Formel 1 2013

— 17.01.2013

Perez: "Freue mich, Sennas Geschichte zu wiederholen"

Neo-McLaren-Pilot Sergio Perez hat keine Scheu vor großen Ankündigungen - Warum sein Team von ihm schwärmt und wieso er seine Herangehensweise ändern muss





Der neue McLaren-Pilot Sergio Perez hält nicht viel von Tiefstapelei. Das hat er bei seiner Präsentation als Fahrer des Teams in Woking bewiesen. Anstatt den Ball flach zu halten, spricht der Mexikaner längst von Siegen und Weltmeisterschaften - und zwar in seiner Debütsaison bei McLaren. Selbst vor einem Vergleich mit Legende Ayrton Senna hat er keine Scheu. Der Brasilianer sei sein "größtes Idol", sagt er gegenüber 'Sport Bild'. Er hat mit McLaren "nicht nur Siege eingefahren, sondern ist auch Weltmeister geworden. Und ich freue mich, die Geschichte zu wiederholen, die er mit McLaren hatte."

Dass er bisher noch nie ganz oben auf dem Siegerpodest gestanden hat, macht ihm keine Sorgen, schließlich sei er "sehr optimistisch", dass dieser Schritt 2013 gelingt. "Und ich hoffe, auch in diesem Jahr schon um den WM-Titel fahren zu können." Seiner Meinung nach sei dies ein logischer Gedankengang, denn "ich bin zu 100 Prozent sicher, dass der McLaren besser ist als mein alter Sauber. Und deshalb muss ich mir hohe Ziele setzen." Auch sein Heimatland Mexiko rechnet nun damit, dass Perez bei McLaren für große Erfolge sorgen wird - der Druck ist also enorm. "Die Mexikaner sind sehr enthusiastisch. Und es wird noch mehr werden, wenn ich siege", glaubt der Youngster.

Was man dem 22-Jährigen nicht vorwerfen kann: dass er seine Sache nicht ernst nimmt. Gleich nach seiner Ankunft bei McLaren bemühte er sich darum, Pedro de la Rosa als Testfahrer nach Woking zurückzubringen. Der Katalane spricht die gleiche Sprache wie der Mexikaner und kennt die Prozesse bei McLaren in- und auswendig. Hätte er nicht bei Ferrari unterschrieben, hätte er Perez' Eingewöhnungszeit etwas verkürzen können.

Sehr positiver erster Eindruck

Und auch Sportdirektor Sam Michael schwärmt gegenüber 'Autosport' von den ersten Arbeitstagen mit dem neuen McLaren-Piloten: "'Checo' hat unter der Woche viel Zeit damit verbracht, herauszufinden, wie unser Betrieb läuft, er hat auch gefragt, warum wir gewisse Dinge machen. Bei einigen Dingen ist es offensichtlich, aber es gibt andere Dinge, die wir bei McLaren gemacht haben, die für ihn keinen Sinn ergeben haben. Das kann daran liegen, dass wir in der Vergangenheit einen Fehler gemacht haben, oder aber wir haben einen Weg gefunden, es besser zu machen."

Genau diese Neugier rechnet ihm der "Aussie" hoch an: "Diese 'Warum'-Fragen sind so wichtig an seiner Herangehensweise. Die klugen Fahrer fragen: 'Warum?'. Und genau das hat er gemacht. Ich mag sein Selbstvertrauen und die Balance, die er hat."

Perez muss seine Herangehensweise ändern

Apropos Herangehensweise: Die wird er dieses Jahr an den Rennwochenenden ändern müssen. 2012 profitierte er einige Male von seinem reifenschonenden Fahrstil sowie von der Charakteristik seines Sauber-Boliden und fuhr aus mäßigen Startpositionen bis auf das Podest. Als Fahrer eines Topteams sind aber auch starke Qualifying-Platzierungen Pflicht, was ihm wiederum die Möglichkeit nimmt, mit einer freien Reifenwahl ins Rennen zu gehen.

"Die Herangehensweise wird sich dieses Jahr ändern", bestätigt er gegenüber 'Autosport'. "Bei Sauber haben wir uns immer auf das Potenzial im Rennen konzentriert und nicht so sehr auf das Qualifying. Jetzt ist es das Ziel, die Pole-Position zu holen und das Rennen zu gewinnen."

Dass Perez ständig von großen Erfolgen spricht, sieht Michael übrigens alles andere als negativ: "Er kämpft, um sich zu beweisen. Die Tatsache, dass Jenson und 'Checo' darüber sprechen, einander zu schlagen, ist sehr gesund. Es besteht ein gutes Konkurrenzniveau." Laut dem ehemaligen Williams-Technikchef wird es für den ehemaligen Sauber-Piloten aber alles andere als einfach: "Jenson ist am Höhepunkt, und es braucht viel, um vor ihm zu sein. Das wird ein guter Kampf."

Fotoquelle: McLaren

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