Mark Webber kommt in Malaysia traditionell besonders gut mit der Strecke zurecht

Formel 1 2013

— 22.03.2013

Malaysia: Webber fährt Bestzeit im ersten Training

Kräfteverhältnis seit Australien unverändert: Red Bull und Kimi Räikkönen drücken dem ersten Freien Training zum Grand Prix von Malaysia ihren Stempel auf



Nur fünf Tage nach dem Grand Prix von Australien heulten heute Morgen in Sepang schon wieder die Formel-1-Motoren auf: Im (vollständig trockenen) ersten Freien Training zum Grand Prix von Malaysia sicherte sich Mark Webber (Red Bull) die Bestzeit vor Melbourne-Sieger Kimi Räikkönen (Lotus) und Sebastian Vettel (Red Bull).

Webber meisterte den Kurs in 1:36.935 Minuten und war damit schon am frühen Morgen um mehr als eine Sekunde schneller als Lewis Hamilton (damals noch auf McLaren) bei seiner Freitagsbestzeit 2012. Der Australier gilt als Sepang-Spezialist und war von Anfang an um einen Tick besser unterwegs als Vettel, dessen volle Konzentration jedoch ganz offensichtlich der Rennvorbereitung mit vollem Tank galt. Zwischen den beiden lagen nach 15 beziehungsweise 21 Runden 0,169 Sekunden.

"Man hat in Australien gesehen, dass es das Wichtigste ist, im Rennen schnell zu sein - es nutzt nichts, eine schnelle Runde zu fahren und dann im Rennen zurückzufallen", erklärt Experte Marc Surer, warum am Ende keine schnellen Zeiten mehr gefallen sind. "Das hat sich Vettel zu Herzen genommen. Er hat mit vollen Tanks am eifrigsten trainiert, ist am längsten draußen geblieben. Ich denke, das war ein ganz wichtiger Test."

KERS-Problem bei Räikkönen

Zwischen den beiden "Bullen" klassierte sich Räikkönen, der keine reibungslose Session erlebte: Schon während der Installationsrunde wurde ein Problem mit dem Hybridsystem KERS festgestellt, das einen Wechsel der Batterie erforderlich machte. Erst eine halbe Stunde vor Schluss schickte ihn das Lotus-Team wieder auf die Strecke. Nachdem er sich sofort auf Platz zwei schieben konnte, wurde Räikkönen noch einmal langsam, er rettete sich danach aber an die Box.

Obwohl nur vier Tage zwischen Melbourne und Sepang lagen, rückten die Teams mit zahlreichen technischen Neuerungen aus: Lotus probiert heute ein verändertes Auspuff-Layout sowie eine neue Nase, Red Bull hatte eine Infrarot-Kamera installiert, um die Flexibilität des Frontflügels zu messen, und Mercedes hatte ebenfalls einige neue Teile am Auto - wie viele andere auch. Die Silberpfeile konnten damit den zuletzt gezeigten Aufwärtstrend fortsetzen.

Nico Rosberg (+0,653) Fünfter, Lewis Hamilton (+0,905) Neunter - damit ist Teamchef Ross Brawn zumindest "einigermaßen" zufrieden, wie er selbst sagt. Man dürfe den Freitag sowieso nicht überbewerten: "Wir konzentrieren uns vor allem auf das Verhalten der Reifen im Rennen. Weil die Wettervorhersage für morgen und Sonntag schlecht ist, nutzen wir diese Gelegenheit der trockenen Strecke, um am Renn-Setup zu arbeiten."

McLaren wieder im Hintertreffen?

Fernando Alonso (Ferrari) büßte heute knapp vier Zehntelsekunden ein und wurde guter Vierter; Adrian Sutil (Force India) landete als Sechster erneut im Spitzenfeld. Knapp 20 Minuten vor Schluss erlebte der Deutsche jedoch eine kleine Schrecksekunde, als sich rechts die Frontflügel-Endplatte löste, obwohl es zuvor keinen nennenswerten Ausritt gegeben hatte. Teamkollege Paul di Resta (8./+0,838) konnte Sutil wieder hinter sich halten.

Zwischen den beiden landete Felipe Massa (7./Ferrari/+0,836) im Force-India-Sandwich; Romain Grosjean (+0,980) rundete indes als Zehnter die Top 10 ab. Erst knapp dahinter folgten die beiden McLaren-Piloten, die wieder Mühe hatten, auf gute Rundenzeiten zu kommen. "Malaysia ist die Strecke der Wahrheit", analysiert Surer. "Wer hier schnell ist, hat ein gutes Chassis und eine gute Aerodynamik. Es würde mich wundern, wenn das Auto hier plötzlich funktionieren würde."

Nico Hülkenberg (Sauber) absolvierte über 17 Runden die Jungfernfahrt mit einem neuen Chassis und belegte mit 2,119 Sekunden Rückstand den 14. Rang - eineinhalb Zehntelsekunden vor seinem Teamkollegen Esteban Gutierrez, der 16 Runden Formel-1-Erfahrung sammelte, aber mit Massa vor der Nase auch für einen der wenigen Dreher des Vormittags sorgte. Passiert übrigens ausgerechnet in jener Kurve, in der Sergio Perez 2012 den möglichen Sieg für Sauber verschenkt hat...

Ansonsten gab es keine nennenswerten Überraschungen - auch nicht auf Reifenseite: Der Verschleiß der bisher eingesetzten Hard-Gummimischung von Pirelli ist zwar sehr hoch, wie etwa Hamilton am Funk monierte ("Die Hinterreifen sind komplett hinüber!"), aber "das sollte im Laufe des Wochenendes besser werden, wenn sich mehr Gummiabrieb auf der Ideallinie ansammelt", gibt Experte Surer vorsichtig Entwarnung.

Fotoquelle: xpbimages.com

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