Formel 1 2012

— 06.12.2012

Dritter Titel mit 25 Jahren: Vettel seiner Zeit voraus

Sebastian Vettel schickt sich an, einer der ganz Großen der Formel 1 zu werden - Im Lager der bisherigen Dreifach-Weltmeister gehen die Meinungen auseinander





Mit seinen 25 Jahren ist Sebastian Vettel nicht nur der jüngste Dreifach-Weltmeister aller Zeiten. Erst damit auch jünger als alle anderen Piloten, die es im Verlauf ihrer Karriere auf genau drei WM-Titel brachten, bei ihrem ersten Titelgewinn waren: Jack Brabham krönte sich in der Saison 1959 im Alter von 33 Jahren erstmals zum Champion. Jackie Stewart (30 im Jahr 1969), Niki Lauda (26 im Jahr 1975), Nelson Piquet (29 im Jahr 1981) und Ayrton Senna (28 im Jahr 1988) waren bei ihrem jeweils ersten Titelgewinn ebenfalls älter als 25.

Der vierfache Weltmeister Alain Prost war im Moment seines ersten Titelgewinns (1985) 30 Jahre, Juan Manuel Fangio beim ersten seiner fünf Titel (1951) gar schon 40 Jahre alt. Einzig Michael Schumacher kommt Vettel nahe, wenn es um die Erfolge im jungen Alter geht. Der Rekordweltmeister zählte 25 Lenze, als er sich in der Saison 1994 zum ersten Mal die WM-Krone aufsetzte. Vettel holte sich seinen ersten Titel bereits mit 23 Jahren und löste damit Lewis Hamilton als jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte ab.

Die meisten von Vettels Vorgängern sind der Überzeugung, dass der Mann, der jeden seiner 26 Grand-Prix-Siege in einem von Adrian Newey gebauten (Red Bull) oder ursprünglich entwickelten Auto (Toro Rosso) holte, noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angelangt ist. Lauda (Weltmeister in den Jahren 1975, 1977 und 1984) zieht einen Vergleich zu seiner eigenen aktiven Karriere: "Was es braucht, um Weltmeister zu werden, hat sich im Grunde nicht verändert. Das Gesamtpaket ist wichtig und du musst hart arbeiten. Andere Dinge mögen sich verändert haben. Die Grundvoraussetzungen sind aber geblieben", so der Österreicher gegenüber 'Autosport'.

Verschiedene Epochen für Piquet nicht vergleichbar

Stewart, der Champion der Jahre 1969, 1971 und 1973, stimmt zu und glaubt, dass Vettels beste Jahre noch bevorstehen. "Er wird immer noch besser. Als ich soweit war wie er jetzt, war ich 34. Ich entschied mich damals zum Rücktritt. Sebastian wird genau wissen, wann für ihn der Zeitpunkt gekommen ist, doch er könnte auch über das Alter von 34 Jahren hinaus noch fahren."

Auch Piquet, seines Zeichnes Weltmeister der Jahre 1981, 1983 und 1987, lobt den schnellen Aufstieg Vettels: "Er ist so jung, gerade einmal 25. Als ich in der Formel 1 anfing, war ich fast 26. In diesem Alter hat er schon 100 Grands Prix gefahren, das ist die Hälfte davon, was ich in meinem ganzen Leben geschafft habe. Er hat alle Zeit der Welt und ich glaube, dass ihm fantastische Zeiten bevorstehen."

Anders als Lauda ist der Brasilianer allerdings nicht der Ansicht, dass sich die Aufgabe, Weltmeister zu werden, heutzutage noch genauso schwierig darstellt wie in den 1970er- und 1980er-Jahren. "Es ist viel einfacher geworden. Auch wenn du kein Talent hast, kannst du es schaffen", findet Piquet und führt an: "In der Vergangenheit brauchte es Talent und Wissen gleichermaßen. Die Autos waren schwieriger zu fahren und zahlreiche Fahrer kamen ums Leben. Es gab keine Servolenkung und wir mussten mit Handschaltung zurechtkommen. Um das Auto zu verstehen und zu wissen, wo das Limit liegt, musste man ein guter Mechaniker sein. Heute ist es wesentlich einfacher."

Stewart sieht in Vettel einen der ganz Großen

Brabham hingegen, der seine drei Titel im Vergleich zu Piquet in einer noch gefährlicheren Epoche (1959, 1960 und 1966) holte, ist voll des Lobes für Vettel und dessen Leistungen: "Es besteht kein Zweifel daran, dass er ein exzellenter Fahrer ist. Im Vergleich zu mir damals ist er jünger und hat eine große Zukunft vor sich. Er muss sich nichts mehr beweisen. Ich glaube aber, dass er noch weitere Weltmeisterschaften in der Formel 1 gewinnen wird."

Trotzdessen, dass sich Vettel erst in seinen Mittzwanzigern befindet, bescheinigt ihm Stewart eine ausgesprochene Reife. "Mental ist er sehr stark und lässt sich scheinbar durch nichts aus der Ruhe bringen", sagt der Schotte und ortet bei Vettel noch eine weitere Stärke, die ihn an Formel-1-Größen wie Lauda, Prost und Co. erinnert: "Die wirklich guten Fahrer sind nicht sonderlich spektakulär unterwegs. Sie sind vielmehr diejenigen, die konstant Leistung abliefern."

Der in Imola 1994 viel zu früh aus dem Leben gerissene Dreifach-Weltmeister Senna (1988, 1990 und 1991) brachte es zu Lebzeiten auf den Punkt, indem er sagte: "Ein echter Champion ist der, den die Leute sehen wollen, kennenlernen wollen und in ihren Gedanken behalten wollen. Für die Menschen da draußen sind wir in vielerlei Hinsicht ein Traum, nicht die Wirklichkeit."

Fotoquelle: xpbimages.com



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