Formel 1 2012

— 22.12.2012

Clear überzeugt: "Schumacher hätte in China gewonnen"

Laut seines Ingenieurs Jock Clear hätte Michael Schumacher dieses Jahr in China gewonnen, wäre am Mercedes eine Radmutter richtig befestigt worden





Es war die Sternstunde seit der Rückkehr des Mercedes-Werkteams in die Formel 1: Beim Großen Preis von China holte Nico Rosberg in diesem Jahr den ersten Sieg für die Silberpfeile seit Juan Manuel Fangio im Jahre 1955. Der Durchbruch schien den Stuttgartern nach zwei mageren Jahren endlich gelungen zu sein. Ein Trugschluss: Denn bis zum Saisonende ging es stetig bergab, am Ende belegte man nur den fünften Platz in der Teamwertung, in den letzten sechs Rennen sammelte man nur sechs Zähler.

Rosbergs Teamkollege Michael Schumacher, der 2010 bei Mercedes' Comeback nach drei Jahren Auszeit ebenfalls in die Königsklasse zurückgekehrt war, konnte in Schanghai lange Zeit das Tempo seines Landsmanns mitgehen und befand sich regelrecht in Lauerstellung. Bei seinem ersten Boxenstopp wurde jedoch eine Radmutter nicht richtig festgezogen, weshalb der siebenmalige Weltmeister nach nur zwölf Runden seinen F1 W03 am Streckenrand abstellen musste.

Man wird nie erfahren, zu was Schumacher im weiteren Rennverlauf noch imstande gewesen wäre. Doch zweifelsfrei waren die Siegchancen in seiner zweiten Formel-1-Karriere nie besser als bei besagtem Rennen in China. Jock Clear, Schumachers Renningenieur bei Mercedes, sieht das ähnlich. Zwar sei Pole-Setter Rosberg zu Rennbeginn Schumacher davongezogen, doch "er hatte auch den gleichen guten Reifensatz, den er bereits auf seiner unglaublich schnellen Qualifying-Runde verwendet hatte", sagt Clear im Gespräch mit 'Autosport'.

Schumacher nicht der schnellste Pilot

Nach dem Reifenwechsel hätte sich die Situation laut Clear durchaus umkehren können: "Ich bin mir sicher, dass er im zweiten Renndrittel an Nico vorbeigekommen wäre. Oder auf wen würden Sie Ihr Geld eher setzen: Auf den erfahrenen Michael Schumacher, der aufholt oder auf Nico Rosberg, der noch nie zuvor ein Rennen gewonnen hat?"

Clear, der in der Vergangenheit Renningenieur von anderen Rennfahrergrößen wie Jacques Villeneuve und David Coulthard war, glaubt trotz des ganzen Lobes für Schumacher dennoch nicht daran, dass der 43-Jährige der schnellste Pilot seiner Zeit war: "Ich möchte hier ganz ehrlich sein: Ich glaube nicht, dass er in den letzten 20 Jahren der schnellste Pilot war", so der 49-Jährige. "Mika Häkkinen war auf eine Runde genauso schnell, genau wie Hamilton."

Schumacher hat sich vollends im Griff

Bei einem guten Rennfahrer käme es allerdings auch auf andere Aspekte an, die Schumacher vollends erfülle: "Man muss sich einmal anschauen, wie er sich selber im Griff hat und wie er mit anderen Leuten umgeht", weist Clear auf die besonderen Kompetenzen Schumachers hin.

Als Beispiel führt er besagtes Rennen in China an: "Er hätte nach dem Ausfall bestimmt am liebsten gefragt 'Wer zur Hölle hat das Rad gewechselt?! Das hat mich den Sieg und möglicherweise meine zweite Karriere gekostet!' Doch das hat er nicht getan. Stattdessen kommt er zurück an die Box, ist sehr nett uns sagt den Jungs, dass sie sich keine Sorgen machen müssten."

Fotoquelle: Daimler

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