Im Zentrum des Streits: das TF127-Modell, das an den Force India erinnert

Formel 1 2013

— 06.03.2013

Neuverhandlung im Fall Force India vs. Caterham fix

Nachdem das Urteil im Spionagefall zwischen Force India und Caterham fehlerhaft war, wird der Fall nun komplett neu verhandelt - Die Inder wollen mehr Schadenersatz



Der Gerichtsfall zwischen Force India und dem Caterham geht nun endgltig in die letzte Runde und wird komplett neu aufgerollt. Das besttigt der stellvertretende Force-India-Teamchef Robert Fernley gegenber 'Motorsport-Total.com'. "Die Frage war, ob wir gengend Material haben, damit es eine komplette Neuverhandlung vor dem Berufungsgericht gibt", sagt der Brite. "Die Antwort ist ja."

Der Gerichtstermin ist auch schon festgelegt - die Verhandlung ist von 17. bis 20. Juni 2013 anberaumt. Der Gesetzesbruch des damaligen Lotus-Rennstalls liegt bereits mehr als drei Jahre zurck: Die Truppe unter der technischen Leitung von Mike Gascoyne griff bei der Entwicklung des Prototypen fr die Saison 2010 auf den Windkanal, das Personal und das Know-how von Fondmetal und speziell der Windkanal-Firma Aerolab zurck.

Aerolab war zuvor fr Force India ttig gewesen, hatte die Zusammenarbeit aber wegen ausbleibender Zahlungen beendet. Als im November 2009 die ersten Modellfotos des TF127 verffentlich wurden, ahnten die Inder einen Spionageskandal - das Modell wirkte wie eine Kopie des Force-India-Boliden der Saison 2009.

Die Truppe von Vijay Mallya reichte also eine Klage gegen das sptere Caterham-Team ein - das erstinstanzliche Urteil im Mrz 2012 besagte allerdings, dass die Copyrightverletzung unwesentlich sei. Spter stellte sich aber heraus, dass das Urteil unrichtig war: Ein leitender Aerolab-Techniker hatte whrend des Urlaubs systematisch CAD-Dateien kopiert, worauf auch die hnlichkeit der beiden Boliden zurckzufhren war.

Daraufhin legte Force India Berufung ein, schlielich erhielt man zwar 21.000 Pfund Schadenersatz, weil Lotus fremdes geistiges Eigentum genutzt hat, musste aber die Prozesskosten und andere Aufwnde in Hhe von 650.000 Pfund tragen. Das Team hofft, dass man in zweiter Instanz mehr Schadenersatz bekommt.

Mitte November 2012 wurde der Berufung stattgegeben - nun ist auch fix, dass ein neues Urteil nicht auf Basis der vorliegenden Akten und Informationen gefllt wird, sondern dass es zu einer kompletten Neuverhandlung kommt. "Es geht nicht darum, ob Caterham schuldig oder unschuldig ist", sagt Fernley. "Das ist bereits erwiesen. Es geht jetzt darum, wie hoch der Schadenersatz sein wird." Auf die Frage, ob es noch eine Chance auf eine auergerichtliche Einigung gbe, schttelt der stellvertretende Teamchef den Kopf.

Fotoquelle: Lotus

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