Formel 1 2012

— 23.12.2012

Kubica über Comeback: "80 Prozent würden ausreichen"

Robert Kubica trainiert momentan hart um sein körperliches Handikap zu beheben - Funktionalität der Finger müsste für F1-Comeback mindestens 80 Prozent betragen





Robert Kubica lässt sich nicht unterkriegen: Trotz seines schweren Rallye-Unfalls im Februar 2011, bei dem er schwere Verletzungen an der rechten Hand und dem rechten Unterarm erlitt und zudem sehr viel Blut verlor, betreibt der ehemalige BMW-Sauber-Pilot wieder Motorsport. Und das obwohl seine körperliche Verfassung immer noch nicht optimal ist: Der Bewegungsgrad seines rechten Arms und die Funktionalität seiner Finger sind nach wie vor eingeschränkt.

Dieses Handikap hält den Polen aber keineswegs davon ab, erfolgreich seiner großen Leidenschaft nachzugehen, die ihn vor knapp zwei Jahren fast das Leben gekostet hätte: dem Rallyesport. In diesem Jahr gewann Kubica neben der Ronde Gomitolo di Lana auch die Rally di Como, bei der Rallye du Var führte er im Citroen C4 mit einer Minute Vorsprung das Feld an, verunfallte dann jedoch aufgrund eines Navigationsfehlers seines Co-Piloten.

Angesichts dieser unter dem Strich beeindruckenden Bilanz zieht es Hersteller Citroen in Betracht, Kubica für 2013 für eine volle Rallye-Saison unter Vertrag zu nehmen, auch das M-Sport-Team scheint Interesse an den Diensten des 28-Jährigen gefunden zu haben.

Keine spürbaren Beeinträchtigungen beim Fahren

Bei seinen Rallyeunternehmungen fühlt sich Kubica derzeit körperlich nicht sonderlich eingeschränkt, offenbar ist sein rechter Arm beweglich genug um ein Rallyeauto am Limit zu bewegen. Um Kubica das Fahren zu erleichtern, verlegte Citroen die Wippe der Kupplung von der rechten auf die linke Seite des Lenkrads.

"Wenn ich fahre, dann beeinträchtigt mich dieser körperliche Nachteil nicht so sehr, da ich extrem konzentriert bin. Ich bin glücklich über das, was ich habe", sagt Kubica diesbezüglich im Gespräch mit dem 'Daily Express'. "Natürlich ist der Arm nicht so kräftig wie er einmal war. Doch wenn die Kraft das einzige Problem wäre, dann müsste ich nur zwei Monate trainieren und alles wäre wieder in Ordnung."

Die Beweglichkeit stelle den einmaligen Grand-Prix-Sieger vor größere Probleme: "Die Funktionalität meiner Finger ist sehr beschränkt, aber ich denke, dass sich das mit der Zeit langsam wieder verbessern wird, da die Nerven sehr viel Zeit benötigen um sich wieder zu verknüpfen."

Kubica vermisst die Formel 1

Kubicas letztes Formel-1-Rennen liegt mittlerweile über zwei Jahre zurück. Damals griff der Pole noch für das Renault-Team ins Lenkrad, das ab 2011 unter dem Namen Lotus an den Start ging und für das der junge Mann aus Krakau eigentlich an den Start hätte gehen sollen.

Lotus steigerte sich in den letzten beiden Saisons zusehends, der mittlerweile in die Königsklasse zurückgekehrte Kimi Räikkönen belegte dieses Jahr einen starken dritten Rang in der Fahrerwertung und gewann das Rennen in Abu Dhabi.

Die starken Leistungen seines ehemaligen Rennstalls dürften bei Kubica die Sehnsucht nach der Formel 1 weiter verstärkt haben. Ihm selbst falle es seit seinem lebensbedrohlichen Rallyeunfall sehr schwer, Grands Prix zu verfolgen: "Ich vermisse das Rennfahren, darunter habe ich am meisten zu leiden. Nach einem Rennen sitze ich zu Hause und denke daran, was für ein langweiliges, eintöniges Leben ich habe."

Die Hoffnungen auf eine Rückkehr in die Formel 1 will Kubica aber noch nicht begraben, vielmehr hat der 76-maligen Grand-Prix-Teilnehmer einen festen Wert vor Augen, den es zu erreichen gilt: "Wenn die Funktionalität meiner Hand 80 Prozent erreicht, wäre ein Comeback möglich", so Kubica.

Fotoquelle: xpb.cc

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