Adrian Sutil hat in seinem Jahr Formel-1-Pause das normale Leben neu entdeckt

Formel 1 2013

— 21.03.2013

Sutil: Boxenstopp im "richtigen Leben"

Adrian Sutil hatte im vergangenen Jahr nur wenig mit der Formel 1 am Hut: Freunde, Familie, Kunst und Kultur halfen auf dem Weg zum erfolgreichen Comeback



Ein Jahr Pause, dann Platz sieben beim Comeback. Adrian Sutil hat viele Beobachter mit seinem starken Auftritt im Grand Prix von Australien überrascht. Der Münchener selbst freute sich zwar über sechs wichtige Punkte und erste Führungsrunden in der Formel 1, aber er maß dem Ergebnis nicht allzu viel Bedeutung bei. Sutil war von einem guten Comeback überzeugt. Vor allem deshalb, weil er abseits der Formel 1 ein Jahr lang Kräfte und Erkenntnisse sammeln konnte.

"Selbst wenn die schlimmsten Dinge passieren, so kann man etwas Positives daraus ziehen", lautet seine Herangehensweise als Optimist. Sorgen gab es reichlich. Kein neuer Vertrag mit Force India, Gerichtsverfahren wegen Körperverletzung, Verurteilung und die lange, lästige Wartezeit auf die Bestätigung seiner Rückkehr zu den Indern 2013. All dies ertrug der Deutsche mit großer Gelassenheit. "Ich brauchte auch mal Zeit, um mich wirklich zu erholen", sagt er.

"Wenn man nicht lernt, mit Problemen umzugehen, dann wird man keinen Erfolg haben und seine Ziele nicht erreichen können. Das Leben ist kein Kinderspiel, in dem alles glatt läuft, sondern es ist ein großes Abenteuer", beschreibt Sutil seine Erkenntnis. "Ich habe an mir gearbeitet, nicht nur allein an die Formel 1 gedacht, sondern an das Leben allgemein. Für einige besteht das Leben einzig aus dem Job in der Formel 1, aber das Leben ist mehr als das."

Freundin als wichtiger Halt

Sutil bestritt keine Kartrennen, wie es Kollegen in seiner Situation wohl gemacht hätten, sondern er widmete sich der Kunst und Kultur. Es wurden Bücher gelesen, Ausstellungen besucht, das Piano bespielt ("Gershwin und andere moderne Sachen, weniger die Klassiker"). "Meine Familie und einige Freunde habe ich im vergangenen Jahr häufiger gesehen als jemals zuvor. Ich habe eine wundervolle Freundin, die auch viel zu meinem Wohlbefinden beiträgt."

Lebensgefährtin Jennifer Becks war dem Gräfelfinger in der schweren Zeit eine wichtige Stütze. Die Beziehung sei dadurch gefestigt worden, sagt Sutil. Konsequenz: Jennifer wird 2013 erstmals an fast allen Rennwochenenden dabei sein. Sie könnte der Ruhepol sein, den Sutil suchte. "Man ist als Formel-1-Pilot ungeduldig, will gleich immer den nächsten Schritt machen", erklärt er. "Natürlich ist es mit Gefahren verbunden, wenn man ein Jahr lang aus der Szene verschwunden ist. Aber für mich kann ich sagen: Es ging einen Schritt zurück und dann zwei voran."

"Ich hatte 2012 verschiedene Möglichkeiten in unterschiedlichen Kategorien. Es hätte beispielsweise die Chance gegeben, beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring zu fahren. Ich bin aber noch nie in einem Tourenwagen gefahren, war nicht ganz sicher. Und wenn ich etwas mache, dann mache ich es zu hundert Prozent", blickt der Force-India-Pilot zurück. Auch ein Angebot eines LMP2-Teams aus der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) schlug er aus.

"Ich habe voll auf die Karte Formel 1 gesetzt. Wenn es damit nicht geklappt hätte, dann wären DTM und Sportwagen die Optionen gewesen", erklärt Sutil, der seinen neuen Vertrag auch den Verhandlungen von Mercedes um künftige Motorenlieferungen zu verdanken hat. "Mercedes hat mir letztlich geholfen - was sehr nett war. Das hat sich am Ende so ergeben. Ich hatte aber nie echte Werksunterstützung im Rücken. Nicht so wie Bianchi mit Ferrari. Ich war ein unabhängiger Fahrer. Ein Fahrer ohne Cockpit."

Fotoquelle: xpbimages.com

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