Sebastian Vettel

Formel 1 2012 Abu Dhabi: Vettel-Strafe

— 05.11.2012

Benzin-Panne bei Red Bull

Es waren gerade mal 0,35-Liter, die nach dem Qualifying von Abu Dhabi im Tank von Sebastian Vettels Red Bull fehlten. Die Strafe war gesalzen: Der Weltmeister musste vom letzten Startplatz ins Rennen gehen. Die Hintergründe.

(dpa) Sebastian Vettel konnte nichts dafür. Aber ihn traf es. "Natürlich war es Scheiße für uns", sagte der Formel 1-Doppelweltmeister, bevor er von ganz hinten den Großen Preis von Abu Dhabi in Angriff nehmen musste. Viereinhalb Stunden hatten die Untersuchungen und Anhörungen insgesamt gedauert, bis das Urteil festgestanden hatte. Fragen und Antworten zu der Spritpanne von Red Bull:
Was war passiert?
Auf dem Weg zurück in die Box nach der Qualifikation funkt Vettels Renningenieur Guillaume Rocquelin: "Stopp den Wagen." Vettel gehorcht, hält und steigt aus. Zur Box sind es noch etwa 400 Meter. Vettel wartet in Kurve 18 darauf, abgeholt zu werden.
Warum sollte Vettel anhalten?
Die dringende Aufforderung kommt von Red Bulls Motorpartner Renault. Die Franzosen sprechen von verdächtigen Daten an der Telemetrie. Um nicht einen Motordefekt und damit einen Wechsel des Triebwerks zu riskieren, der die Zurückstufung um fünf Startplätze bedeutet hätte, soll Vettel den neuen Motor sofort ausschalten. Die Rennkommissare akzeptieren die nicht weiter öffentlich gewordenen Erklärungen der Red-Bull-Verantwortlichen und haken den Vorfall zunächst als "höhere Gewalt" ab.

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Warum kam es dann doch zu einer Strafe?
Der Technische Delegierte stellt bei einer genaueren Untersuchung des Rennwagens von Vettel nach der Qualifikation fest, dass zu wenig Treibstoff im Tank ist. Das Regelwerk schreibt vor, dass jederzeit ein Liter als Probe entnehmbar sein muss. In Vettels Fall kommen umgerechnet auf die Distanz bis zur Red-Bull-Garage noch mal 0,2 Liter hinzu. Statt der 1,2 Liter tropfen aber nur 850 Milliliter aus dem Tank: 350 Milliliter zu wenig.

Wut und Enttäuschung nach dem Qualifying: Weil er zu wenig Benzin im Tank hatte, wurde Sebastian Vettel von Platz drei auf 24 versetzt.

Zu Bedenken gilt:
Weniger Sprit heißt weniger Gewicht und weniger Gewicht bedeutet mehr Geschwindigkeit. Auf dem 5,554 Kilometer langen Yas Marina Circuit machen 2,5 Kilogramm eine Zehntelsekunde pro Runde aus. Auf einer Runde werden etwa ein bis zwei Kilogramm Sprit verbraucht. Letztlich werten die Rennkommissare den Vorfall als einen Verstoß gegen Artikel 6.6.2. des Technischen Reglements, der besagt, dass ein Wagen aus eigener Kraft zurück in die Box kommen muss. Straffrei geht nur aus, wer einen Grund "höherer Gewalt" nachweisen kann, sprich ein Unfall, ein Motorschaden oder auch ein Getriebedefekt. Die Konsequenz: Vettels Zeiten wurden gelöscht, er musste ans Ende des Starterfeldes.

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Gab es so ein Urteil schon einmal?
Ja. Lewis Hamilton schaffte es mit seinem McLaren in Barcelona 2012 wegen Spritmangels in nicht in die Box. Er verlor damals seine Pole. Hamilton wurde ebenso aus den Ergebnislisten gestrichen und musste das Rennen als Letzter starten.
Warum startete Vettel aus der Boxengasse?
So konnte das Team noch einmal große Veränderungen am Wagen vornehmen. "Abbey", wie Vettel seinen Red Bull vor der Saison 2012 getauft hat, wurde fürs Überholen zurechtgemacht. Immerhin fuhren erst mal 23 Wagen vor ihm los.

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