Kimi Räikkönen freut sich auf den Start in die neue Formel-1-Saison

Formel 1 2013

— 11.03.2013

Melbourne: Lotus will wieder überraschen

Kimi Räikkönen und Romain Grosjean gehen mit einer Portion Ungewissheit in den ersten Grand Prix des Jahres: Wo reiht sich Lotus in Australien ein?



In vier Tagen geht das Formel-1-Spektakel wieder los. Bei den ersten Freien Trainings am kommenden Freitag in Melbourne wird man sicherlich an vielen Autos einige Neuerungen entdecken, aber Hinweise auf die Hackordnung 2013 wird es wohl kaum geben. Erst am Samstag im Qualifying werden die Karten wirklich aufgedeckt. Bis dorthin ist Geduld gefragt. Auch die Lotus-Piloten blicken voller Spannung auf den ersten Grand Prix der neuen Saison.

"Bei den Tests hatten wir unsere Probleme, aber wir haben auch viele Kilometer absolvieren können. Natürlich wären wir gern mehr gefahren, aber es ist nun einmal nicht zu ändern", blickt Lotus-Pilot Kimi Räikkönen auf die Arbeit der vergangenen Wochen zurück. "Wir gehen ins erste Rennen und schauen dann mal, wo wir stehen. Große Sorgen bezüglich der Zuverlässigkeit mache ich mir nicht", so der Finne, der bei den Tests in Spanien unter anderem mit Getriebeproblemen zu kämpfen hatte.

Im vergangenen Jahr sei man auch nach Schwierigkeiten in den Wintertests ab dem ersten Rennen gut gefahren, meint Räikkönen. In diesem Jahr könnte es ähnlich sein. Die Rundenzeiten bei den Tests seien vielversprechend gewesen. "20 Kilogramm mehr oder weniger Sprit machen viel aus. Wir haben keine Ahnung, wer beim Test wie schwer war. Mal sehen, wie es in Australien laufen wird. Hoffentlich sind wir schnell und erwischen einen guten Start ins Jahr."

Der Saisonstart soll die Basis liefern

Laut Ex-Weltmeister hat Lotus in diesem Jahr ein gutes Auto. Der E21 sei in allen Bereichen verbessert. "Es gibt keinen konkreten Bereich, wo ich sagen würde, dass es vielleicht schlechter ist. Das Auto ist in allen Bereichen besser. Im vergangenen Jahr waren wir schnell, aber nicht schnell genug für den Titelkampf. Das bedeutet, dass wir dieses Jahr schneller sein müssen. Wenn wir einen Hauch besser werden, unsere Konstanz behalten und einen guten Auftakt erwischen, dann haben wir eine deutlich bessere Chance."

Räikkönen geht nach seinem Comeback in das zweite gemeinsame Jahr mit Lotus. "Das hilft", sagt er. "Aber ob es letztlich einen Unterschied ausmacht, kann man nicht sagen. Natürlich ist es gut, wenn man sich schon kennt und die Techniker besser verstehen, was ich von einem Auto verlange. Aber bringt dies automatisch bessere Ergebnisse? Ich weiß es nicht", rätselt er. Ohne konkretes Ziel geht nach Australien. "Wir wollen die ersten Rennen einfach besser gestalten als die ersten Rennen des Vorjahres."

"Australien ist toll, auch wenn es weit weg von Europa ist", blickt Räikkönen auf die bevorstehenden Aufgaben auf der anderen Seite der Weltkugel. "Die Strecke ist nicht gerade die schwierigste des Jahres. Beim ersten Auftritt im Albert Park habe ich gepunktet, später einen Podestrang geholt und 2007 sogar gesiegt. Das war toll. Seither hat sich die Strecke überhaupt nicht verändert. Ich weiß also, wo es lang geht", scherzt er angesichts seiner kurzfristigen Orientierungslosigkeit in Brasilien 2012.

Räikkönen mit guten Melbourne-Erfahrungen

"Es ist kaum einzuschätzen, wie sich unser Auto dort präsentieren wird. Es ist keine permanente Rennstrecke, daher geht es immer sehr rutschig los. Manchmal überrascht uns das Wetter dort", so Räikkönen. "Endlich sehen wir, wo wir im Vergleich zu den anderen Teams stehen. Man braucht in Melbourne eine gute Traktion. Der neue E21 ist diesbezüglich besser als der E20, der auch schon nicht übel war. Auch gutes Einlenken und Stabilität auf der Bremse sind wichtig. In diesen Bereichen sehe ich uns ganz gut aufgestellt."

"Ich freue mich auf den Saisonstart", stimmt Teamkollege Romain Grosjean zu. "Wir haben im Winter einiges von dem umsetzen können, was wir uns vorgenommen hatten - auch wenn die Bedingungen nicht immer optimal waren. Wir sind bereit für den Albert Park. Es ist eine Strecke, die zu meinen Favoriten gehört. Wir wollen bestmöglich in die Saison starten." Auch Grosjean ist überzeugt, dass der neue E21 besser sein wird als das Vorgängermodell.

"Ein klares Bild bekommen wir aber erst im Qualifying in Melbourne. Bei den Tests haben wir gut ausgeschaut, aber ein Rennwochenende ist immer noch einmal etwas anderes. Vielleicht können wir wieder überraschen", sagt der 26-Jährige, der 2012 von Startplatz drei ins Rennen ging. "Ich habe jetzt mehr Erfahrung als im Vorjahr. Ich will die Arbeit der vergangenen Monate in gute Resultate umsetzen. Ich fühle mich deutlich besser vor dem Start in die diesjährige Saison. Im vergangenen Jahr gab es Höhen und Tiefen. Ich möchte nun mein Potenzial immer abrufen und Konstanz hereinbringen."

Grosjean will Potenzial konstant abrufen

"Es ist immer gut, wenn man in einer Serie weitermachen darf. Man kennt die Strecken, kennt die Autos und weiß, wie ein Rennwochenende abläuft - was man machen darf und was nicht", sagt Grosjean. "Es ist ebenfalls wichtig, dass man das Team schon kennt. Wir haben das Setup des vergangenen Jahres als Basis und bauen darauf auf. Die Ingenieure sind die gleichen wie 2012, wir alle kennen die Daten aus dem Vorjahr. Wir haben also einen soliden Ausgangspunkt. Bei den Tests durfte ich auch mal mit Kimis Ingenieuren zusammenarbeiten. Das war gut. Wir haben keine Geheimnisse. Alle Daten werden offengelegt."

"Das Verhältnis zwischen Kimi und mir ist okay. Wir setzen uns gegenseitig richtig unter Druck, aber gehen respektvoll und fair miteinander um", beschreibt der Franzose mit Wohnsitz in Genf. "Unser Team hat dermaßen viel Tradition. Lotus hat drei Konstrukteurstitel gewonnen. Hoffentlich kommen noch mehrere hinzu. Unsere Topleute wissen, wie man ein gutes Auto baut. In den vergangenen vier Jahren ging es stetig bergauf. Wir wollen weiter vorankommen. Ich bin sicher, dass wir das schaffen können."

Wirklich sicher sein kann man allerdings frühestens nach den ersten Rennen des Jahres. Die neue Hackordnung muss sich in den kommenden Wochen zunächst noch herauskristallisieren. Das weiß auch Grosjean. "Ich selbst habe auch viel darüber nachgedacht, aber eine Antwort gibt es wirklich erst im Qualifying in Melbourne", sagt er. "Natürlich will man immer ganz vorne sein. Das ist das Ziel, für das wir alles geben. Solange ich mein Maximum abrufen kann, ist alles okay."

Fotoquelle: Lotus

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