Romain Grosjean wird auf passives DRS zunächst verzichten müssen

Formel 1 2013

— 28.02.2013

"Schamloser" Allison will um die Ecke denken

Der Lotus-Technikchef erklärt, warum das Team sein passives DRS in Melbourne nicht verwendet und wieso er mit einer offenen Wettbewerbssituation rechnet



Spicken und Abkupfern gehören in der Formel 1 zum guten Ton. Kein Wunder, dass die Teams zu Saisonbeginn mit ähnlichen Lösungen aufwarten und im Verlauf eines Jahres ständig versuchen, die gleiche Technik wie die Konkurrenz an ihre Autos zu schrauben. Diese Praxis ist einem alten Hasen im Geschäft nicht verborgen geblieben. James Allison nennt die Königsklasse "schamlos, was das Kopieren angeht". Der Lotus-Technikchef weiß: "Es gibt keine Preise für Innovation, es gibt welche für Siege."

Doch nicht alles scheint direkt auf den Zeichenbrettern zu landen. Auf die Frage, ob sein Team darüber nachgedacht habe, das aggressive, extrem schlanke Getriebedesign des neuen Williams nachzubauen, antwortet Allison klipp und klar: "Ich habe es noch nicht einmal angesehen." Dennoch habe es trotz des Herdentrieb sVorteile, mit einer Konstruktion Branchenpionier zu sein. "Neuerungen sind wichtiger, wenn das Reglement stabil bleibt. Das erfordert, um die Ecke zu denken", erklärt Allison.

Drahtseilakt passives DRS

Es ist die Herausforderung, sich Neues auszudenken, wenn eigentlich alle Reserven ausgeschöpft scheinen. Eine solche Situation wird die Branche 2013 vorfinden und es spricht einiges dafür, dass in Enstone die Hausaufgaben besonders sorgfältig erledigt wurden. Alle Beobachter schätzten den E21 stark ein. Lotus' Ass im Ärmel könnte das passive Drag-Reduction-System (DRS) sein. Das allerdings kommt nicht wie erwartet bereits in Australien zum Einsatz, sondern wird erst im Saisonverlauf folgen.

Schon im vergangenen Jahr hatten die Schwarz-Goldenen lange gebraucht, um eine tragfähige Lösung in den Renneinsatz zu bringen. "Das war wirklich ein hartes Stück Arbeit", pustet Allison durch, wenn es um das als Wunderwaffe gefeierte, schließlich aber lange eingemottete Bauteil am E20 geht. Das Problem der Technik ist, dass sie zwar satte Vorteile bei der Höchstgeschwindigkeit bringen kann, aber bei nicht optimaler Funktionsweise das Auto langsamer macht. Ähnlich wie der Coanda-Auspuff ein Drahtseilakt.

Auf Augenhöhe mit Red Bull?

"Die Lösung verspricht verlockende Gewinne, wenn man sie zum Arbeiten bekommt, aber es bleibt eine diffizile Angelegenheit", grübelt Allison. Lotus hat in der ersten Testwoche in Barcelona am passiven DRS gearbeitet und wird auch beim Katalonien-Abschluss wieder Hand anlegen. "Am Ende stehen wir aber nicht bei 100 Prozent", warnt Allison. Trotzdem erhofft er sich Fortschritte: "Wir werden aber näher dran sein. Ich bin hoffnungsfroh, dass wir noch erleben, dass es sich auszahlt."

Überhaupt startet Lotus alles andere als pessimistisch in die Saison. "Es ist klar geworden, dass wir nah an der Spitze dran sind", unterstreicht Allison und erwähnt, dass seine Mannschaft noch gar nicht im endgültigen Renntrimm für Melbourne unterwegs sei - ob das als Warnung oder als Mahnung verstanden werden darf, bleibt offen. In jedem Fall schätzt der Luftfahrtingenieur mit Abschluss in Camebridge die Abstände zwischen Lotus, Red Bull, McLaren und Ferrari sehr klein ein: "Alles deutet darauf hin, dass es in dieser Saison noch knapper zugeht. Jedes der vier Teams könnte das bessere Ende für sich haben."

Fotoquelle: pacepix.com

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