Bilder: Formel 1 GP von China 2012

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Formel 1 2012: GP von China

— 16.04.2012

Sternstunde für Rosberg

Nico Rosberg hat mit dem ersten Rennsieg seiner Karriere in China auch für Mercedes Geschichte geschrieben. Fast 57 Jahre nach dem letzten Triumph siegte wieder ein Werks-Mercedes in der Formel 1.

(dpa/jkr) Nico Rosberg hat den Großen Preis von China gewonnen. In der Sternstunde der Silberpfeile kippte Nico Rosberg seinem Chef Norbert Haug fast den gesamten Inhalt der Siegerflasche Champagner über den Kopf. Als erster Mercedes-Werksfahrer seit Juan Manuel Fangio 1955 hatte Rosberg am Sonntag (15. April 2012) in China ein Formel 1-Rennen gewonnen. Nach seinem Premierentriumph in der Königsklasse war der 26-Jährige völlig losgelöst: "Das ist der Hammer, sensationell", sagte Rosberg, nachdem er sich in den Armen seiner Mechaniker feiern lassen hatte.

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Auch Mercedes-Motorsportchef Haug wusste in der Stunde des so lange ersehnten Erfolgs kaum, wohin mit seinen Gefühlen. Übermütig herzte er den Siegerpokal. "Den geb ich nicht mehr her", rief der klitschnasse Schwabe, der mit Glückwunsch-SMS überhäuft wurde. "Natürlich bin ich stolz. Jetzt haben wir gezeigt, dass wir was können", sagte Haug nach dem ersten Mercedes-Sieg seit der Formel-1-Rückkehr des Werksteams 2010 und 20.671 Tage nach Fangios Triumph in Monza. Nicht einmal das frühe China-Aus von Michael Schumacher wegen eines nicht richtig aufgezogenen Vorderreifens trübte das Mercedes-Glück so richtig.

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Boxenstopp Mercedes Petronas: Bei Nico Rosberg klappte alles, Teamkollege Schumacher hatte weniger Glück.

"Im Silberpfeil zu gewinnen, ist Wahnsinn", bekannte der siebte deutsche Formel 1-Sieger nach dem Coup in seinem 111. Grand Prix. "Ich denke, wir werden uns diesen Jahr mit Mercedes messen müssen. Sie sind absolut konkurrenzfähig", gratulierte der Brite Jenson Button, der vor seinem McLaren-Kollegen Lewis Hamilton Zweiter wurde. Weltmeister Sebastian Vettel rettete im Red Bull nach starker Aufholjagd von Startplatz elf noch Rang fünf hinter Teamkollege Mark Webber. "Wir sind einfach nicht schnell genug. Trotzdem können wir zufrieden sein", sagte der Hesse, der nach der ersten Runde nur auf Platz 15 gelegen hatte. "Das war natürlich ein ziemlich übler Platz", gestand Vettel nach dem verpatzten Start. "Normalerweise bin ich recht schnell, aber heute bin ich zu spät aufgewacht." Kurz vor Rennende hatte er sogar als Zweiter auf Podiumskurs gelegen, musste wegen abgefahrener Reifen aber Button, Hamilton und Webber in der packenden Schlussphase noch passieren lassen.     

Die WM-Gesamtwertung führt nach dem dritten Saisonrennen nun Hamilton mit 45 Punkten vor Button (43) an. Der bisherige Spitzenreiter Fernando Alonso wurde im Ferrari in Shanghai nur Neunter und rutschte mit 37 Punkten auf WM-Platz drei ab. Vettel (28) verbesserte sich hinter Webber (36) auf Rang fünf, hat aber beim Projekt Titel-Hattrick noch ganz viel Arbeit vor sich. Rosberg rückte mit seinen ersten 25 Saisonzählern auf Gesamtplatz sechs vor. "So kann es weitergehen", sagte Rosberg zufrieden. Die Sieger-Sause konnte der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg allerdings nicht völlig entfesselt genießen. "Wenn das nächste Rennen in zwei Wochen wäre, würden wir alle wahnsinnig werden heute Abend. So müssen wir es ein bisschen dämpfen und werden es vielleicht nachholen", sagte Rosberg, der mit dem Team nach Angaben von Haug noch am Sonntag aus China heimflog. Bereits am kommenden Sonntag steht das umstrittene Rennen in der Wüste von Bahrain an. Und Mercedes will nun mehr.    

Schumacher erneut im Pech

"Wir haben so eine wundervolle Geschichte und wir wollen dieser Tradition auch gerecht werden", sagte Teamchef Ross Brawn. Der Brite versprach, es werde nicht beim One-Hit-Wonder bleiben. "Es kommen auch noch ein paar gute Verbesserungen in den nächsten Rennen. Da bin ich sehr optimistisch", erklärte Brawn. Ein noch besseres Mercedes-Ergebnis verhinderte ein Boxenpatzer der Schumacher-Crew. Der auf Platz zwei hinter Rosberg gestartete Rekordchampion fuhr beim ersten Reifenwechsel zu früh los, obwohl das rechte Vorderrad noch nicht festgezogen war. Kurz darauf musste Schumacher seinen Dienstwagen abstellen. "Schade. Das tut mir leid für die Jungs. Aber das gehört dazu", sagte Schumacher. Auch Nico Hülkenberg im Force India als 15. und Timo Glock im Marussia als 19. blieben in dem hochspannenden Rennen ohne Punkte.     

Schumacher hatte 2006 in China noch seinen bislang letzten Sieg gefeiert, diesmal schien zumindest der erste Podiumsplatz seit seinem Comeback vor zwei Jahren möglich. "Jetzt drücke ich Nico die Daumen", sagte Schumacher nach seinem Malheur und jubelte wenig später über Rosbergs Triumph. Beim Wiesbadener lief alles glatt. "Es war ein perfektes Rennen", sagte der 26-Jährige anschließend. Der Vorsprung auf das McLaren-Duo Button und Hamilton blieb bis zum Schluss beruhigend, weil Mercedes mit zwei Stopps die bessere Taktik gewählt hatte. "Gottseidank haben wir viele kluge Leute im Team, die sich Gedanken machen", sagte Rosberg zu Brawns Taktik-Coup. "Die Dinge sind genauso eingetreten, wie wir uns das gedacht hatten." 

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