Fernando Alonsos Gage wird zum Teil von Santander-Chef Emilio Botin bezahlt

Formel 1 2013

— 12.03.2013

Trotz Vettel: Alonso bleibt Topverdiener in der Formel 1

Autoreifen und Haarshampoo zum Trotz: Nicht Dreifach-Weltmeister Sebastian Vettel, sondern Fernando Alonso wird auch 2013 bestverdienender Formel-1-Pilot sein



Dreimal hintereinander Weltmeister, aber nicht Topverdiener der Formel 1: Sebastian Vettel soll Medienberichten zufolge zwar eine Gehaltserhhung erhalten haben und damit in die Verdienstregionen von Superstar Fernando Alonso vorgedrungen sein, doch der Spanier, zuletzt in den Jahren 2005 und 2006 Champion der Knigsklasse, kassiert offenbar immer noch eine hhere Gage. Whrend Red-Bull-Konzernchef Dietrich Mateschitz fundierten Schtzungen zufolge ein Jahresgehalt von 22 Millionen Euro fr Vettel abgesegnet haben soll, drfte Alonso von Ferrari noch einen Tick mehr (23 Millionen Euro) einstreifen.

Aufgrund der strengen Verschwiegenheitsklauseln in allen Fahrervertrgen ist es so gut wie unmglich, wirklich fundierte und serise Gehaltsdaten zu recherchieren. Motorsport-Total.com stellt dennoch eine grobe Schtzung an, basierend auf Aussagen von Insidern, die sich unter dem Grundsatz der Vertraulichkeit auf ein Anschreiben hin geuert haben, basierend auf Medienberichten, Expertenmeinungen aus dem Fahrerlager und gesundem Menschenverstand. Nicht von uns bercksichtigt werden Einnahmen aus Werbevertrgen, die manche Fahrer parallel zu ihren Engagements bei den Teams abgeschlossen haben.

Sebastian Vettel knnte sich aus diesem lukrativen Topf wahrscheinlich grozgig bedienen, wrde er es drauf anlegen, doch abgesehen von einem aktuellen Werbespot fr Tirendo und einer frheren Kampagne fr Head & Shoulders hlt sich der 25-Jhrige von den TV-Bildschirmen der deutschen Wohnzimmer weitgehend zurck.

Langsam wandert Vettels Blick Richtung Fahrersitz, die Mundwinkel ziehen sich bereits nach oben. "Hier Vettel, merkste was?" Filmpartner Uke Bosse will was vom Weltmeister: Billige Reifen. "Jetzt kommt's", wei Vettel und sein "Kumpel" legt los: "Jetzt, wo du Weltmeister bist, du hast ja jetzt die Connections, kannst du mir da nicht irgendwas drehen?" Vettel kann. So launig der neuste Werbesport des Formel-1-Champions auch ist - er ist ein seltenes Ereignis. Vettel verzichtet grtenteils auf groe Werbedeals und macht sich rar.

Alonso verdient auch mit Werbung Millionen

Der Heppenheimer muss sich hinter seinem Dauerrivalen Alonso ausnahmsweise mal mit Platz zwei begngen. Fr Alonso muss Ferrari deutlich tiefer in die Tasche greifen als Red Bull fr Vettel, zudem ist der Spanier ein gefragter Werbetrger. Whrend Vettel Schtzungen zufolge rund 22 Millionen Euro pro Jahr einnimmt, spielt Alonso mit insgesamt 33 Millionen (davon 23 von Ferrari) immer noch in einer anderen Liga.

"Geld ist nur Mittel zum Zweck, mehr nicht. Mir ist meine persnliche Freizeit wichtiger und dass ich Zeit habe fr die wirklich wichtigen Dinge im Leben", sagte Vettel zuletzt und stellte damit nicht zum ersten Mal klar, warum er auf Werbemillionen verzichtet. Auerdem msse der Sponsor wie in dem Reifenspot "einfach zu mir passen". So bleibt Vettel fr viele potenzielle Partner nur der Traum vom idealen Werbetrger: jung, dynamisch und erfolgreich, spitzbbisch und sympathisch, erfolgsorientiert. Seine knappe Freizeit verbringt der 25-Jhrige lieber "beim Sport. Fuball mit meinen Kumpels, Badminton, Radfahren." Auerdem geniee er es, "im eigenen Bett zu schlafen und einmal selbst in der Kche am Herd zu stehen".

