Lewis Hamilton blickt optimitisch auf die Zukunft mit Mercedes

Formel 1 2013

— 21.03.2013

Hamilton: "Wäre so schnell wie die Red Bull gewesen"

Der Mercedes-Neuzugang hat seine Leidenschaft für Regenrennen nicht verloren und zeigt sich mit den Fortschritten der Silberpfeile extrem zufrieden



Lewis Hamilton hatte unter der Woche seine Freude darüber zum Ausdruck gebracht, die zahlreichen Kritiker seiner Wechselentscheidung mit einer überraschend starken Leistung in Melbourne lügen gestraft zu haben. In Malaysia würde er das gerne wiederholen und sieht mehr Konzentration auf die Abstimmungsarbeit am Freitag als Schlüssel dazu. Im Interview erklärt der Brite, wo es beim Auftaktrennen sonst noch gehapert hat und warum er im Nassen nicht so schnell war wie erwartet.

Frage: "Lewis, wie war in Australien die Balance im ersten Stint?"
Hamilton: "Im ersten Stint ging es nur um die Balance, aber ich hatte die falsche. Ich habe die richtige einfach nicht gefunden. Wäre das der Fall gewesen, hätte ich mithalten können. Der Stint hat also nicht wirklich das Tempo des Autos widergespiegelt. Es sah so aus, als ginge der Wagen gut mit den Reifen um, aber es könnte auch an der Balance gelegen haben."

"Deshalb wollen wir im ersten und zweiten Freien Training etwas ausprobieren - weil Kimi (Räikkönen, Anm. d. Red.) 19 Runden im zweiten Freien Training abgespulte und im Rennen 24 Umläufe absolvierte. Ob wir so lange durchhalten oder nicht, müssen wir abwarten, Aber das Heck verhielt sich wirklich gut. Unser Untersteuern war zu extrem, was die Vorderreifen zu schnell hat verschleißen lassen."

Abstimmung mehr Aufmerksamkeit schenken

Frage: "Habt ihr etwas unternommen, um das zu ändern?"
Hamilton: "Wir haben etwas mit den Reifen gemacht, was das Auto mehr hat untersteuern lassen und leider ging es in die entgegengesetzte Richtung, als wir neue Pneus aufgezogen haben. Was zunächst massives Untersteuern war, wurde also massives Übersteuern. Wir hatten generell Balanceprobleme. Wir haben am Freitag nicht viel Zeit damit verbracht, uns um das Setup zu kümmern, weil wir eine Menge Komponenten zu testen hatten. Das war vielleicht die falsche Herangehensweise. An diesem Wochenende zum Beispiel werden wir uns auf die Abstimmung konzentrieren, das werden wir sicherstellen."

Frage: "Hättet ihr nicht sofort eine Drei-Stopp-Strategie ins Auge fassen sollen?"
Hamilton: "Sogar wenn wir uns von Beginn an auf eine Drei-Stopp-Strategie festgelegt hätten, hätten wir am Anfang Probleme mit der Performance bekommen und uns zu Beginn einen Rückstand eingehandelt. Hätten wir gewusst, was wir jetzt wissen, hätten wir nicht so gehandelt. Vielleicht hätten wir mit allen anderen mithalten können, wenn wir mit einem steiler eingestellten Frontflügel losgefahren wären."

"Kimi hat unter Beweis gestellt, dass eine Zwei-Stopp-Strategie die beste Lösung war. Wir hätten das auch machen können, aber unsere Reifen hatten Bremsplatten. Im ersten Stint waren wir ziemlich lang auf der Strecke und es wäre auch noch länger gegangen, aber ich sah, dass die Reifen weitgehend abgefahren waren und wollte nicht, dass sich das fortsetzt. Ich habe in der Vergangenheit schon erlebt, dass die Reifen platzen. Mir wurde gesagt, dass ich vielleicht noch einige Runden hätte fahren können, was gut gewesen wäre, aber wir haben es nicht gemacht."

Platz fünf als großer Erfolg

Frage: "Ihr hattet weniger Probleme als viele erwartet haben. Woran lag es?"
Hamilton: "Wir hatten insgesamt weniger Probleme. Das Auto lief wirklich gut und ehrlich gesagt war es nicht das einfachste Wochenende, weil das Wetter wechselhaft war. Das war eine neue Erfahrung für mich mit dem neuen Team und neuen Ingenieuren, mit denen ich zu arbeiten hatte - und sie natürlich auch mit mir. Es war vieles unklar, aber wir haben das Beste daraus gemacht. Wir waren in vielen Bereichen stark und ich habe nicht das Gefühl, das wir schon alles herausgeholt haben. Ich bin positiv und optimistisch bezüglich des Wochenendes."

