Formel 1 2013

— 20.02.2013

Barcelona-Test: Vettel dreht auf

Weltmeister Sebastian Vettel gibt am Vormittag ordentlich Gas: Mit dem RB9 schneller als die Pole-Runde von 2012 - Lewis Hamilton gut unterwegs, Pech für Kimi Räikkönen





Beim Barcelona-Test haben die Teams am Mittwochvormittag mehr Tempo gezeigt. Nachdem der Tag bei wolkenlosem Himmel mit kühlen Werten um 3 Grad Celsius begonnen hatte, heizte die Sonne den Kurs bis zum Mittag deutlich auf. Dadurch wurden schnellere Rundenzeiten ermöglicht - allerdings immer nur wenige, denn die Reifen halten auch am zweiten Tag auf dem Circuit de Catalunya nicht sonderlich lange. Die Pneus standen bei vielen Teams wieder im Zentrum der Arbeit.

Bei Weltmeister Sebastian Vettel ging der Arbeitstag jedoch auf andere Weise los. Aufgrund der extrem niedrigen Temperaturen machte Red Bull am Morgen zunächst rund 90 Minuten lang unzählige Boxenstopp-Durchläufe. Dabei kamen neuen Schlagschrauber zum Einsatz und ein Ampelsystem, wie es McLaren seit einigen Monaten verwendet. Der berühmte Lollipop-Mann war an der Red-Bull-Box überflüssig. Die Versuche liefen gut, die Stopps waren oft in unter drei Sekunden erledigt.

Erst um 10:20 Uhr fuhr Vettel seine ersten gezeiteten Runden. Der Champion legte los wie die Feuerwehr. Er setzte sich zunächst mit den Medium-Reifen an die Spitze, markierte am späteren Vormittag seine bislang beste Runde in 1:22.197 Minuten auf weichen Pirellis. Zum Vergleich: Pastor Maldonado hatte 2012 an gleiche Stelle die Pole-Position im Qualifying in 1:22.285 Minuten geholt. Man darf davon ausgehen, dass Red Bull den RB9 heute nicht mit fast leerem Tank fahren ließ.

Hamilton stark auf harten Reifen

Ebenfalls überzeugend unterwegs war am Vormittag Lewis Hamilton. Der Mercedes-Neuzugang absolvierte mit dem W04 einige mittellange Runs und setzte dabei recht konstante Rundenzeiten. Der Abbau der Pneus hielt sich bei Mercedes im Verhältnis zu anderen Teams recht gut in Grenzen. Das Team unternahm Vergleichsfahrten mit zwei Auspuffvarianten. Hamilton setzte seine beste Runde in 1:22.726 Minuten auf harten Reifen. Da ist also noch deutlich mehr drin.

Sergio Perez (McLaren) hielt sich mit schnellen Umläufen anfangs zurück. Der Mexikaner war auf Konstanz aus, die er auf der harten und der mittleren Mischung wieder einmal unter Beweis stellen konnte. Kurz vor dem Mittag schob sich Perez mit einem etwas schnelleren Versuch auf Rang drei des Klassements. Bei Ferrari baute man unterdessen immer wieder um. Fernando Alonso kam bis zur Mittagspause auf nicht einmal 30 Runden - halb so viele wie Hamilton im Mercedes.

Mit großer Begeisterung spulte Williams-Neuzugang Valtteri Bottas seine ersten Runden im neuen FW35 ab. Der Finne konnte starke mittellange Runs zeigen. Am Morgen probierte man zwei Varianten des Frontflügels aus, der umstrittene Steg am Coanda-Auspuff war auch am Mittwochmorgen zu sehen. Nach 53 Runden hatte Bottas sein Vormittagsprogramm frühzeitig absolviert. Williams verabschiedete sich vorzeitig in den Mittag. Der Neuling gab zu Protokoll, dass der FW35 "eine deutlich bessere Traktion" als der Vorgänger habe.

Hinter Daniel Ricciardo (Toro Rosso) und Paul di Resta (Force India) reihte sich Nico Hülkenberg auf Rang acht ein. Der Sauber war am Morgen nur selten auf der Strecke zu sehen. Das Team experimentierte mit dem passiven DRS, war aber offenbar mit den ersten Ergebnissen nicht allzu glücklich. Immer wieder schraubte man an der Box. Charles Pic (Caterham) und Max Chilton (Marussia) sind mit ihren Zeiten weit weg, Kimi Räikkönen hatte großes Pech. Am Lotus des Finnen musste nach nur vier Installationsrunden das Getriebe gewechselt werden.

Fotoquelle: xpbimages.com

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