Mercedes präsentierte sich im Albert Park stärker, als das so mancher erwartet hätte

Formel 1 2013

— 19.03.2013

Mercedes in Sepang: Heiß auf Hitze

Während Nico Rosberg Regen in Malaysia begrüßen würde, will Lewis Hamilton eine offene Rechnung begleichen - Teambosse fordern Konsolidierung



Mercedes zählte zu den positiven Überraschungen des Grand-Prix-Wochenendes in Melbourne, auch wenn der Quantensprung der Silberpfeile allen voran am Sonntag ausblieb. In Sepang wollen Lewis Hamilton und Nico Rosberg die positiven Eindrücke aus Down Under bestätigen. Für das Team ist das Gastspiel in Malaysia kommerziell ein extrem prestigeträchtiges, schließlich kommt mit Petronas einer der wichtigsten Geldgeber der Mannschaft aus dem Tropenstaat. Rosberg spricht von einem "Heimrennen".

Überweisungen auf das Konto seines Arbeitgebers sind nicht der einzige Grund, warum sich der Wiesbadener auf den zweiten Saisonlauf freut. "Sepang ist eine meiner Lieblingsstrecken im Formel-1-Rennkalender. Der Streckenverlauf ist eine gute Mischung aus langsamen und schnellen Kurven - er bietet von allem etwas", lobt Rosberg die Bahn. 40 Prozent der Kurven der Piste, nämlich sechs von insgesamt 15, werden mit Geschwindigkeiten über 200 Kilometern pro Stunde durchfahren.

Rosberg spricht von einem "arbeitsreichen und spannenden Wochenende". Zahlreiche Experten halten es für wegweisend, was das Kräfteverhältnis im weiteren Saisonverlauf betrifft. Der 27-Jährige reiht sich ein: "Die Temperaturen werden viel höher sein als zuletzt in Australien. Das macht es zu einer guten Gelegenheit, um zu sehen, wie stark die Autos bei anderen Bedingungen sind und wie wir uns daran anpassen können", blickt er auf eine mögliche Hitze- und Materialschlacht voraus.

Hamiltons offene Rechnung

Die hatte Rosberg in der Vergangenheit nicht immer gut gemeistert. 2010 war ihm zwar der erste Podestplatz in der Königsklasse geglückt, bei insgesamt sieben Starts in Sepang gab es aber nur noch ein weiteres Mal WM-Punkte. Vielleicht hilft am Wochenende das Wetter mit: "Auch kann es dort oft sehr stark regnen. Wenn ich an die Performance unseres Autos im Nassen in Melbourne denke, würde ich Regen sicherlich begrüßen", erinnert Rosberg an den Samstag in Down Under. In Qualifying-Abschnitt eins fuhr er vor dem Abbruch die Bestzeit.

Hamilton freut sich auf Malaysia als "wundervolles Land mit großartigem Wetter und begeisterungsfähigen Fans", verweist auf die zahlreichen PR-Aktivitäten seines Arbeitgebers und zeigt sich voller Vorfreude, wenn es um den Besuch der Zwillingstürme in Kuala Lumpur geht - die waren einmal das höchste Gebäude der Welt. Mit dem Grand-Prix-Kurs hat er aber noch eine Rechnung offen: "Sepang ist eine fantastische Strecke, auf der ich bislang noch nicht gewinnen konnte."

Sechsmal hat es Hamilton bisher versucht, bei seinem Debüt 2007 war er als Zweiter nahe dran. In der Folge holte der Brite stets Meisterschaftszähler, erklomm jedoch trotz einer Pole-Position 2012 nur noch ein weiteres Mal das Treppchen. "Mein Lieblingsstreckenabschnitt sind die Kurven fünf und sechs, aber auch die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit machen das Wochenende zu einer spannenden Herausforderung", erklärt er die Tücken des Malaysia-Rennens und reist mit großem Selbstbewusstsein an.

Brawn sieht Potenzial nicht ausgeschöpft

"Ich bin sehr stolz auf die Arbeit, die das Team bislang geleistet hat, und ich weiß, dass die Jungs in Großbritannien alles geben, um die Performance des Autos weiter zu steigern", zeigt er sich nach Rang fünf zum Auftakt von den Silberpfeilen überzeugt. "Hoffentlich können wir hier ein positives Wochenende erleben und auf den Fortschritten, die wir in Melbourne erzielt haben, sowie den Lehren des Rennens aufbauen." Allen voran bei der Strategie und der Zuverlässigkeit herrscht Verbesserungsbedarf.

Ross Brawn betont die positiven Aspekte: "Wir haben beim ersten Saisonrennen einige vielversprechende Anzeichen für das Team gesehen. Die Performance unseres Autos war gut und es schien in Melbourne bei allen Wetterbedingungen konkurrenzfähig zu sein", unterstreicht der Teamchef, hadert aber mit der Balance für das Rennen und erklärt so den Positionsverlust seiner Piloten: "Deshalb konnten wir das Potential der Startplätze von Lewis und Nico nicht voll ausschöpfen."

Der Brite will in Malaysia Fortschritte erzielen, spricht von einem der "bedeutendsten Rennen der Saison" und nennt es "eine Ehre", gemeinsam mit Petronas das 15-jährige Jubiläum der Formel 1 im Land zu begehen. "Jeder im Team möchte den malaysischen Fans an diesem Wochenende eine gute Show zeigen", verspricht Brawn. Das würde sich auch Toto Wolff wünschen, stellt jedoch den Erfolg in den Vordergrund: "Entscheidend ist für uns alle, wie wir uns am Sonntagnachmittag auf der Strecke schlagen - daran arbeiten wir hart."

Zuverlässigkeit als Knackpunkt

Auch der Mercedes-Motorsportchef betont die äußeren Bedingungen: "Die Temperaturen werden garantiert höher sein und die Strecke weist viele langgezogene Kurven auf, die nach einer konstanten Aerodynamik verlangen." Auch den Pneus könnte eine besondere Rolle zukommen, schließlich gilt Sepang als reifenmordende Piste: "Alle Teams befinden sich noch in einem Lernprozess mit den neuen Pirelli-Reifen - das hat das vergangene Wochenende bewiesen, an dem Fahrer aus dem gleichen Team recht unterschiedliche Ergebnisse erzielten", analysiert Wolff.

Mit dem Saisonstart ist der Österreicher rückblickend zufrieden: "Unser Auto hat in Australien zeitweise gutes Potential gezeigt und beide Fahrer, Lewis und Nico, haben bei allen Bedingungen starke Leistungen abgeliefert", resümiert Wolff und nennt Grundlagenarbeit die Aufgabe des Teams: "Der Fokus unserer Ingenieure liegt darauf, unsere Basis-Performance zu verbessern und unsere Schwächen auszugleichen, ganz besonders auf dem Gebiet der Zuverlässigkeit." Rosberg war mit einem mysteriösen Elektronik-Defekt ausgerollt.

Fotoquelle: Daimler

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