Adrian Sutil hielt Sebastian Vettel im direkten Duell hinter sich

Formel 1 2013

— 17.03.2013

Nach der Auszeit an die Spitze: Starkes Sutil-Comeback

Im ersten Rennen nach der Rückkehr gleich an die Spitze: Adrian Sutil schöpfte das Potenzial des Force India voll aus und führte erstmals einen Grand Prix an



Es war, als sei er nie weggewesen. Nach über einem Jahr Pause feierte Adrian Sutil beim Großen Preis von Australien in Melbourne eine überzeugende Rückkehr in die Formel 1. Der Force-India-Pilot war der heimliche Star des Rennens und führte bei seinem Comeback erstmals einen Grand Prix an. Insgesamt elf Führungsrunden stehen nun auf dem Konto des Gräfelfingers. Zwar hatte Sutil im Gegensatz zu Paul di Resta im Qualifying den Sprung in Q3 verpasst, doch dieser Umstand spielte ihm im Rennen in die Karten.

Von Startplatz zwölf aus durfte der 30-Jährige die Reifen frei wählen und entschied sich als einer von nur vier Fahrern für die mittelharte Mischung. Damit konnte er zu Beginn des Rennens länger als die vor ihm gestarteten Piloten fahren, die schon bald ihre superweichen Reifen wechselten. Nachdem Nico Rosberg (Mercedes) in Runde 14 an die Box kam, führte der Sutil erstmals in seiner Karriere ein Formel-1-Rennen an. "Es war im Vergleich zu den anderen ein Vorteil, auf den mittelharten Reifen zu starten", sagt Sutil bei 'Sky Sports F1'. "Ich hatte erwartet, nach vorne zu fahren, aber das Rennen anzuführen war unerwartet."

Experte Marc Surer hatte - offenbar im Gegensatz zu Sutil selbst - schon vor dem Rennen mit einer solch starken Vorstellung des Deutschen gerechnet: "Wir hatten ja schon vor dem Start vermutet, dass er die besten Karten haben würde, weil er auf Platz zwölf stand. Er war der erste im Feld mit den härteren Reifen. Dass er dann so souverän war - Kompliment", lobt der Schweizer bei 'Sky'. Zwischenzeitlich hielt Sutil sogar Weltmeister Sebastian Vettel im Schach, der nach seinem ersten Boxenstopp wieder zu seinem Landsmann aufschloss.

Sutil erstmals an der Spitze

"Er schloss zunächst auf, aber dann konnte ich die Lücke wieder vergrößern", blickt Sutil auf das Duell mit dem Red-Bull-Piloten zurück. "Vielleicht hatte er sich in den Luftverwirbelungen hinter mir seine Reifen zerstört. Aber ich war schnell genug, um meine Position zu verteidigen." Diese Leistung nötigte auch Surer Respekt ab. "Er hat nicht nur eine Runde per Zufall geführt, sondern die Konkurrenz mit den härteren Reifen teilweise abgehängt. Vettel war auf den gleichen Reifen. Das muss man erst mal schaffen", so der Schweizer. "Das war beeindruckend. Wie souverän er das gemacht hat."

Bis Runde 20 führte Sutil das Feld an, bis auch er zum ersten Mal die Reifen wechseln musste. Anschließend ging er unmittelbar vor Vettel wieder auf die Strecke, der zu diesem Zeitpunkt schon zum zweiten Mal gestoppt hatte. Mit gleichem Material erwies sich der Red Bull dieses Mal als überlegen, drei Runden später überholte Vettel den Force India des Gräfelfingers. Doch Sutil hielt den Kontakt zur Spitze und führte von Runde 36 bis 42 nochmals den Grand Prix an. Dann ließ der zweite Satz seiner mittelharten Reifen jedoch noch, die Rundenzeiten stiegen an, sodass Kimi Räikkönen und Fernando Alonso am Deutschen vorbeizogen.

In Runde 46 stoppte Sutil dann zum zweiten Mal und musste dabei die superweichen Reifen wählen. 35,3 Sekunden hinter Spitzenreiter Räikkönen ging Sutil auf Position fünf wieder auf die Strecke. Doch nun machte ihm das Problem zu schaffen, von dem er in der Frühphase des Rennens profitiert hatte. Die weicheren Reifen ließen rasch nach, weshalb Sutil Lewis Hamilton und Mark Webber ziehen lassen musste.

Der VJM6 schont die Reifen

"Mit dem superweichen Reifen war es am Ende schwierig. Zwei Runden lang war es in Ordnung, dann brachen sie um etwa fünf Sekunden ein", berichtet Sutil, dessen Handlingprobleme sogar am TV-Bild offensichtlich wurden. Der 30-Jährige befürchtete sogar, noch einmal die Reifen wechseln zu müssen. "Ich dachte, ich könnte das Rennen nicht auf diesen Reifen beenden, aber sie kamen zurück." So Sutil hielt Position sieben, auch weil das Team seinen Teamkollegen anwies, die Position zu halten, um das Ergebnis nicht mehr zu gefährden. Di Resta hätte den achten Platz vor dem Wochenende angenommen, fühlt sich aber dennoch "ein wenig um den siebten Platz beraubt."

Damit spielt der Brite jedoch nicht auf die Teamorder am Rennende an. "Wir waren schnell genug, aber die Strategie hat nicht richtig funktioniert. Es war schade, dass ich zu Beginn meines zweiten Stints hinter Jenson (Button, Anm. d. Red.) festhing, der auf drei Stopps war. Dadurch habe ich viele Positionen auf der Rennstrecke verloren. Wir haben einige Dinge, die wir verbessern müssen, aber wir haben ein starkes Auto. Wir können seltener stoppen als einige andere Autos, was mich für eine Strecke wie Malaysia hoffnungsvoll stimmt, wo der Reifenabbau sehr hoch ist."

Robert Fernley, stellvertretender Teamchef von Force India freute sich mit den Worten: "Das ist sehr ermutigend", über die Vorstellung seines Teams, hatte jedoch mit einem starken Auftritt gerechnet: "Es gab schon während der Tests einige Anzeichen, daher waren wir nicht wirklich überrascht. Wir sahen uns selbst als fünftschnellstes Team." Dennoch glaubt der Brite nicht, dass man diese Position in der Konstrukteurswertung halten kann.

"McLaren hat derzeit ein paar Probleme, aber sie werden stark zurückkommen. Wir müssen die Möglichkeiten ausnutzen, die sich uns bieten, wenn andere Probleme haben. Das gibt uns hoffentlich ein Polster, damit wir wieder den sechsten Platz erreichen", so Fernley. Vor der "unglaublichen" Leistung Sutils konnte nach dem Rennen auch Niki Lauda "nur die Kappe ziehen und gratulieren, weil der Einstand unglaublich war. Besser kann man es nicht machen. Er hat überhaupt nichts getestet, wurde im letzten Moment vom Team ausgesucht und besetzt", lobt der Österreicher bei 'RTL'.

Fotoquelle: xpbimages.com

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