Formel 1 2012

— 30.12.2012

Ecclestone befürchtet: Gribkowsky ist sein Waterloo

Der Formel-1-Zampano räumt ein, bei einer Anklage durch die deutsche Justiz kaum eine Zukunft in der Königsklasse zu haben - Stewart hat Nachfolger ausgemacht





In den vergangenen vier Jahrzehnten war Bernie Ecclestone ein Teflonprominenter. Am Formel-1-Promoter prallte alles ab, ohne Schaden zu hinterlassen: Skandale, Prozesse, persönliche Fehltritte und peinliche Statements in Zeitungen. Der Fall Gerhard Gribkowsky jedoch hat eine neue Qualität erreicht - ist er die Hürde, die Ecclestone nicht mehr nehmen kann? Die deutsche Justiz scheint interessiert daran, den 82-Jährigen wegen einer Schmiergeldzahlung in Höhe von 44 Millionen US-Dollar habhaft zu machen.

Sollte das gelingen, sieht Ecclestone seine Felle davonschwimmen und räumt ein, in diesem Fall kaum noch eine Zukunft in der Formel 1 zu haben. Die Vermarktungsgesellschaft der Formel 1, CVC Capital Partners, würde "wahrscheinlich gezwungen sein, mich loszuwerden, wenn die Deutschen hinter mir her sind", sagt Ecclestone dem 'Daily Telegraph'. Doch noch gibt es wegen Gribkowsky keine Anklage und der Brite argumentiert, von ihm mit Steuerunterlagen erpresst worden zu sein.

Rücktrittsforderungen und Nachfolgersuche

Fakt ist aber: Die Luft wird dünner für den Alleinherrscher. Den Rücktritt Ecclestones wegen des Bestechungsskandals hatte in der vergangenen Woche bereits Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo angesprochen und mit dem Wohl der Formel 1 argumentiert. Zu Beginn des Jahres wurde bekannt, dass CVC einen Headhunter damit beauftragt hatte, Nachfolger zu suchen. Ecclestone spricht von Routine und erklärt die Maßnahme so: "Für den Fall, dass ich nicht mehr da bin - wenn ich sterbe oder so."

Jackie Stewart kann sich eine Zeit nach Ecclestone kaum vorstellen: "Es gibt nichts, was ohne sein Wissen geschieht. Ich verstehe die Leute, die sagen, die Formel 1 sei ohne Bernie Ecclestone nicht steuerbar", erklärt der dreifache Weltmeister dem 'Daily Telegraph', der die Königsklasse des Motorsports dennoch nicht vor einem Scherbenhaufen sieht, sollte ihr Chef eines Tages tatsächlich abtreten. "Die Infrastruktur ist da. Es liegt alles in Belgravia und es gibt dort eine Menge Leute mit einer Menge Wissen."

Stewart tippt auf Todd

Doch wer würde in diesem Fall auf dem Chefsessel Platz nehmen? In den vergangenen Monaten tauchte bei Spekulationen immer wieder der Name des aktuellen Red-Bull-Teamchefs Christian Horner auf. "Ich bezweifele doch sehr stark, dass irgendjemand aus dem Formel-1-Paddock die Nachfolge antritt und so sollte es auch nicht sein", schüttelt Stewart mit dem Kopf, wenn es um den Mann aus Leamington Spa geht. Der Schotte wünscht sich Wettbewerb: "Ich denke, man sollte rausgehen und den Besten suchen."

Einen Tipp hat Stewart bereits parat. Der lautet Ian Todd. Der britische Manager ist derzeit Vorstandsvorsitzender der Investmentfirma ISG, die sich auf den Bau von Fußballarenen spezialisiert hat und unter anderem an der Entstehung des Londoner Wembley-Stadions beteiligt war. Es ist ein Name mehr auf einer langen Liste, die ebenso viel Wartezeit beinhalten könnte.

Fotoquelle: xpbimages.com

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