Wie Alonso, der als spanischer Sportheld und Gesicht der Scuderia gleich zwei Werbemrkte abschpft, ist auch Hamilton ein Liebling der Werbeindustrie. Beide fllen sich hier noch einmal krftig die Taschen. Aber auch Ex-Weltmeister Jenson Button, nach Hamiltons Abgang die Nummer eins bei McLaren, und Hamilton-Kumpel Nico Rosberg sind Stars von TV-Spots.

Webber und Massa auch finanziell im Schatten der Teamkollegen

Zumindest in der vergangenen Saison zhlte auch Kimi Rikknen zu den absoluten Topverdienern der Formel 1. Mit seinem Sieg in Abu Dhabi und insgesamt 207 WM-Punkten kassierte der "Iceman" zuverlssigen Informationen zufolge rund 18 Millionen Euro von Lotus - acht Millionen als Fixum, zehn Millionen in Form von Punkteprmien. Dass die Prmien nicht wie bei anderen Teams blich ab einem gewissen Punkt gedeckelt sind, ist wohl dem Verhandlungsgeschick seiner Manager Steve und David Robertson zu verdanken.

Mark Webber und Felipe Massa hatten nach sportlich nicht ganz so berzeugenden Performances vermutlich einen schweren Stand dabei, ihr neues Gehalt fr den 2013er-Einjahresvertrag auszuhandeln, und werden von verschiedenen Branchenkennern auf fnf bis maximal sieben Millionen Euro eingeschtzt. Unklar ist, wie viel Sergio Perez als Newcomer bei McLaren verdient - und wohl auch abhngig davon, wie viel seine mexikanischen Sponsoren zum Teambudget beitragen.

Etwa ein Drittel aller Fahrer hat sein Formel-1-Cockpit fr 2013 vor allem der millionenschweren Mitgift von Sponsoren zu verdanken. Selbst diese Piloten kassieren in der Regel aber ein (verhltnismig bescheidenes) Grundgehalt. Zum Beispiel: Bringt Fahrer X ein Sponsorenbudget von fnf Millionen Euro zum Team, kann er mit dem Team aushandeln, dass ihm im Gegenzug ein Gehalt ausbezahlt wird. Dieses liegt in der Regel bei rund zehn Prozent des Sponsorenbetrags.

Geschtzte Fahrergagen 2013*:
01. Fernando Alonso (Ferrari) - 23
02. Sebastian Vettel (Red Bull) - 22
03. Lewis Hamilton (Mercedes) - 20
04. Kimi Rikknen (Lotus) - 18
05. Jenson Button (McLaren) - 12
05. Nico Rosberg (Mercedes) - 12
07. Mark Webber (Red Bull) - 5
07. Felipe Massa (Ferrari) - 5
09. Sergio Perez (McLaren) - 3
10. Pastor Maldonado (Williams) - 1,5
10. Adrian Sutil (Force India) - 1,5
12. Nico Hlkenberg (Sauber) - 1,0
12. Romain Grosjean (Lotus) - 1,0
14. Paul di Resta (Force India) - 0,8
15. Max Chilton (Marussia) - 0,5
16. Esteban Gutierrez (Sauber) - 0,4
16. Jean-Eric Vergne (Toro Rosso) - 0,4
16. Daniel Ricciardo (Toro Rosso) - 0,4
16. Charles Pic (Caterham) - 0,4
20. Valtteri Bottas (Williams) - 0,3
20. Jules Bianchi (Marussia) - 0,3
20. Giedo van der Garde (Caterham) - 0,3

* in Millionen Euro

Fotoquelle: Ferrari

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