jungfernfahrt des neuen Mercedes wird voraussichtlich am ersten Testtag 2013 stattfinden - Nach Umstrukturierung gibt es keine Ausreden mehr





Die Formel-1-Saison 2012 ist kaum vorbei, da gehen hinter den Kulissen schon die Vorbereitungen für 2013 in ihre finale Phase. Die neuen Autos, an denen spätestens seit Mai intensiv gearbeitet wird, erhalten noch den letzten Feinschliff, während sich die Designer schon mit der Ausarbeitung der Update-Fahrpläne für die kommende Grand-Prix-Saison beschäftigen. Aber richtig ernst wird's ab 5. Februar, wenn im andalusischen Jerez de la Frontera die Wintertestfahrten beginnen.

Im Februar dieses Jahres schlug Mercedes noch mit dem Vorjahresmodell MGP W02 beim ersten Test auf - der F1 W03, mit dem Nico Rosberg zwei Monate später den Grand Prix von China gewann, feierte erst beim zweiten Test in Barcelona seine Premiere. Ziel der Verschiebung war, mehr Entwicklungszeit für Design und Windkanal zu gewinnen, ein alter Trick von Red-Bull-Genie Adrian Newey. Doch 2013 soll der neue Silberpfeil an allen zwölf Wintertest-Tagen rollen: "Das Auto wird beim ersten Test sein, am ersten Tag - außer wir haben ein unerwartetes Problem", kündigt Teamchef Ross Brawn an.

Am neuen Auto werde "schon seit zwölf Monaten oder länger" gearbeitet, verrät er. Damals, nach der erneut enttäuschend verlaufenen Saison 2011, wurde eine interne Umstrukturierung in die Wege geleitet, deren Ergebnis die heutige technische Formation mit Bob Bell, Aldo Costa, Geoff Willis und Mike Elliott sowie ein von 50- auf 60-Prozent-Modelle aufgestockter Windkanal ist. Brawn erinnert sich gut: "Vor zwölf Monaten haben wir erkannt, dass wir die Organisation stärken müssen."

"Geoff Willis ist diesen Sommer zu uns gekommen, wir haben aber auch weitere Leute geholt. Wir haben den Windkanal aktualisiert und verbessert. Das alles läuft schon eine ganze Weile", so der Brite. Im Mittelpunkt der Änderungen stand der Bereich Aerodynamik: "Wir trafen die Entscheidung, die Aero-Gruppe umzustrukturieren. Nach einer Umstrukturierung dauert es auch immer ein bisschen, bis sich eine Gruppe eingespielt hat." Das bekam Mercedes ab Mitte 2012 zu spüren, als im Kräfteverhältnis der Formel 1 mit Topspeed der Rückwärtsgang eingelegt wurde.

"Loic Bigois, der die Gruppe geleitet hat, verließ das Team im April/Mai. Dann mussten wir warten, bis Mike Elliott kam, denn er war noch bei Lotus. Mike konnte erst ein bisschen später zu uns kommen, und die Lücke zwischen Loic und Mike haben wir nicht besonders gut gestopft", gibt Brawn zu. "Gleichzeitig stellten wir vom 50- auf den 60-Prozent-Windkanal um, ebenso wie ein paar andere Dinge innerhalb der Aero-Gruppe. Das hat sich schon ausgewirkt. Vielleicht hätten wir den Übergang ein bisschen besser lösen können."

Aber seit Elliott seinen Posten eingenommen hat und der Windkanal fertig kalibriert wurde, ist die Umstrukturierung in der Mercedes-Aerodynamik abgeschlossen. Das bedeutet, dass in der sehr frühen Planungsphase des 2013er-Projekts möglicherweise noch leichte Turbulenzen zu spüren waren, doch im Wesentlichen sollte es für das neue Auto keine Ausreden mehr geben. Auch in Brackley, Brixworth und Stuttgart weiß man: Im vierten Jahr muss endlich ein signifikanter Schritt nach vorne kommen.

Apropos Brackley und Brixworth: Die Zusammenarbeit zwischen Chassis- und Motorenabteilung ist inzwischen gut eingespielt, was insbesondere im Hinblick auf 2014 ein entscheidender Vorteil sein könnte. Dann greift nämlich eine revolutionär neue Motorenformel - und die Integration zwischen Chassis und Motor wird noch wichtiger. "Die Beziehung zwischen Chassis in Brackley und Motoren in Brixworth entwickelt sich gut. Das ist im Hinblick auf 2014 sehr wichtig", weiß Brawn. "2014 ist eine Riesenchance, und da werden wir glaube ich unsere Stärke als Einheit zeigen."

Fotoquelle: xpb.cc

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