Martin Whitmarsh kämpft um die Zukunft seines McLaren-Teams

Formel 1 2013

— 20.03.2013

Whitmarsh: "Auto bereitet mehr Sorgen als Finanzen"

Neben dem schlechten Saisonstart muss McLaren auch eine drohende finanzielle Schieflage verhindern - Martin Whitmarsh hat aber Lösungen in der Hinterhand



McLaren erlebt derzeit eine turbulente Zeit: Nachdem durchgesickert war, dass Technikchef Paddy Lowe mit Saisonende zu Mercedes wechseln wird, ging der Saisonstart in Melbourne völlig daneben, und man schließt nicht aus, nach einigen Rennen auf das Vorjahresauto zurück zu wechseln. Zudem muss man 2013 erstmals für die Mercedes-Motoren zahlen - der Semi-Werksstatus ist also dahin. Und zu allem Überdruss gab am Melbourne-Wochenende auch noch der langjährige McLaren-Hauptsponsor Vodafone bekannt, dass man sich aus der Formel 1 zurückzieht.

Droht McLaren damit ein Williams-Schicksal? Das einstige Topteam verlor nach dem Ausstieg von BMW Mitte des vergangenen Jahrzehnts zunehmend an Sponsoren und fiel immer weiter zurück. Bei McLaren kommt hinzu, dass der Bau der Hightech-Fabrik McLaren Technology Center in Woking viel Geld verschlungen hat, die Produktion der Supersportwagen - Ron Dennis' Steckenpferd - sorgt für enorme Verluste.

McLaren laut Whitmarsh "sehr stabil"

Teamchef Martin Whitmarsh gibt sich aber trotz der derzeitigen Schieflage gelassen und motiviert, seinen Rennstall wieder auf Kurs zu bringen. "Ich spüre die Herausforderung der Formel 1", sagt der Brite gegenüber 'Autosport'. "Die Finanzen der Firma sind sehr stabil. Wir haben ein paar vernünftige Langzeitverträge in der Hinterhand, daher fühle ich mich diesbezüglich wohl. Derzeit mache ich mir etwas mehr Sorgen über die Konkurrenzfähigkeit unseres Autos als über langfristige Themen."

Der Brite gibt aber zu, dass ihn die Zukunft seines Teams derzeit durchaus beschäftigt: "Es ist eine Herausforderung, da darf man nicht selbstgefällig sein. Man muss im Hier und Jetzt Leistung bringen, und als Unternehmen muss die Performance langfristig passen. Was die Ausrichtung unseres Unternehmens in Zukunft angeht, fühlen wir uns ziemlich wohl."

Tatsächlich scheint McLaren den Niedergang mit der Verpflichtung von Sergio Perez als Ersatz für Lewis Hamilton abgewendet zu haben. Der Mexikaner wird mit Carlos Slim vom reichsten Mann der Welt unterstützt - die Millionen seines Telekom-Unternehmens Telmex könnten ab 2013 das Loch stopfen, das Vodafone hinterlässt.

Perez-Deal als cleverer Schachzug?

Man sei "sehr zuversichtlich", was den zukünftigen Hauptsponsor angeht, deutet Whitmarsh an, dass der Deal bereits in trockenen Tüchern sein könnte. "Wir werden später in diesem Jahr eine Bekanntgabe machen, wie es weitergeht." Sorgen, dass sich die aktuelle Schwäche des Teams auch auf die finanzielle Situation auswirken könnte, macht er sich keine: "McLaren hat seit 1966 182 Grands Prix gewonnen. Wir haben also also seit unserem Formel-1-Einstieg mehr als ein Viertel aller Rennen gewonnen. Und die Trefferquote liegt nach wie vor in diesem Bereich."

Höhen und Tiefen liegen laut Whitmarsh "in der Natur des Sports". Grundsätzlich sei man aber eines der stabilsten Formel-1-Teams - wirtschaftlich und sportlich: "In 50 Jahren hatten wir nur vier verschiedene Hauptsponsoren, und wir sind zuversichtlich, was die Zukunft angeht."

Fotoquelle: xpbimages.com

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