Das Sauber-Team ist optimistisch, das Problem jetzt im Griff zu haben

Formel 1 2013

— 21.03.2013

Sauber: Hülkenbergs Benzintank-Problem geklärt

Ein Vakuum im Benzintank ließ Nico Hülkenbergs Hoffnungen in Australien platzen - Neues Chassis am Mittwoch in Malaysia angekommen



Vollständig geklärt ist vor Beginn der Freien Trainings zum Grand Prix von Malaysia die Ursache für das Nichtantreten von Nico Hülkenberg am vergangenen Sonntag beim Formel-1-Saisonauftakt in Melbourne. Hülkenberg hatte auf den Start wegen eines Problems mit dem Benzintank, dem die Ingenieure in Australien erst am Sonntagnachmittag auf die Spur gekommen waren, verzichten müssen.

Gut zwei Stunden vor dem Rennen wurde der Sauber-Ferrari C32 des Deutschen gestartet - ein "Fire-up", wie das in der Ingenieurs-Fachsprache heißt. "Ich kam gerade von der Fahrerparade, da wurde mir gesagt, dass es ein massives Problem mit dem Auto gibt", erinnert sich Hülkenberg gegenüber 'formula1.com'. "Also lief ich in die Garage, und da wurde mir klar, wovon die Rede war. Der Motor was aus und das ganze Auto war zerlegt. Ich war schockiert!"

"Beim Qualifying gab es noch keine Anzeichen eines Schadens", erklärt der Sauber-Pilot. Aber vor dem Rennen brach plötzlich die große Panik aus: "Mehrere Faktoren haben dazu beigetragen, dass sich ein Vakuum im Benzintank entwickeln konnte und dieser kollabiert ist. Dadurch wurde der Benzintank beschädigt", schildert Teamchefin Monisha Kaltenborn. Gut möglich, dass das Vakuum beim Absaugen des Benzins nach dem Qualifying wegen einer fehlerhaften Entlüftung entstanden ist.

Unterdruck macht Benzintank kaputt

Durch das Vakuum entstand im Benzintank ein enormer Unterdruck, sodass der Tank in sich zusammenfiel. Dabei riss ein Bolzen ein Loch, durch das Benzin austreten konnte. "Ein Sicherheitsrisiko", seufzt Hülkenberg. "Man muss sich das ein bisschen wie einen Tetrapak vorstellen: Wenn innen ein Vakuum ist, zieht sich die Packung nach und nach zusammen - bis sie schlussendlich implodiert." Was in Melbourne zum Glück rechtzeitig vor dem Start entdeckt wurde.

Sauber zog Hülkenberg vom Rennen zurück, untersuchte das Chassis samt Benzintank noch vor Ort und schickte es zurück nach Hinwil. "Es hat nichts mit der Spezifikation des Benintanks zu tun, sondern es hat andere Gründe, die dazu geführt haben. Diese Bereiche haben wir uns angesehen und Maßnahmen ergriffen", erklärt Kaltenborn. Das neue Chassis kam am Mittwoch in Malaysia an; das alte, welches sich jetzt in Hinwil befindet, kann nach der Untersuchung wieder eingesetzt werden.

Hätte das Qualifying in Melbourne nicht am Sonntagmorgen, sondern wie geplant am Samstagnachmittag stattgefunden, hätten die Sauber-Ingenieure theoretisch mehr Zeit gehabt, den Benzintank auszubauen und das Chassis anschließend wieder zusammenzuflicken. Praktisch wäre das Problem aber auch nicht früher aufgefallen, weil das "Fire-up" in der Regel zwei bis drei Stunden vor dem Rennen stattfindet. Erst dann hätte man das Problem entdeckt.

Zweieinhalb Stunden zu wenig Zeit

"Ich weiß es nicht, das ist Spekulation", entgegnet Kaltenborn auf die Frage, ob man bei einem regulären Samstags-Qualifying im Rennen am Start gewesen wäre. Aber sie unterstreicht: "Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, hätten wir fahren können. Aber als wir das Problem entdeckt haben, waren es nur noch maximal zweieinhalb Stunden bis zum Start. Da war es unmöglich, alles zu zerlegen, zu untersuchen und wieder zusammenzubauen."

Ein neuerliches Auftreten des Problems gilt als ausgeschlossen: "Die Ingenieure verstehen das Problem, wissen, was passiert ist", versichert Hülkenberg, und Kaltenborn sagt: "Wir haben das Problem untersucht und verstanden, haben Tests durchgeführt." Kostenpunkt für die Chassis-Transfers zwischen Hinwil und Malaysia: laut 'Blick' rund 80.000 Euro. "Natürlich sind das kostspielige Dinge. Man muss leider damit rechnen, dass so etwas passieren kann", so Kaltenborn.

Viel mehr als die hohe Rechnung schmerzt aber die verpasste sportliche Chance: "Nico war natürlich nicht glücklich, denn seine Startposition war sehr gut. Im Nachhinein ist das natürlich Spekulation, aber ich glaube, er hatte eine gute Chance, in den Punkterängen zu landen. Und wenn dann so etwas zwei Stunden vor dem Rennen eintritt, ist es besonders enttäuschend." Hülkenberg nickt und ergänzt: "Ich hoffe, dass das hinter uns liegt."

Fotoquelle: xpbimages.com

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