Paul Hembery geht dem Konkurrenzkampf nicht aus dem Weg

Formel 1 2013

— 31.01.2013

Hembery: Reifenkrieg macht "mehr Spaß"

Der Pirelli-Sportchef hätte kein Problem mit einem zweiten Herstelle, die Teams hingegen schon: Sie fürchten den Kostenfaktor und Wettbewerbsverzerrung



Pirelli hat als Lieferant der Einheitsreifen in der Formel 1 nicht immer einen leichten Stand gehabt, schließlich prasselte allen voran zu Beginn der Saison 2012 viel Kritik auf die Italiener ein. Dennoch will das Unternehmen der Königsklasse treu bleiben - und das wäre wohl sogar dann denkbar, wenn es Konkurrenz geben sollte. "Das wird immer eine ergebnisoffene Debatte sein und ich habe nie gesagt, dass eine Wettbewerbssituation schlecht für die Formel 1 wäre", erklärt Paul Hembery 'Richland F1'.

Ein möglicher zweiter Reifenhersteller würde beim Pirelli-Sportchef sogar den Ehrgeiz kitzeln. "Es macht mehr Spaß, jemand anderen zu schlagen als dich selbst", meint Hembery. Auch wenn sein Unternehmen grundsätzlich bereit wäre, sich einem Wettbewerb zu stellen, ist dafür die Bahn längst nicht frei. Schließlich haben auch noch die Teams ein Wörtchen mitzusprechen: "Wir bekommen das Signal, dass es wegen der wirtschaftlichen Situation kein Verlangen nach einem Reifenkrieg gibt."

Hembery führt an, dass sich dieses Problem nur durch eine effektive Kostentrolle lösen lassen würde. Das allerdings ist seit Menschengedenken der Gordische Knoten der Formel 1 - und nicht die einzige Hürde. "Dein Zutun zum Erfolg ist dann schwieriger zu messen", ergänzt der Brite, wenn es um Nachteile für die Teams geht. Schließlich wollen die Mannschaften zeigen, dass sie das schnellste Auto bauen können. Laufen die Boliden auf unterschiedlichen Gummis, ist der Wettbewerb verzerrt.

Und so wird Pirelli wohl auch zukünftig der einzige Pneulieferant im Geschäft sein und damit seine ganz spezielle Entwicklungsabteilung weiter betreiben. "Reifen mit wenig Profil sind etwas, womit wir in den siebziger Jahren bei Asphaltrallyes begonnen haben", führt Hembery an, wenn es um den Technologietransfer vom Sport auf die Straße geht. "Die Formel 1 ist das größte Forschungslabor. Alle Pisten, auf denen wir Grands Prix fahren, sind die ultimative Teststrecke", so der Sportchef weiter.

Fotoquelle: xpbimages.com

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