Horner gut gelaunt: Die Kleiderordnung am Kommandostand macht Freude

Formel 1 2013

— 04.03.2013

Red Bull: Komplett verrückt und immer hässlicher

Warum Arbeitsplätze in Milton Keynes begehrt sind, Adrian Newey jegliche Vernunft vermissen lässt und Manchester United sein Ebenbild gefunden hat



Seit drei Jahren ist Red Bull in der Formel 1 das Maß der Dinge. Viele Konkurrenten befürchten, dass sich daran 2013 wenig ändert, zumal der RB9 bei den Testfahrten in Jerez und in Barcelona einen gewohnt starken Eindruck hinterließ. Hinzu kommt, dass der Freiraum für Verbesserungen und damit das Potenzial der Gegner schwindet: "Seit 2009 gab es vom Reglement her ständig Restriktionen. Unser Spielraum wurde kleiner und kleiner", erklärt Chefdesigner Adrian Newey dem 'Red Bulletin'.

Doch was ist das Erfolgsgeheimnis? Christian Horner meint im Gespräch mit der Hausdepesche des Brauseriesen, er habe immer ein offenes Ohr für seine Mitarbeiter: "Wir haben eine sehr flache Hierarchie. Jeder Verbesserungsvorschlag wird gehört", so der Teamchef, der Schlips und Kragen nur zu offiziellen Anlässen aus dem Kleiderschrank holt. Das hat weniger mit seiner legeren Art als mit der Philosophie in Milton Keynes zu tun. Stocksteif will sich die Truppe in der Formel 1 nicht präsentieren.

Jeans schlägt feinen Zwirn

Horner unterstreicht die Kleiderordnung: "Wir sind das Team mit der höchsten Jeans- und der geringsten Krawattendichte." Ob es nun der sportliche Erfolg oder die sportlichen Teamoutfits sind, die Red Bull attraktiv machen - Stellen bei den Österreichern sind heiß begehrt. "Wir bekommen viele Jobanfragen von Mitgliedern anderer Teams. Das Red-Bull-Hemd übt eine große Faszination aus", so der Brite, der nicht gerade bescheiden von seinem Arbeitgeber spricht und einen gewagten Vergleich anstellt.

Denn wenn die Formel-1-Mannschaft ein Fußballverein wäre, so käme für Horner nur Manchester United in Betracht. "Selbst wenn wir als Organisation viel jünger sind und Sir Alex Ferguson mein Vater sein könnte", bemerkt der 39-Jährige schmunzelnd über das Trainerurgestein in Old Trafford. "Genau wie wir geben sie nie auf, stecken sich hohe Ziele und sind mit Platz zwei nicht zufrieden", zeichnet Horner die Parallelen zwischen den "Red Devils" und der blauen Armada aus Milton Keynes nach.

Adrian, der Bruchpilot

Wenn Red Bull allerdings einen Preis nicht gewinnt, dann vermutlich den für das ästhetischste Auto. "Schönheit liegt, so heißt es, im Auges des Betrachters", gibt sich Newey auf den RB9 angesprochen diplomatisch, räumt aber ein: "Die Stufe in der Nase ist gewöhnungsbedürftig." Doch für das Aerodynamik-Genie stehen solche Dinge nicht ganz oben auf der Prioritätenliste und im Einklang mit dem Reglement. "Seit 1998, als man die schmäleren Autos eingeführt hat, wurden die Proportionen weniger stimmig."

Auch hinter dem Steuer soll Newey eine flotte Sohle auf den Asphalt legen, glaubt man Horner: "Adrian ist komplett verrückt und völlig furchtlos", erklärt er über die Fahrkünste des Designers, der sich im vergangenen Jahr hinter das Steuer "seines" Boliden klemmen durfte. Würden nicht Sebastian Vettel und Mark Webber die Pilotenrolle einnehmen, sondern ihre Chefs, gäbe sich Horner fast geschlagen: "Er wäre garantiert schneller als ich. Aber ob er ins Ziel käme? Ich bin froh, dass er nicht im Auto sitzt."

Fotoquelle: Red Bull / GEPA

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