Paul Hembery kann sich einen Verbleib von Pirelli in der Formel 1 gut vorstellen

Formel 1 2013

— 11.01.2013

Hembery: "Große Unternehmen treffen große Entscheidungen"

Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery macht deutlich, dass man das Formel-1-Engagement gern fortsetzen würde und peilt das Jahr 2016 als Vertragsgrundlage an



Die Formel-1-Saison 2011 markierte für Pirelli nach 20 Jahren Abwesenheit das Comeback. Ging man im ersten Jahr nach dem Wiedereinstieg noch vergleichsweise konservativ an die Aufgabe heran, so wartete der italienische Alleinausrüster im zweiten Jahr mit Reifen auf, die den Teams speziell in der ersten Saisonhälfte gehöriges Kopfzerbrechen bereiteten. Gleichzeitig erlebte die Königsklasse eine ihrer abwechslungsreichsten Phasen überhaupt, als die ersten sieben Rennen der Saison 2012 von sieben verschiedenen Fahrern gewonnen wurden.

Inzwischen steht Pirelli vor der dritten Saison als Alleinausrüster aller Teams, doch der Vertrag läuft Ende 2013 aus. An einer Fortsetzung des Formel-1-Engagements ist man sehr interessiert. "Wir führen natürlich Gespräche mit der FOM, denn der kommerzielle Aspekt ist uns sehr wichtig. Schließlich kommt ein Großteil unserer Rendite über die Bandenwerbung an der Strecke zustande", sagt Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

So hofft der Brite "innerhalb der kommenden Monate eine Einigung" zu finden, um die inzwischen nur noch elf Teams über die Saison 2013 hinaus mit Reifen zu beliefern. Die Meinung der Rennställe ist Pirelli ebenfalls wichtig. "Wir werden uns im Januar mit den Teams unterhalten um zu erfahren, ob sie mit uns weitermachen möchten. Wir hoffen natürlich, dass dem so ist, denn bisher haben wir ausschließlich positives Feedback bekommen."

Identische Bedingungen für alle Teams

Pirellis aktueller Vertrag wurde noch mit der Teamvereinigung FOTA und somit allen Teams unter einem Dach verhandelt. Inzwischen ist die Situation deutlich diffiziler, da es die FOTA als zentrales Sprachrohr aller Teams nicht mehr gibt. Während der vergangenen Monate spalteten sich mehrere Rennställe, unter anderem Red Bull, ab. "Das macht es natürlich etwas schwieriger", gesteht Hembery und fügt hinzu: "Ganz pragmatisch betrachtet muss man aber festhalten, dass wir jetzt seit zwei Jahren mit den Teams zusammenarbeiten. Wir kennen sie und sie kennen uns."

So wird Pirelli auch unter den neuen Voraussetzungen "ein Angebot unterbreiten, das für alle Teams identisch ist", wie Hembery betont. "Alle Vertragsdetails werden zu 100 Prozent identisch sein, denn alle elf Teams sind gleichwertige Partner und wir müssen sicherstellen, dass wir allen die identische Unterstützung zukommen lassen", bekräftigt der Pirelli-Motorsportchef auf Nachfrage, wonach gewisse Teams im Fahrerlager eine Sonderstellung genießen.

Erneuter Dreijahresvertrag als Alleinausrüster?

Die Kosten für die Teams, die bekanntlich bereits jetzt für die Reifen bezahlen müssen, sollen laut Hembery im Falle einer Vertragsverlängerung nicht steigen. "Wir sind eine der ganz wenigen Parteien, die es nicht auf Preiserhöhungen abgesehen haben. Das kann ich garantieren", so der Brite, der sich vorstellen kann, den bestehenden Vertrag "zunächst um weitere drei Jahre" zu verlängern.

Langfristig gesehen plant Pirelli mit einem längeren Verbleib. "So etwas muss man aber von Zeit zu Zeit entscheiden, denn natürlich müssen wir uns als Unternehmen die Zahlen anschauen", wie Hembery betont. In diesem Zusammenhang stellt er heraus, dass Pirelli neben der aktuellen Produktionsstätte der Formel-1-Reifen, die sich im türkischen Izmit befindet, "ein zweites Werk in Rumänen auf die Beine gestellt hat, obwohl das niemand von uns verlangte, es war uns einfach wichtig, einen Backup-Plan zu haben, denn man weiß nie, was passiert".

So kommt der Pirelli-Motorsportchef abschließend zur Erkenntnis: "Große Unternehmen müssen im Motorsport immer große Entscheidungen treffen. Man muss sicherstellen, dass das Timing passt und dass die Zahlen passen. Es gibt keine Garantien." Darüber hinaus plant Pirelli auch in Zukunft gemeinsame Aktivitäten mit einzelnen Herstellern, die losgelöst von der Formel 1 ablaufen, wie beispielsweise die Ferrari Driving Experience. "Das ist aber reines Business und hat mit der Formel 1 nichts zu tun", so Hembery.

Fotoquelle: Pirelli

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