Formel 1 2013

— 06.02.2013

Anderson: "Habe bei Mercedes nichts Aufregendes gesehen"

Gary Anderson vermisst beim Mercedes F1 W04 den versprochenen Schritt nach vorne und erkennt einige Ansätze, die ihn verwirren





Die Mercedes-Fahrer und -Verantwortlichen wurden bei der Präsentation des F1 W04 nicht müde zu betonen, dass das neue Auto ein großer Schritt nach vorne sei. Ob das neue Fahrzeug diesen Vorschusslorbeeren gerecht wird, kann bisher noch nicht beurteilt werden, nachdem die ersten beiden Testtage in Jerez nach Defekten vorzeitig beendet waren. Immerhin konnten Nico Rosberg und Lewis Hamilton bei ihren wenigen Runden aus dem Stand konkurrenzfähige Rundenzeiten fahren. Bei einer genauen Betrachtung des F1 W04 zeigt sich der frühere Jordan-Konstrukteur und heutige TV-Experte Gary Anderson jedoch ernüchtert.

"Auf den ersten Blick kann ich nicht erkennen, was an diesem Auto der 'Schritt nach vorne' sein soll, von dem Mercedes spricht. Es gibt hier und dort ein paar kleine Änderungen, aber nicht zwangsläufig in Bereichen, die einen großen Vorteil bringen", wird Anderson von der 'BBC' zitiert. Nur an einer Stelle erkennt der Brite eine Neuerung, die ihn überzeugt. "Ein Bereich, an dem sie offensichtlich gearbeitet haben, sind die Belüftungen der Vorderbremsen, die durchdachter wirken."

Dafür gibt es allerdings einige andere Bereiche, in denen der Techniker den Ansatz der Mercedes-Designer nicht nachvollziehen kann: "Die Fahrzeugnase verfügt über die erlaubte Eitelkeitsblende. Wenn man kleine Leisten an jeder Seite der Nase anbringt, kann das verhindern, dass die Luft über die Seite abfließt", so Anderson. Sauber hatte eine solche Lösung präsentiert. "Aber so wie Mercedes die Nase gestaltet hat, wird sie dieses Problem noch verschärfen, was der Aerodynamik auf jeden Fall abträglich", wundert sich Anderson.

Gleiches gilt für die Konzeption der Seitenkästen: "Die Außenkante der Seitenkästen wurde angehoben. Damit soll die Luft zum Heck geleitet werden, aber gleichzeitig erzeugt man damit Auftrieb. Obendrauf sind dann Windabweiser, die den Auftrieb reduzieren sollen. Das verwirrt mich", so Anderson. Und auch beim Auspuff erkennt der frühere Jordan-Konstrukteur widersprüchliche Ansätze.

"Sie versuchen durch den Auspuff am Heck einen aerodynamischen Effekt zu erzielen, aber dort befinden sich sehr viele Teile der Verkleidung, die den Luftfluss blockieren und den Effekt des Cola-Flaschen-Hecks reduzieren", erklärt Anderson. "Dort wird aber ständig Abtrieb erzeugt, wohingegen der Abtrieb durch die Auspuffgase nur dann entsteht, wenn der Fahrer Gas gibt." Aus diesen Gründen ist der Brite vom F1 W04 nicht überzeugt: "Im Gegensatz zu McLaren, wo ich in jedem Bereich einen Schritt nach vorne erkenne, habe ich bei Mercedes nichts Aufregendes gesehen."

Fotoquelle: xpbimages.com



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