Der superweiche Pirelli ist in Melbourne ein reiner Qualifikations-Reifen

Formel 1 2013

— 16.03.2013

Pirelli erwartet im Rennen zwei bis drei Stopps

Paul Hembery spricht über die Reifenstrategie im Rennen und erklärt, welche Änderungen die Teams in dieser Saison erwarten



Wer nach den Eindrücken der Testfahrten, bei denen die Pirelli-Reifen recht kurzlebig waren, beim Großen Preis von Australien in Melbourne mit einem Multi-Stopp-Rennen gerechnet hatte, wird morgen bei trockenen Bedingungen vermutlich enttäuscht. Nach den Eindrücken aus den Freien Trainings und den Analysen von Pirelli wird sich die Anzahl der Reifenwechsel im normalen Bereich bewegen. "Aufgrund unserer Simulationen und den Tests mit dem 2010er-Renault wissen wir, dass es in diesem Rennen auf zwei bis maximal drei Stopps hinausläuft", sagt Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery im Interview mit 'formula1.com'.

Dass es überhaupt zu solch vielen Stopps kommen wird, sei dem aggressiven Ansatz von Pirelli zu verdanken, die in Melbourne neben dem medium den superweichen Reifen einsetzen: "Der ist fast wie ein Qualifikations-Reifen und hält bei diesen Bedingungen vielleicht nur zehn Runden", so Hembery. Damit seien die Teams zu zwei, möglicherweise sogar drei Stopps gezwungen. "Die Medium-Reifen halten etwa 22 bis 24 Runden. Das ist an der Grenze zu drei Stopps. Einige werden vielleicht drei Stopps machen und im letzten Stint auf supersoft wechseln. Wer aber zwei oder drei Runden mehr auf den Medium-Reifen fahren kann, kommt mit zwei Stopps ins Ziel."

Eine solche Reifenwahl könnte sich im Verlauf der Saison durchaus wiederholen: "Vor allem auf den Stadtkursen werden wir möglicherweise eine aggressive Wahl treffen. Andernfalls werden wir ein Ein-Stopp-Rennen ohne Überholmanöver erleben. Es ist ein Versuch, die Rennen auf den etwas weniger aggressiven Strecken für die Fans etwas aufregender zu machen", so Hembery. Im Winter habe die Situation teilweise etwas verrückt ausgesehen, "aber es gab eine gewisse Logik in unserer Verrücktheit", sagt der Brite.

Die neuen Reifen - sowohl der Aufbau als auch die Mischungen wurden verändert - seien zum einen deshalb eingeführt worden, um am Saisonbeginn eine gewisse Unsicherheit zu erzeugen. "Aber wir arbeiten hier mit den besten Ingenieuren der Welt. Im Laufe der Saison werden sie für all unsere Änderungen eine Lösung finden", so Hembery. So sei es auch in den vergangenen Saisons gewesen, als die Teams erst gegen Mitte des Jahres die Reifen vollständig verstanden haben.

Allerdings will Pirelli den Teams mit den neuen Reifen nicht nur Kopfzerbrechen bereiten: "Wir wollten es ihnen auch ein bisschen einfacher machen und einen größeren Temperaturbereich bieten. Theoretisch sollten sie damit eine bessere Balance finden. Außerdem wollten wir die Traktion in der Mitte der Kurve verbessern", sagt Hembery. Dazu verwendet Pirelli laut dem Briten "Technologien und Materialien, von denen einige überrascht wären." Damit wolle man den Teams ein anderes Gefühl für die Reifen vermitteln.

Fotoquelle: Pirelli

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