Adrian Sutil peilt nach 90 Grands Prix den ersten Podestplatz an

Formel 1 2013

— 02.03.2013

"Endlich auf dem Podest stehen": Sutils langgehegtes Ziel

Adrian Sutil weiß, dass Force India zwei starke Fahrer benötigt und freut sich über die Unterstützung von Mercedes - 2013 folgt endlich der Angriff auf das Podium



Adrian Sutil und Jules Bianchi stritten sich um den letzten freien Platz bei Force India - am Ende bekamen sogar beide Fahrer ein Stammcockpit. Bianchi verlor zwar das Duell um den Force-India-Platz, als Entschädigung darf er aber sein Formel-1-Debüt bei Marussia feiern und heute sogar auf der Strecke gegen Sutil antreten. Beide treffen sich am Samstag beim dritten Testtag in Barcelona. Derweil spult der Deutsche schon seinen insgesamt dritten Tag am Steuer des VJM06 ab. Mittlerweile hat er sich schon wieder gut als Stammfahrer eingelebt.

"Es ist schön, zurück zu sein", lächelt Sutil gegenüber 'formula1.com'. "Es fühlte sich vom ersten Tag an, als ob ich nie weg gewesen wäre. Es hat geholfen, dass ich das Team so gut gekannt habe und dass das ganze Team mich willkommen geheißen hat. Die Jungs von Force India haben die Rückkehr sehr einfach gemacht", freut sich der Rennfahrer. Doch ganz so einfach waren die letzten Wochen für den 30-Jährigen nicht. Der Vertragspoker entwickelte sich zur Hängepartie und keine Seite wusste Bescheid, was passieren wird.

"Mein Manager Manfred Zimmermann stand während der letzten Tage, Wochen und Monate im Kontakt mit Force India", beschreibt Sutil. "Ich bin sicher, er hat in seinem ganzen Leben noch nie so viele Emails geschrieben, in denen er gefragt hat: 'Jungs, wann wollt ihr euch entscheiden?'" Trotzdem hat der Rückkehrer die Hoffnung auf den Stammplatz nie aufgegeben: "Ich habe immer an meine Chance geglaubt. Wir haben hart gearbeitet, um es Vijay (Teamchef Mallya; Anm. d. Red.) so schwer wie möglich zu machen, sich gegen mich zu entscheiden."

Erfahrung schlägt Risiko

"Wir hatten keine andere Möglichkeit, außer zu warten", ergänzt Sutil. "Wir haben alles getan, was möglich war. In der letzten Woche hatte ich einen großartigen Test, bei dem ich beweisen konnte, dass ich nichts verloren habe. Ab dem Tag habe ich mir dann gesagt, nun liegt es an ihnen zu entscheiden." Entschieden hat sich Force India letztlich für die bekannte Größe, die bereits von 2008 bis 2011 vier Jahre im Team integriert war - zählt man die Saison bei Spyker und den Testjob bei Midland hinzu, aus denen Force India hervorgegangen ist, sind es sogar schon sechs Jahre.

Auch das sei ein Grund gewesen, warum man sich für den Gräfelfinger entschieden habe. "Ich hatte eine großartige Zeit bei Force India und 2010 und 2011 zwei tolle Saisons mit Platz neun in der Fahrerweltmeisterschaft", so Sutil. "Das Team kennt mich besser als jedes andere Team. Wir haben Force India 2011 im Frieden verlassen und blieben stets in Kontakt." Ein Einsatz von Jules Bianchi wäre hingegen ein Risiko gewesen, dass man bei dem knappen Mittelfeld am Ende scheinbar nicht eingehen wollte.

"Wenn man in der Konstrukteurswertung nach oben klettern will, braucht man zwei starke Fahrer, die Ergebnisse liefern können", weiß der Deutsche. "Mein neunter Rang in der 2011er Wertung hat gezeigt, dass ich liefern kann." Doch die Formel 1 ist aktuell nicht gerade dafür bekannt, nur auf Performance Rücksicht zu nehmen. In vermeintlich finanziell schwierigen Zeiten für das Team aus Silverstone war ein gutes zusätzliches Paket natürlich hilfreich.

Das Podium muss her

Die Medien spekulierten bei Force India auf einen Motorenkampf zwischen Ferrari mit Bianchi und Mercedes mit Sutil. Ob das der Wahrheit entspricht, das kann Sutil nicht mit genauer Gewissheit sagen: "Ehrlich gesagt, weiß ich das gar nicht. Aber ich habe gehört, dass Mercedes mich unterstützt hat und mir helfen wollte, was mir ein sehr gutes Gefühl gibt." Ob, und inwiefern es einen Motorendeal für 2014 gibt, ist derzeit noch nicht bekannt - das Team verneint einen Zusammenhang.

Doch 2014 ist noch fast genauso weit weg, wie Sutils bisher letzter Einsatz vor der Zwangspause. Diese dauerte 14 Monate - kürzer als die von Kimi Räikkönen, der nach zwei Jahren Formel-1-Auszeit sofort wieder gute Leistungen bringen konnte. Auch deshalb glaubt Sutil nicht, dass er Zeit benötigt, um auf Touren zu kommen: "Als ich 2007 in die Formel 1 gekommen bin, hatte ich vielleicht sechs oder acht Testtage. Nun habe ich 90 Grands Prix in fünf Jahren und viel Erfahrung. Ich habe viel trainiert, fühle mich relaxt und frei - und der Rest wird in Kürze auch wieder da sein."

Sein größter Wunsch für 2013 ging mit dem Cockpit bei Force India bereits in Erfüllung, nun kann sich der 30-Jährige wieder auf sportliche Ziele konzentrieren - und da fehlt ihm noch eine Sache im Portfolio: "Nach 90 Grands Prix, fünf Jahren warten und mit Platz vier knapp am Podium vorbeischrammen, möchte ich endlich auf dem Podest stehen. Das ist mein Wunsch für 2013." Bisher gelang das bei den Indern allerdings nur Giancarlo Fisichella.

Fotoquelle: xpbimages.com

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