Whitmarsh glaubt an die gute Arbeit der Tochterfirma in den vergangenen Jahren

Formel 1 2013

— 18.03.2013

ECU-Probleme: McLaren sieht sich als Opfer eigener Standards

MES-Geschäftsführer van Manen entschuldigt sich für die Probleme Webbers, glaubt aber nicht an neue Schwierigkeiten mit der viel kritisierten Einheits-ECU



McLaren tappt zu Saisonbeginn 2013 von einem Schlamassel in das nächste: Nachdem sich der neue MP4-28 beim Auftaktrennen in Melbourne als echter Reinfall erwies, holen die Truppe aus Woking die Probleme mit der elektronischen Steuereinheit (ECU) ein, die ein Tochterunternehmen als Einheitsteil für die gesamte Formel 1 produziert. Die aktuelle Version des Bauteils streikte bei den Wintertests und auch in Melbourne hatte Mark Webber mit gravierenden technischen Problemen zu kämpfen.

Peter van Manen entschuldigt sich für den Vorfall, der Red-Bull-Teamchef Christian Horner zu massiver Kritik veranlasst hatte: "Es gab ein Problem mit Mark Webbers Datensystem in der Box während der Aufwärmrunde", räumt der Geschäftsführer von McLaren Electronic Systems (MES) ein, sagt aber: "Die ECU im Auto lief problemlos." Seine Firma bedauere die Schwierigkeiten: "Wir werden mit unserem Team daran arbeiten, eine Wiederholung des Vorfalls zu verhindern", so van Manen.

Außerdem hatte FIA-Rennleiter Charlie Whiting am Wochenende Probleme damit, das DRS der Boliden per Fernsteuerung abzuschalten. Dazu funktionierte die Übertragung des Flaggensignals ins Cockpit nicht, die Warnleuchten am Lenkrad wurden von den Teams deswegen teilweise sogar abgeklebt: "Die Formel 1 hat ein neues System für die Streckenposten, das eine Funkverbindung zwischen den Autos und der Rennleitung umfasst", erinnert van Manen an eine Neuheit beim Australien-Grand-Prix.

Neue Systeme noch nicht renntauglich

Der McLaren-Verantwortliche unterstützt die Entscheidung Whitings, zunächst auf eine manuelle Bedienung des DRS zu setzen: "Vor diesem Hintergrund halten wir es für eine kluge Maßnahme der FIA, es für die Steuerung im Rennen nicht zu nutzen." Van Manen allerdings differenziert auch hier und will keine Verbindung zum Webber-Vorfall am Wochenende herstellen: "Das System arbeitet weitgehend getrennt von der Standard-ECU, die den Motor steuert, und auch von der Telemetrieübertragung der Teams."

Martin Whitmarsh will keinen Hehl daraus machen, dass nicht alles reibungslos funktionierte. "Es war eine Maloche und es ist nicht perfekt", erinnert er an die Entwicklung und sieht MES als Opfer der Standards, die das Unternehmen mit seiner qualitativ hochwertigen Arbeit selbst gesetzt hatte: "Wenn man als Zulieferer auftritt, dann erwarten die Leute, dass alles fehlerfrei ist. Es war eine komplett neue ECU, mit ganz neuer Software." Kritik gäbe es jetzt nur, weil die ECUs zuvor "kugelsicher" gewesen seien.

An Webbers Red Bull fiel am Sonntag in der Einführungsrunde die Kommunikation mit dem Kommandostand aus. Zu Rennbeginn verfügte das Team über keinerlei Telemetrie, KERS stand dem Australier nicht zur Verfügung. Teamchef Horner erklärte so den verkorksten Start, der Webber von Startplatz zwei nach Runde eins auf Rang sieben beförderte. McLaren hatte eine neue ECU gebaut, weil man sich nach fünf Jahren Einsatzzeit mit der alten Version frühzeitig auf die Regelnovelle 2014 vorbereiten wollte. Infolge der Schwierigkeiten bei den Tests hatte man nach Australien eine überarbeitete Ausführung gebracht.

Fotoquelle: xpbimages.com

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