Frage: "Hast du Zeit verloren, weil Fernando Alonso vor dir war?"
Hamilton: "Es hat mein Rennen nicht wirklich beeinflusst, weil ich zwischen ihm und den Jungs dahinter war. Vor und hinter mir war eine ziemlich große Lücke. Natürlich hilft es nicht, wenn man mit jemandem kämpft. Ich hätte davon nicht wirklich einen Vorteil gehabt. Die meiste Zeit habe ich wegen der Reifen verloren und deshalb, weil ich in die Box gekommen bin."

Frage: "Du hattest also eine schlechte Abstimmung, hast dich unter schwierigen Bedingungen auf Startplatz drei qualifiziert - da musst du dich doch über Rang fünf ziemlich gefreut haben."
Hamilton: "Das habe ich. Deshalb war ich nach dem Rennen so positiv gestimmt. Ich habe einen guten Eindruck vom Auto und vom Team. Sie entwickeln sehr, sehr schnell und arbeiten so, wie ich es mag. Das haben sie ziemlich rasch übernommen. Natürlich hätten wir Dinge besser machen können, aber es war unser erstes gemeinsames Rennen."

Regen weiter Wohlfühlwetter

"Egal, wie intensiv man sich vorbereitet: Es ist nie möglich perfekt, vorbereitet in ein Rennen zu gehen. Erst, wenn man einen Grand Prix bestreitet, holt man sich die nötige Erfahrung, um zu wissen, wie man am besten zusammenarbeitet. Ich habe zehn WM-Punkte ergattert und ich bin glücklich damit. Als ich gewechselt bin, habe ich nicht gewusst, wo wir stehen und hätte definitiv nicht gedacht, dass wir mit zehn Zählern vom ersten Rennen abreisen. Und das auch noch mit dem Gefühl, dass es kein Glückstreffer war."

"Es ist etwas, das wir weiter ausbauen müssen und im Laufe des Jahres fortführen sollten. Man sieht alle anderen Teams, wie sie ihre Autos gut weiterentwickeln und sehr zügig Fortschritte machen. Das ist etwas, wozu die Mannschaft derzeit in der Lage ist und es scheint so, als könnte ich das im Laufe des Jahres fortsetzen. Hoffentlich zeichnet sich das auch an diesem Wochenende wieder ab."

Frage: "Im Qualifying sah es so aus, als sei Nico Rosberg im Regen schneller als du?"
Hamilton: "Ich habe mich bei Nässe im Auto nicht wohlgefühlt, aus welchem Grund auch immer. Ich hatte ein ziemlich stark übersteuerndes Auto. Einmal ist es passiert und ich bin rückwärts in die Mauer geflogen, war bei mir sehr ungewöhnlich ist. Normalerweise fühle ich mich bei Regen so wohl wie bei kaum anderen Bedingungen. Aber jetzt habe ich ein anderes Auto mit anderem Handling. Die Lenkung ist ganz anders abgestimmt und ich hatte das falsche Setup gewählt. Hoffentlich ist es beim nächsten Mal, wenn ich im Regen auf die Strecke gehe, nicht so schlecht."

Red Bull profitierte von Streckenbedingungen

Frage: "Du hoffst also auf Regen?"
Hamilton: "Ich fühle mich immer wohl im Regen. Es war das erste Mal, dass mir Nässe Unbehagen bereitet hat. Aber mit der Erfahrung kommt das schon. Es fühlt sich anders an, verhält sich anders an und im Regen ist die Abstimmung sensibler. Das muss ich lernen, da muss ich reinwachsen. Ich fahre noch immer so wie früher, aber ich muss mich anpassen."

Frage: "Was hältst du von der Leistung der Red Bull?"
Hamilton: "Ich glaube nicht, dass ihr Tempo im Qualifying erschreckend war. Wäre ich zur gleichen Zeit auf der Strecke gewesen und wäre auch so spät herausgegangen, wie sie es getan haben, hätte ich ihre Leistung ebenfalls bringen können. Die Strecke trocknete ab. Sie haben beide einen großartigen Job gemacht, aber die Bahn wurde besser und besser. Der Erste auf der Piste war zweifellos langsamer als der Letzte, nur weil sich die Strecke entwickelte. Im Rennen haben sie dann wieder ein gutes Tempo vorgelegt, wie immer. Dann ist es verschwunden. Hoffentlich haben wir im nächsten Rennen nicht ihr Problem."

Fotoquelle: xpbimages.com

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