Formel 1 2013

— 22.02.2013

Webber: "RB9 muss keine Evolution bleiben"

Im Gegensatz zu McLaren setzt Red Bull auf ein bewährtes Konzept ohne sichtbare Genieblitze - Genau das könnte sich langfristig als optimale Strategie erweisen





Auf den ersten Blick erinnert der Red Bull RB9 an das Vorjahresauto. Neue Genieblitze von Stardesigner Adrian Newey sucht man vergeblich, obwohl die Mechaniker den Boliden jedes Mal verdecken, wenn Sebastian Vettel oder Mark Webber an die Box kommen. Der Vorgänger RB8 war vor allem zu Saisonende 2012 ein sehr gutes Rennauto, doch die Konkurrenz hat aufgerüstet: McLaren bläst dieses Jahr mit einem neuen Konzept zum Angriff auf das Weltmeisterteam.

Hat Newey zu wenig riskiert, um der Konkurrenz wieder einmal eine Nasenlänge voraus zu sein? Nicht unbedingt, denn das neue Auto befindet sich erst im Frühstadium der Entwicklung. Zudem ist der Brite bekannt dafür, erst beim letzten Barcelona-Test die Karten aufzudecken und die anderen Teams zu schocken.

"Der RB9 ist noch ein Embryo", verrät Webber gegenüber 'auto motor und sport'. "Wenn er jetzt noch eine Evolution ist, muss das nicht unbedingt so bleiben." Das liegt auch daran, dass Red Bull durch den Saisonverlauf und die WM-Entscheidung beim letzten Rennen den Fokus länger als etwa McLaren auf 2012 legte. Newey gab zu, mit dem RB9 spät dran zu sein - und das heißt etwas, denn der Stardesigner zieht es grundsätzlich vor, so lange wie möglich im Windkanal zu arbeiten und das Auto im letzten Moment fertigzustellen.

McLaren versteht Auto noch nicht

"Unsere Gegner sind auf neue Konzepte aufgesprungen, weil sie sich etwas dabei gedacht haben", erklärt Webber, dass sich die Herangehensweisen von Red Bull und McLaren unterscheiden. "Wir wissen, was wir als Basis in den Händen haben. Es hätte keinen Sinn gemacht, blind in die Dunkelheit zu feuern."

Das könnte sich zu Saisonstart als richtige Entscheidung herausstellen: Das Team von Martin Whitmarsh hat derzeit noch Probleme mit dem McLaren MP4-28, der Konstanz vermissen lässt. "Schwer zu sagen, wo das Auto liegt", bestätigt Jenson Button. "Manchmal fühlt es sich gut an, manchmal auch nicht."

Warum McLaren auf ein neues Konzept setzt

In Woking hatte man das Gefühl, dass das Konzept der vergangenen Jahre kaum noch Verbesserungspotenzial birgt - daher setzte man im letzten Jahr des aktuellen Reglements noch einmal auf einen Neustart. Auch wenn das bedeutet, dass man bei den ersten Rennen noch nicht in Topform ist.

"Wenn wir dieses Jahr mit dem letztjährigen Auto beginnen würden, nur ein bisschen verändert, dann hätten wir beim ersten Rennen wahrscheinlich ein sehr gutes Auto", sagt Button. "Und nach drei oder vier Rennen würden wir realisieren, dass wir am Ende des Entwicklungspotenzials angekommen sind. Für uns ist es wichtig, im Winter ein neues Auto zu entwickeln, mit dem man während der Saison eine starke Entwicklungskurve erreichen kann."

Reifen als Schlüsselfaktor

Eine Strategie, die ins Auge gehen könnte, denn die neuen Pirelli-Reifen stellen die Ingenieure derzeit vor mehr Fragen, als sie vermutet hatten. Sergio Perez schloss nicht aus, dass es in Melbourne sieben Boxenstopps pro Fahrer gibt, sollten sich die Pneus ähnlich verhalten wie auf dem derzeit unerwartet kalten Asphalt in Barcelona.

Dann hätte Red Bull den großen Vorteil, zumindest das Auto zu verstehen, wenn schon die Reifen für Rätselraten sorgen - eine Gleichung mit nur einer Unbekannten. Und wenn die Konkurrenz der Lösung näher kommt, könnte Newey seine Karten ausspielen und den RB9 mit Maß und Ziel optimieren.

"Der RB9 in seinem augenblicklichen Zustand ist das, was Adrian Newey für den Saisonbeginn als beste Lösung betrachtet", so Webber. Am Ende der Saison sitzt man dann in einem völlig anderen Rennauto: "Es gibt über ein Jahr so viel Entwicklung, dass sich alle Autos ständig verändern. Früher gab es während der Saison manchmal B-Versionen. wenn wir diesen Maßstab heute anlegen, dann war der letztjährige RB8 am Ende der Saison eine Q-Version."

Fotoquelle: xpbimages.com

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Mark Webber

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