Vorschau Formel 1: GP Indien

Formel 1 2012: GP Indien

— 24.10.2012

Vettel und die asiatischen Festwochen

Singapur, Japan, Südkorea und Indien? Sebastian Vettel kann den vierten Sieg in Folge einfahren. Vieles spricht dafür, aber der GP-Kurs in Neu Delhi hat es in sich.

(dpa) In Indien will Sebastian Vettel wieder für große Gefühle sorgen. Selbst wenn er diesmal nicht, wie eine indische Zeitung fast schon beleidigt feststellte, vorher zum ehrwürdigen Taj Mahal pilgern wird. Vettel ist auf eigener WM-Mission unterwegs: Nach seinen Siegen in Singapur, Japan und Südkorea kann er den Vorsprung auf den schwächelnden Ferrari-Star Fernando Alonso mit einem weiteren Erfolg ausbauen und seine asiatischen Festwochen fortsetzen. Und zumindest rechnerisch eine Woche später in Abu Dhabi, dem Ort seines ersten WM-Triumphs, zum dritten Mal Formel 1-Weltmeister werden. Der Blick des 25-jährigen Heppenheimers reicht aber nur bis zum Buddh International Circuit, auf dem er 2011 von der Pole aus gewann. "Wir müssen die Dinge einfach halten und auf uns schauen. Was andere machen, haben wir nicht im Griff", beteuert Vettel gebetsmühlenartig – auch nach der Übernahme der WM-Führung.

Fahrer-Karussel: Was tut sich bei den Teams?

In Singapur, Japan und Südkorea konnte Vettel gewinnen. Gelingt ihm das auch in Indien?

Nach wenigen Tagen des Durchatmens in der Schweizer Heimat nach seinem Sieg in Südkorea saß Vettel schon wieder im Simulator. Während Erzrivale Alonso über seine 90-Kilometer-Rad- oder 24-Kilometer-Laufeinheiten stolz via Twitter berichtete, arbeitete Vettel für die finalen vier Rennen im Verborgenen. Selbst, wenn alles im Moment für den Weltmeister von 2010 und 2011 im Duell gegen den Champion von 2005 und 2006 (damals im Renault) spricht. In Indien kann sich wieder alles ändern. Der 5,125 Kilometer lange Kurs rund 50 Kilometer von der 14-Millionen-Einwohner-Metropole Neu Delhi entfernt hat es in sich. Teilweise bis zu acht Prozent Steigung oder bis zu zehn Prozent Gefälle. "Es ist ist wie eine Achterbahn", schildert Vettel – mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 235 Sachen.

Kimi Räikkönen: "2007 war die WM erst im letzten Rennen entschieden. Alles ist möglich."

Mit sechs Punkten Vorsprung auf Alonso (209) startet Vettel (215) in das viertletzte Grand-Prix-Wochenende des Jahres. Alles deutet auf das Duell der beiden Doppelweltmeister hin. Wenn nicht der drittplatzierte Kimi Räikkönen – 48 Punkte hinter Vettel (!) – schon die Geister der Vergangenheit beschwören würde. "2007 war die WM erst im letzten Rennen entschieden, alles ist also möglich", orakelt Räikkönen in Erinnerung an seinen Ferrari-Coup im finalen Rennen 2007. Seitdem warten die Scuderia und auch Alonso auf den nächsten Titel, auch wenn sie schon dicht dran waren.

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Rekordweltmeister Michael Schumacher steht vor seinem viertletzten Akt. Er hört zum Saisonende auf.

Im Gegensatz zu Ferrari durfte Mercedes in den vergangenen beiden Jahren nicht mal an der WM-Trophäe schnuppern. Dank Michael Schumacher war den Silberpfeilen erhöhte Aufmerksamkeit trotzdem gewiss. Das wird sich auch in Indien nicht ändern, wo die Formel 1 im vergangenen Jahr ihre Premiere gefeiert hatte und Schumacher den viertletzten Akt seiner Abschiedsvorstellung in den PS-Ruhestand geben wird. Allerdings wirkt die Freude auf die Zeit nach seinen insgesamt dann 308 Formel 1-Rennen mittlerweile größer als das Vergnügen, um einen Top-Ten-Platz kämpfen zu müssen. Oder nach eigenen Fehlern vorzeitig mit dem Roller in die Box gebracht zu werden. Wie auch immer, Schumachers Fazit steht bereits: "Ich kann die Formel 1 erhobenen Hauptes verlassen."

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