Formel 1 2012

— 08.12.2012

Kubica schließt baldiges Formel-1-Comeback aus

Robert Kubica glaubt nicht daran, dass er in absehbarer Zeit in der Formel 1 zurückkehrt und beschäftigt sich mit Alternativen: Rallye oder Tourenwagen?





Spätestens bei den Winterstestfahrten im Januar 2011 mauserte sich Robert Kubica zu einem ernsthaften Herausforderer des Formel-1-Establishments. Doch die Hoffnungen des damaligen Renault-Piloten wurden nur wenige Tage später jäh zerstört. Kubicas schwerer Rallye-Unfall bei der "Ronde di Andora" in Italien am 6. Februar zwang ihn nicht nur zu einer Zwangspause vom Grand-Prix-Sport, sondern womöglich zum endgültigen Abschied.

Hatte sich der Pole in den ersten Monaten nach den zahlreichen chirurgischen Eingriffen noch rar gemacht, was öffentliche Auftritte angeht, so zeigt er sich in jüngster Vergangenheit häufiger. Bezeichnenderweise handelt es sich dabei in aller Regel um Rallye-Einsätze. Der frühere Ehrgeiz ist Kubica bis heute erhalten geblieben, doch an ein Formel-1-Comeback in baldiger Zukunft glaubt inzwischen selbst der 27-Jährige nicht mehr.

"Wenn ich meinen Arm wieder bewegen kann, gibt es eine Chance, dass ich zurückkomme. Solange das nicht gegeben ist, müssen wir aber abwarten. Derzeit besteht keine Chance auf eine baldige Formel-1-Rückkehr", spricht Kubica gegenüber 'Autoweek' ganz offen den noch lange nicht abgeschlossenen Genesungsprozess seines schwer in Mitleidenschaft gezogenen rechten Arms an und gibt zu: "Es fällt mir schwer, die Formel 1 vor dem Fernseher zu verfolgen."

Erfolgreiches Comeback im Rallye-Auto

Im September diese Jahres und damit mehr als eineinhalb Jahre nach dem Crash bei der "Ronde di Andora" gab Kubica bei der "Ronde Gomitolo di Lana" in Italien sein Comeback am Steuer eines Rallye-Fahrzeugs - und was für eines: Der Pole holte sich den Sieg und ließ bei der Rallye di Como vor wenigen Wochen einen weiteren Triumph folgen. Die anschließende Rallye du Var in Frankreich gewann Kubica nur deshalb nicht, weil er mit seinem Citroen kurz vor Schluss in Führung liegend von der Piste abkam. Bis dahin hatte der Pole auch diese Veranstaltung klar dominiert.

So kann sich der Sieger des Grand Prix von Kanada 2008 eine Zukunft im Rallye-Sport durchaus vorstellen und auch bei Citroen zeigt man nach den beiden Gastauftritten Kubcias am Steuer des eigens für ihn umgebauten C4 WRC Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit. Sogar ein Engagement in der Rallye-Weltmeisterschaft wird inzwischen nicht mehr ausgeschossen. Der Rallye-Sport ist aber nicht die einzige Alternative zur Formel 1, mit der sich Kubica derzeit auseinandersetzt.

"Sollte ich mich für Rallyes entscheiden, wird die Saison 2013 in erster Linie ein Lernprozess sein", ist der Pole überzeugt. "Sollte ich im kommenden Jahr in der Weltmeisterschaft antreten, rechne ich nicht mit vorderen Platzierungen. Alles hängt von den Möglichkeiten ab, die sich mir bieten. Ich habe keine Lust darauf, ein Jahr in der Rallye-Weltmeisterschaft zu verbringen, nur um dann im November des nächsten Jahres feststellen zu müssen, dass ich nicht weiß, wie es 2014 weitergeht."

Tourenwagen- und Langstreckensport als Alternativen

Nicht zuletzt aus diesem Grund kann sich der 27-Jährige auch eine Zukunft auf der Rundstrecke vorstellen. "Mein Name hat immer noch Gewicht. Ich glaube, es wäre für mich recht einfachen, ein Cockpit im Tourenwagen- oder Langstreckensport zu bekommen. Dort könnte ich auch mit guten Ergebnissen rechnen, schließlich kann ich auf 20 Jahre Erfahrung zurückblicken", so Kubica, der seine Karriere wie so viele Rennfahrer im Kart begann und es anschließend über die Formel Renault, die Formel 3 und die Renault-World-Series bis in die Formel 1 brachte. Eine Entscheidung bezüglich seiner Zukunft werde "sehr bald" fallen, wie der Pole betont.

Wie auch immer diese Entscheidung ausfallen wird, eines steht für Kubica nach der langwierigen und nach wie vor nicht abgeschlossenen Genesungsphase fest: "Wir alle müssen mit dem leben, was wir haben. Wir haben keine Wahl. Wenn du im Krankenhaus liegst und Leute siehst, die überhaupt keine Chance haben, dann siehst du das Leben aus einem anderen Blickwinkel."

"Oftmals wissen wir es gar nicht zu schätzen, was wir haben. Wenn du im Krankenhausbett liegst und nicht aufstehen kannst, dann bereiten dir selbst die kleinsten Dinge große Freude. In diesen Momenten beginnst du, das was du hast, schätzen zu lernen, auch wenn es nicht das ist, wovon du geträumt hast", so der Pole, dessen Traum es einst war, die Formel-1-Weltmeisterschaft zu gewinnen.

Fotoquelle: xpbimages.com

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