Formel 1 2013

— 10.01.2013

Testauftakt steht bevor: Neues oder altes Auto?

In knapp vier Wochen steigen die ersten Testfahrten des Formel-1-Jahres 2013 - Gary Anderson gibt Einblick in die Arbeitsweisen der Teams



Bis zum ersten Rennen der Formel-1-Saison 2013 (17. März in Melbourne) sind es noch neuneinhalb Wochen hin, doch schon jetzt wirft das neue Rennjahr seine Schatten voraus. Die ersten Testfahrten stehen vom 5. bis 8. Februar in Jerez de la Frontera auf dem Programm und die Teams verbringen derzeit jede freie Minute in der Fabrik, um die neuen Boliden fertigzustellen.

Die Version der Autos, welche anlässlich der ersten Testwoche zum Einsatz kommt, wird in den wenigsten Fällen jener entsprechen, die gut fünf Wochen später beim Grand Prix von Australien eingesetzt wird. In den vergangenen Jahren hat es sich im Grand-Prix-Sport so eingebürgert, die ersten Tests gewissermaßen mit einer "Beta-Version" des neuen Boliden zu absolvieren. Die entscheidenden Upgrades werden in aller Regel erst anlässlich der letzten Testwoche - in diesem Jahr vom 28. Februar bis 3. März in Barcelona - beziehungsweise am Saisonauftakt-Wochenende ans Auto geschraubt.

In diesen Tagen konzentriert man sich in den Fabriken der Teams auf das Zusammenbauen der Boliden, deren Entwurf längst fertiggestellt ist. "Der Zusammenbau beginnt mit dem Chassis, dem Motor und dem Getriebe. Anschließend geht es um die Benzinleitungen und die Verkabelungen im Inneren des Autos. Man baut das Auto quasi von innen nach außen zusammen, wobei einige der äußeren Anbauteile erst in letzter Minute hinzukommen", erklärt Experte Gary Anderson gegenüber 'Autosport' und merkt an, dass "zum jetzigen Zeitpunkt die meisten Teams hinsichtlich der Crashtests weit fortgeschritten sind".

Anderson: Mercedes-Beispiel wird nicht Schule machen

Die meisten Teams sind aber eben nicht alle und so gibt es vor allem in Reihen des Weltmeisterteams Red Bull Überlegungen, den ersten Test noch mit dem Vorjahresmodell zu bestreiten. "Wir mussten uns bis zum letzten Moment auf die Weiterentwicklung des RB8 konzentrieren, um beide Titel zu gewinnen", merkte Chefdesigner Adrian Newey bereits Anfang Dezember an. Eine abschließende Entscheidung über das Streckendebüt des RB9 steht in Milton Keynes noch aus.

Derzeit liegt von Seiten Red Bull auch noch kein Präsentationstermin vor. Anders sieht es bei McLaren (31. Januar), Force India (1. Februar) und Sauber (2. Februar) aus. Von Williams und Toro Rosso wird erwartet, dass sie ihre neuen Boliden zu Beginn der Testwoche in Jerez vorstellen. Für alle Teams, die vom 5. bis 8. Februar in Südspanien mit dem neuen Auto aufkreuzen, gilt: Sämtliche Crashtests müssen bis spätestens 4. Februar bestanden sein.

"Niemand würde absichtlich den ersten Test auslassen", ist Anderson überzeugt. Im vergangenen Jahr tat Mercedes bekanntlich genau das und schob stattdessen wenige Tage später einen Privattest nach. Für den ehemaligen Jordan- und Stewart-Designer ist dies allerdings kein Modell, das Schule machen wird. "Die Behauptung von Mercedes, mehr Zeit für die Entwicklung des Autos zu benötigen, war eine Ausrede", blickt Anderson zwölf Monate zurück und stellt im Hinblick auf die erste Testwoche klar: "Diese Streckenzeit ist ganz entscheidend. Selbst mit einem Basisauto kannst du eine Menge Punkte abarbeiten."

Der Nordire geht sogar noch einen Schritt weiter. "Normalerweise bekommt der Fahrer innerhalb von fünf Runden ein Gefühl dafür, wie die Saison laufen wird. Ist im Auto ein Fortschritt spürbar? Fällt es leicht, ein ausbrechendes Heck wieder einzufangen? Gibt es irgendwelche Probleme? Die positiven und negativen Charakteristiken eines Autos zeigen sich bei der ersten Ausfahrt", stellt Anderson die Wichtigkeit des ersten Tests heraus und sagt: "Diese Eindrücke ziehen sich in aller Regel durch die gesamte Saison durch."

Fotoquelle: xpb.cc

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