Felipe Massa will 2013 zum neuen "Reifenflüsterer" der Formel 1 werden

Formel 1 2013

— 14.03.2013

Massa: "Der Fahrer, nicht der Reifen macht den Unterschied"

Ferrari sieht sich zum Saisonstart in einer deutlich besseren Ausgangsposition als noch 2012 - Alonso mit guter Melbourne-Bilanz, Massa weniger erfolgreich



Der Saisonstart und Ferrari, das passte in den vergangenen zwei Jahren zusammen wie Italien und weich gekochte Pasta. Die Tatsache, dass der Vorjahreswagen grtenteils bernommen und partiell zum F138 weiterentwickelt wurde, stimmt die Roten in Bezug auf 2013 optimistischer. Wie das Team verlautbaren lsst, ist ein Podiumsplatz in Melbourne das offizielle Ziel. Kurz vor dem Abflug nach Australien mussten alle Beteiligten in Maranello noch zum Rapport bei Prsident Luca di Montezemolo antreten.

Fernando Alonso tappt im Dunkeln, wenn es um Prognosen geht: "Es ist nicht schwierig, besser in das Jahr zu starten als 2012. Schlechter geht es ja kaum", blickt er auf einen verkorksten Einstand zurck, aus dem er mit fahrerischer Brillanz allerdings wochenlang noch das Optimum herausholte. So weit will der Spanier es nicht kommen lassen: "Der Winter war viel besser. Wir haben das Auto verstanden, mit ihm gearbeitet und mehr oder weniger die Resultate erzielt, die wir uns versprochen hatten."

Zwar htten Zuversicht und Optimismus Einzug in die Scuderia-Box gefunden. "Aber wer wei schon?", rtselt Alonso und warnt davor, mit dem falschen Fu aufzustehen. "Ich denke, es wird eine interessante Saison und ein sehr schwieriger erster Teil mit Australien und Malaysia. Schwierige Kurse, schwieriges Wetter." In der Vergangenheit meisterte er diese Herausforderung. In Melbourne, einem seiner Lieblingskurse, steht fr den Ex-Weltmeister ein Sieg aus dem Jahr 2006, damals im Renault, zu Buche.

Ferrari in besserer Frhform

Wie bei so vielen Kriterien schlgt auch bei der Australien-Bilanz des Routiniers die Konstanz durch. Seit 2004 erreichte er nie schlechter klassiert als auf Rang fnf das Ziel, seit 2008 jedoch gab es keinen Podestbesuch mehr. "Es ist eine gute Gelegenheit, Punkte zu sammeln, aber ich habe keine Ahnung, wie schnell wir sind." Ein gutes Auto wird auch Felipe Massa brauchen, um seine Formsteigerung des vergangenen Herbsts fortzusetzen. Der Brasilianer hatte angekndigt, um den WM-Titel fahren zu wollen.

Schwchen aus der Vergangenheit, sowohl am Auto als auch bei sich persnlich, will Massa hinter sich lassen. "Das Hier und Jetzt ist es, was zhlt", betont er, misst den Testfahrten aber keine zu groe Bedeutung bei, weil die Teams erst im Albert Park mit gleichen Reifen und gleicher Spritmenge die Boxengasse verlieen - und selbst das wrde nicht alle Fragen beantworten. "Wir haben anhand des vergangenen Jahres nachvollzogen, in welche Richtung wir entwickeln mssen. Das neue Auto ist besser als das, was wir im vergangenen Jahr hatten."

Erst ein Massa-Podium in Melbourne

Anhaltspunkte fr seine Theorie erkennt Massa darin, dass die Probleme bei den Tests deutlich weniger gewesen sein als noch 2012. "Das Fahrgefhl ist viel besser", schwrmt er. "Die Reifen sind etwas weicher als im Vorjahr." Der Vizeweltmeister von 2008 hat den Ruf, mit besonders weichem Material besser umzugehen als die Konkurrenz. Er fordert: "Wir mssen daran arbeiten, mglichst viel ber die die verschiedenen Reifentypen zu verstehen. Nichts anderes, als wir in der Vergangenheit getan haben."

Massa zieht Singapur 2012 als Przedenzfall heran, wo er durch achtsame Fahrweise auf seinem abschlieenden Stint sehr viel mehr Runden drehte als das Team kalkuliert hatte und so viele Positionen gewann. "Es ist immer mglich, seinen Stil anzupassen, um mit dem Abbau klarzukommen. Dazu spielt es eine Rolle, wie man das Auto whrend der Saison weiterentwickelt." Und genau in diesem Punkt will Massa trotz ausgebliebener Rennsiege vieles richtig gemacht haben.

Er schtzt sich vor Kritik. Allen voran die Tatsache, dass er sei Brasilien 2008 nicht mehr siegreich war, wird Massa zur Last gelegt. "Ich habe meinen Job ordentlich gemacht gemessen an dem, was das Auto zulie." Down Unter war das nicht immer der Fall. Bei zehn Rennstarts erreichte Massa nur viermal das Ziel, einmal landete er als Dritter auf dem Podium. Das war 2010. Im Qualifying im Albert Park ist es dem 31-Jhrigen noch nie gelungen, sein Auto unter die Top 3 zu befrdern. Aber bei Ferrari und ganz besonders bei Massa soll ja alles besser werden.

Fotoquelle: xpbimages.com

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