Bottas will mit Williams mindestens eines der "großen" Teams ärgern

Formel 1 2013

— 09.03.2013

Bottas' Erfolgsrezept: Klappe halten, schnell sein

Der Williams-Rookie will sich in die Phalanx der finnischen Formel-1-Stars einreihen, betreibt keine Paydriver-Schelte und sieht sich nicht als Kumpeltypen



Suomi ist eine kleine Nation, die eine Reihe großer Rennfahrer herausgebracht hat. Die finnische Formel-1-Dynastie setzt Valtteri Bottas fort. Der Williams-Aufsteiger, der in der kommenden Woche in Australien seine Rennpremiere feiern wird, will seinem erfolgsverwöhnten Heimatland alle Ehre machen: "Dank Keke, Mika und Kimi (Rosberg, Häkkinen und Räikkönen, Anm. d. Red.) ist das Niveau gestiegen und nach dieser Tradition will ich mich richten", sagt Bottas 'motorsportmagazine.com'.

Der 23-Jährige spricht von Stolz und viel Unterstützung aus dem hohen Norden, dem er allerdings den Rücken gekehrt hat: "Wir haben alle mehr oder weniger die gleiche Mentalität", skizziert er das finnische Gemüt. "Manchmal ist es besser, still zu sein und die Dinge auf der Strecke auszutragen." Abseits der Grand Prix sucht Bottas die Abgeschiedenheit. Er wohnt in einem abgelegenen Cottage in der Nähe von Oxford. Mit Freundin Emilia, einer Schwimm-Olympionikin, meidet er die Öffentlichkeit.

Bottas schafft sich diesen Freiraum ganz bewusst: "Wo ich lebe, gibt es den Sound der Formel 1 nicht", unterstreicht er. Im Winter hat er sich dem Fitnesstraining gewidmet, wirkt in einer körperlichen Verfassung wie nie zuvor. Überhaupt scheint Disziplin eine seiner Stärken zu sein, was während seiner Tätigkeit als Test- und Freitagspilot bei Williams deutlich wurde: "Es war nicht immer einfach, Senna das Auto fahren zu sehen, aber es war die beste Möglichkeit", so Bottas über die abgelaufene Saison.

Der sympathische Finne scheint nicht in die Formel 1 gekommen zu sein, um in Poesiealben zu schreiben. So kommentiert er eine Aussage seines Teamkollegen Pastor Maldonado, der sich als "Freund" Bottas' bezeichnet hatte, zurückhaltend: "Abwarten", sagt der ehemalige GP3-Champion. "Wir sind beide Wettkämpfer." Das wird anhand des Saisonziels deutlich. Vorgenommen hat sich Grove einen Platz unter den Top 5 der Konstrukteurs-WM. Red Bull, Ferrari, McLaren, Mercedes oder Lotus müssen also geschlagen werden.

Der dieser Tage grassierenden Paydriver-Kritik will sich Bottas, der selbst das Geld eines finnischen Konzerns mitbringt, nicht: "Ich denke, dass alle Fahrer wirklich gut sind und ihren Platz in der Formel 1 verdient haben", erklärt er gegenüber 'Autosport', räumt aber ein, dass Talente im Kampf um Sponsorengelder auf der Strecke bleiben: "Es gibt Piloten, die ein Cockpit verdient hätten, aber nicht die finanzielle Unterstützung haben wie andere. Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein." Bottas ist es.

Fotoquelle: xpb.cc

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