Formel 1 2013

— 02.02.2013

Moss schimpft über Paydriver: "Sitzen im gemachten Nest"

Der 82-Jährige wünscht sich, dass Geld bei der Cockpitvergabe keine Rolle spielt, attestiert machen Piloten mangelndes Talent und fordert niedrigere Fahrergehälter





Stirling Moss ist ein Rennfahrer der alten Schule. Zu seiner aktiven Zeit brachten die Husaren des Motorsport noch Heldenmut, Leidenschaft und Talent mit und keine Sponsoren, keine dicken Budgets und keine lukrativen Geschäftsbeziehungen. Klar, dass der Formel-1-Legende der Trend hin zu so genannten Paydrivern in der Königsklasse gegen den Strich geht. "Das Problem ist natürlich, dass die Fahrer, die Geld mitbringen, nicht wirklich gut sind", hadert der Brite im Gespräch mit 'Pitpass'.

Moss beobachtet einen klaren Trend hin zu Entscheidungen von Teamchefs und -besitzern, die die wirtschaftliche Situation eines Fahrers mehr berücksichtigen als sein sportliches Vermögen. Ob Narain Karthikeyan, Pastor Maldonado, Giedo van der Garde, Sergio Perez oder Max Chilton - alle können zweifellos Auto fahren und haben das auch in Nachwuchsserien bewiesen, aber ihnen ebnete eben auch die Unterstützung von Sponsoren den Weg in die Formel 1 und brachte sie an Konkurrenten vorbei.

Moss ärgert sich: "Ganz klar: Der Sport ist viel zu teuer geworden, wenn du nicht massiv Kapital mitbringst", kommentiert der 82-Jährige die jüngste Entwicklung. In Insiderkreisen heißt es, schon für eine Saison in der wichtigsten Nachwuchsklasse GP2 müsse ein Fahrer rund 1,5 Millionen Euro auf dem Konto haben. Dass Geld ein Türoffner ist, beklagt Moss: "Es ist schon unglücklich, dass Fahrer heutzutage, wenn sie einen gut gefüllten Geldbeutel haben, sich in ein Team einkaufen können."

Und das geht auf Kosten der Qualität, findet der vierfache Vizeweltmeister: "Sie haben dann nicht das Können, was es braucht, um ein Auto dieser Güteklasse zu bewegen, sitzen aber im gemachten Nest." Das der schnöde Mammon den Weg in die Beletage des Motorsports erleichtert, verbucht Moss als hausgemachtes Problem. "Die Formel 1 wird immer die Serie sein, in der es zu sein gilt. Zweifellos ist die ganze Sache so aufgebaut." Wo viele hinwollen, da kann das Geld den Unterschied machen.

Doch wo soll gespart werden? Moss hätte da schon eine Idee, die einigen Herrschaften allerdings so gar nicht schmecken dürfte. "Das, was Fahrer verdienen, ist unrealistisch", beklagt er trotz in den vergangenen Jahren gesunkener Pilotengehälter. Wer sein Hobby schon zum Beruf machen darf, der könne getrost auf den einen oder anderen Euro verzichten, findet Moss: "Sie treiben ihren Sport, tun das, was sie lieben. Sie sollten einen fairen Lohn bekommen, aber derzeit ist er zu hoch", stellt er klar.

Fotoquelle: Ennstal-Classic (Martin Huber)

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