Schumacher zieht es so schnell nicht zurück in den Grand-Prix-Zirkus

Formel 1 2013

— 10.03.2013

Lieber Reiter als TV-Star: Schumacher will nicht ins Fernsehen

Der zurückgetretene Rekord-Weltmeister hat kein Interesse daran, Rennanalysen als Experte zu betreiben und am Pferdesport großen Gefallen gefunden



Bevor er seinen Rücktritt offiziell machte, rätselte die Formel-1-Welt, was Michael Schumacher mit üppiger Freizeit im Ruhestand so anfangen könnte. Die ersten drei Monate seines zweiten Daseins als Motorsport-Rentner hat der Rekordchampion dazu genutzt, zu tun und zu lassen, was ihm Spaß bereitet: "Ich habe meine Zeit seit Januar so verbracht, wie ich es am liebsten tue: ganz viel gemeinsam mit der Familie und aktiv", schildert er der 'Bild am Sonntag' einen Winter ohne Verpflichtungen.

Während seine neue Rolle als Daimler-Botschafter noch nicht im Detail definiert ist, tritt der 44-Jährige anderweitig als Repräsentant auf. Schumacher wirbt für die Pferdedecken-Kollektion seiner Corinna. "Meine Frau unterstützt mich seit vielen Jahren uneingeschränkt, da ist es selbstverständlich, dass ich für sie das gleiche tue", erklärt er dem Blatt. Das Leben als Ehemann einer Pferdezüchterin, die in der Schweiz und den USA an zwei Standorten aktiv ist, bestimmt seinen Alltag mit.

Daran hat Schumacher mittlerweile Gefallen gefunden und sattelt selbst den Gaul: "Jetzt kann ich es ja sagen, anfangs habe ich das vor allem Corinna zuliebe gemacht - aber inzwischen macht es immer mehr Spaß." Offenbar sogar so viel, dass sich der frühere Ferrari- und Mercedes-Pilot sogar zu Turnieren wagt. Zurück an die Formel-1-Rennstrecken zieht es Schumacher zunächst nicht, den Saisonauftakt kommende Woche in Melbourne wird er nach eigener Aussage "zu Hause, vor dem Fernseher" verfolgen.

Für einen TV-Sender am Mikrofon zu stehen und seine Weisheiten zum Renngeschehen in die Welt zu posaunen, das ist nicht Schumachers Wunsch. "Als sogenannter Experte durch die Fahrerlager dieser Welt zu tigern, das wäre nicht mein Ding." Der Wahl-Schweizer erkennt eigene Grenzen und will dem Zuschauer keine Halbwahrheiten verkaufen: "Erstens ist die Formel 1 so schnelllebig, dass ja sogar ich eigentlich schon weit weg bin. Insofern ist das oft Stochern im Nebel, und das liegt mir nicht."

Außerdem wäre ein Job vor der Kamera doch wieder das Ende des selbst verordneten Ruhestandes: "Zweitens wäre ich dann ja wieder nicht mit meiner Familie zusammen - da wäre ich besser weitergefahren, das hätte mehr Spaß gemacht." Mit motorisierter Action muss aber dennoch nicht Schluss sein, schließlich soll Schumacher laut Medienberichten in der kommenden Woche für die Testfahrten der Internationalen Deutschen Superbike-Meisterschaft (IDM) in Valencia gemeldet sein.

Fotoquelle: xpbimages.com

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