Formel 1 2012

— 11.12.2012

McLaren will Boxenstopps in zwei Sekunden

McLaren wird im Winter weiter an den Boxenstopps arbeiten - Das ehrgeizige Ziel von Sportdirektor Sam Michael: Zwei Sekunden als Regel-Standzeit





McLaren und seine Boxenstopps: Das war ein Dauerthema in der Formel-1-Saison 2012. Mehr als einmal patzte die Boxenmannschaft und kostete damit Lewis Hamilton und Jenson Button wertvolle Positionen. Doch es gab auch die andere Seite der Medaille: Beim Rennen in Hockenheim absolvierte McLaren an Jenson Buttons Auto den schnellsten Boxenstopp der Formel-1-Geschichte. In 2,31 Sekunden waren alle vier Räder gewechselt.

Doch damit will sich das Team noch nicht zufriedengeben. 2013 soll es noch schneller gehen. "Wir wollen einen Boxenstopp in zwei Sekunden absolvieren", gibt Sportdirektor Sam Michael gegenüber 'Autosport' das ehrgeizige Ziel vor, welches der Australier eigentlich schon 2012 erreichen wollte. "Wir dachten, das würde uns schon dieses Jahr gelingen und sind überzeugt davon, dass es möglich ist."

Doch lässt sich die Standzeit überhaupt noch weiter senken? Schließlich erreicht auch der fitteste und besttrainierte Mechaniker irgendwann seine physischen Grenzen. "Das ist richtig, aber wir sind noch nicht so dicht dran, dass wir nichts mehr ändern können", sagt Michael. Daher steht den Mechanikern in der Winterpause intensives Training bevor. "Wir werden den Winter über hart daran arbeiten, hier den nächsten Schritt zu machen, und wollen so weit kommen, dass Boxenstopps in zwei Sekunden die Regel sind", lautet die Vorgabe des Sportdirektors.

Optimierung bei Mensch und Technik

Raum für Verbesserungen sieht Michael bei der menschlichen und bei der technischen Komponente: "Wir arbeiten mit dem Personal und auch an der Technik. Wir werden einige technische Änderungen vornehmen, aber auch unsere Vorbereitung wird völlig anders sein als noch in diesem Jahr", so der Australier. Damit reagiert McLaren auch auf den Druck der Konkurrenz, denn auch bei den Boxenstopps ist Red Bull mittlerweile weltmeisterlich.

"Mercedes war 2011 ist Messlatte. Ferrari war es zu Beginn dieses Jahres, aber dann traten sie auf der Stelle", analysiert Michael die Leistungen der Konkurrenz. "Red Bull und wir sind inzwischen fünf bis sechs Zehntelsekunden schneller als alle anderen, wobei Red Bull in den letzten Saisonrennen aufgeholt hat. Sie haben auf jeden Fall etwas verändert, ich weiß nur nicht, was."

Boxenstopp immer entscheidender

Michael, der in seiner bisherigen Formel-1-Laufbahn, unter anderem als Technischer Direktor von Williams, hauptsächlich für die Fahrzeugtechnik verantwortlich war, erklärt, dass auch die neue Aufgabe bei McLaren reizvoll sei: "Als Ingenieur in der Formel 1 muss die an Faktoren arbeiten, die einen Unterschied ausmachen können. Und das war bei unserer Boxenmannschaft in diesem Jahr der Fall. Ich bin wirklich stolz auf sie."

"Nicht nur, auf die Jungs in der Fabrik, die die Technik geliefert haben, sondern auch auf die Leute in der Box", so Michael. "Es geht nicht nur um die Standzeit. Als wir in Hockenheim den Rekord gebrochen haben, haben wir uns nicht darüber gefreut, sondern über die Tatsache, dass wir Vettel dadurch überholt haben. Wenn das Feld so eng beieinander ist, können sich die Boxenstopps entscheidend auf den Rennausgang auswirken."

Fotoquelle: xpbimages.com

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