Caterham-Testfahrer Alexander Rossi ist derzeit der einzige US-Boy in der Formel 1

Formel 1 2013

— 11.03.2013

Formel 1 in den USA: Strecke vorhanden, Fahrer gesucht

Mit dem Circuit of The Americas hat die Formel 1 eine neue Basis in den USA, doch einheimische Rennfahrer tun sich beim Sprung in der Königsklasse schwer



Mit dem Großen Preis der USA auf dem Circuit of The Americas in Austin feierte die Formel 1 im vergangenen November eine triumphale Rückkehr in die Vereinigten Staaten. Nachdem zahlreiche frühere Anläufe, die Königsklasse des Motorsports im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu etablieren, gescheitert waren, scheint die Formel 1 mit der spektakulären Strecke am Rand der texanischen Hauptstadt nun eine Basis in den USA gefunden zu haben. Um die Formel-1-Begeisterung dort endgültig zu entfachen, fehlt nur noch ein einheimischer Rennfahrer.

"Wir haben in Austin einen Anker gelegt. Das ist eine Weltklasse-Einrichtung. Aber es ist so, als hätte man ein NFL-Stadion, aber kein Heimteam", bringt der ehemalige Grand-Prix-Pilot Derek Daly, der zwar aus Irland stammt, aber seit vielen Jahren in den USA lebt, gegenüber der Zeitung 'The Statesman' mit einem Vergleich zum US-Profifootball die Situation auf den Punkt. Aktuell gibt es mit Alexander Rossi zwar einen US-Amerikaner in der Formel 1, allerdings nur in der Rolle des Testfahrers für Caterham.

Das Team hat zwar angekündigt, dass Rossi auch in dieser Saison bei einigen Rennwochenenden im ersten Freien Training das Auto fahren soll, ob dem 21-Jährigen aber der Aufstieg zum Stammfahrer gelingt, ist fraglich. Denn obwohl die USA für die in der Formel 1 beteiligten Hersteller und Sponsoren ein wichtiger Markt sind, kämpfen auch die US-Piloten in den Nachwuchsserien um das notwendige Budget und genießen wegen ihrer Herkunft keinen Vorteil.

"Was uns im Motorsport voranbringt, ist Geld. Es geht zu 80 Prozent ums Geld und zu 20 Prozent ums Fahren. Du musst die richtigen Leute um dich haben und zur richtigen Zeit Resultate abliefern", erklärt Conor Daly. Der Sohn von Derek Daly fuhr im vergangenen Jahr für Force India einen Aerodynamik-Test und ist ein weiteres vielversprechendes Talent aus den USA. 2012 fuhr er in der GP3, in der vergangenen Woche testete er in Barcelona für das deutsche GP2-Team Hilmer.

Der 21-Jährige, der von seinem Vater gemanagt wird, plant in diesem Jahr den Aufstieg in die GP2. Doch dies ist nicht ohne finanzielles Risiko möglich, wie der Vater erklärt. Zur Not müsse man auch einen Vertrrag unterschreiben, ohne dass die Finanzierung der kompletten Saison gesichert ist. "Es ist durchaus möglich, dass wir ein Abkommen schließen und uns dann Gedanken darüber machen müssen, wie wir die restlichen Puzzlestücke zusammensetzen können. Das ist ein hohes Risiko, aber das muss man eingehen", so Derek Daly.

Vor einigen Jahren galt auch Jonathan Summerton als möglicher Kandidat für die Formel 1. Der heute 24-Jährige fuhr 2006 und 2007 in der Formel-3-Euroserie. 2006 war er bei Mücke Teamkollege von Sebastien Buemi, und behielt im Teamduell mit dem späteren Toro-Rosso-Piloten mit einem Sieg und zwei weiteren Podiumsplatzierungen die Oberhand. Viele seiner damaligen Gegner wie Sebastian Vettel, Paul di Resta oder Romain Grosjean fahren heute in der Formel 1, Summerton gelang der Aufstieg jedoch nicht.

"Es ist schön zu wissen, dass ich auch dort sein könnte, aber ich habe den Sprung nicht geschafft. Es waren unglückliche Umstände und der falsche Zeitpunkt", beklagt Summerton, der lange Zeit mit dem letztlich gescheiterten USF1-Team in Verbindung stand. "Ich habe mehrere Jahre lang an die Tür der Formel 1 geklopft. In diesem Jahr habe ich mit Lotus über die Möglichkeit gesprochen, ihr dritter Fahrer zu werden, aber es hat nicht funktioniert", sagt der Pilot aus Florida.

So warten die USA weiterhin auf einen Fahrer, der die Nachfolge von Scott Speed antreten kann, der als bislang letzter US-Pilot ein Formel-1-Rennen bestritt. Derek Daly glaubt jedoch, dass die Rückkehr der Formel 1 in die USA den einheimischen Piloten Rückwind geben wird: "Bevor es diese Strecke gab, haben viele amerikanische Fahrer wohl kaum geglaubt, dass sie es schaffen können. Aber dann ist etwas Beispielloses gelungen, und das Nächste (der Aufstieg eines US-Amerikaners in die Formel 1, Anm. d. Red.) nimmt gerade Schwung auf."

Fotoquelle: Caterham

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