Kimi Räikkönen hinterlässt auch in Sepang einen starken Eindruck

Formel 1 2013

— 22.03.2013

Räikkönen-Bestzeit zum Auftakt in Malaysia

Kimi Räikkönen fuhr seine Trainingsbestzeit noch vor dem Regen im zweiten Training in Sepang - Red Bull und Ferrari in Lauerstellung - Problem bei Adrian Sutil



Nachdem im ersten Freien Training noch Red-Bull-Pilot Mark Webber Bestzeit erzielt hatte (1:36.935 Minuten), setzte sich in der Freitags-Gesamtwertung beim Grand Prix von Malaysia Auftaktsieger Kimi Räikkönen an die Spitze: Der Lotus-Pilot meisterte den 5,543 Kilometer langen Kurs in 1:36.569 Minuten und war damit um 19 Tausendstelsekunden schneller als Sebastian Vettel (Red Bull).

Die zweite 90-Minuten-Session in Sepang bot einen Vorgeschmack darauf, was die Fans am Wochenende erwarten könnte: eine Fortsetzung des Kampfs zwischen Räikkönen, Red Bull und Ferrari, stark abbauende Reifen und vor allem immer mal wieder ein bisschen Regen zwischendurch. Etwa zu Halbzeit war die anfangs noch völlig trockene Strecke so durchnässt, dass vereinzelt sogar Full-Wets aufgezogen wurden, am Ende ging es aber wieder mit Slicks auf Zeitenjagd.

Die schnellsten Zeiten wurden heute bereits ungewöhnlich früh markiert, weil die Teams auf Regen eingestellt waren. Räikkönen legte im ersten Sektor mit drei Zehntelsekunden Vorsprung den Grundstein für den ersten Platz, war aber im Mittelsektor (normalerweise ein guter Indikator für die Benzinmenge) langsamer als der Deutsche. Dafür wurde der "Iceman" mit der besten Höchstgeschwindigkeit "geblitzt": 306 km/h.

Räikkönen wieder ein "Reifenflüsterer?"

Für Experte Marc Surer gehört Räikkönen, der auch bei abtrocknenden Bedingungen auf Intermediates stets zu den Schnellsten zählte, zum engsten Favoritenkreis: "Seine Reifen sehen verflixt gut aus", spricht der Schweizer den Medium-Run am Ende der Session an. "Das ist keine gute Nachricht für die Konkurrenz. Kimi ist eine Klasse für sich, Grosjean hinkt ein bisschen hinterher. Ich glaube, dass der Sieg ihm und dem Team gut getan hat."

Ferrari-intern war Felipe Massa (3./0,092) heute erneut schneller als Fernando Alonso (4./+0,416), die beiden roten Renner scheinen aber wieder konkurrenzfähig zu sein. Interessant: Massa drehte am Nachmittag 33 Runden, gleich um zehn mehr als sein Teamkollege - so fleißig war sonst niemand. "War eine gute Session", so das erste Twitter-Fazit der Scuderia, die aus dem Vorjahr immerhin den Grand-Prix-Sieg zu verteidigen hat.

Webber wurde am Nachmittag Fünfter, obwohl er seine persönliche Bestzeit nicht mehr steigern konnte - so ging es sonst nur Adrian Sutil (10./Force India/+1,219), den beiden Williams-Piloten und Rookie Giedo van der Garde (21./Caterham/+4,199). Sutil schaute sich den zweiten Teil des Trainings am Nachmittag übrigens fertig umgezogen von der Hospitality aus an, weil er von einem technischen Defekt lahmgelegt wurde.

Mercedes beendete den Tag auf den Positionen sieben (Nico Rosberg/+0,879) und neun (Lewis Hamilton/+1,005). Die beiden gingen spät mit Medium-Reifen auf die Strecke, Hamilton geriet so schon in die erste Regenphase. Experte Surer glaubt nicht, dass die Performance so stark sein wird wie vor einer Woche: "Ich befürchte, das ist schon die Wahrheit. Mercedes ist nicht in einer Situation, wo sie bluffen müssen, sondern ihnen geht es um die Weiterentwicklung."

Mercedes etwas langsamer als in Melbourne

"Sie haben viel mit vollen Tanks getestet und haben den besten Zeitpunkt für die schnelle Runde vielleicht verpasst. Aber für ganz vorne reicht's auch sonst nicht. Ich würde Mercedes vor Force India setzen, aber nicht um viel", analysiert Surer. Doch Teamchef Ross Brawn meinte schon während des Trainings: "Die Session ist gut. Wir haben bereits zu Beginn der Session auf das Rennen hingearbeitet, weil wir auf das Wetter reagieren mussten."

Brawn glaubt, dass das heute die richtige Herangehensweise war: "Wenn man das letzte Rennen in Betracht zieht, dann war das auch wichtig. Wir hatten mit beiden Autos gute Runs. Wir haben noch nicht viele andere Autos mit viel Sprit unterwegs gesehen, was es sehr schwierig macht, die Zeiten einzuordnen. Wir haben auf Konstanz geschaut - besonders auf die der Reifen. Wir waren am Morgen mit viel Sprit unterwegs und am Nachmittag ebenfalls."

Brawn betont: Rennvorbereitungen im Fokus

Sergio Perez, vor einem Jahr an gleicher Stelle als Zweiter im Sauber die große Sensation, landete auf Platz elf, 1,269 Sekunden hinter Räikkönen, aber 0,027 Sekunden vor Teamkollege Jenson Button, dem Schnellsten auf abtrocknender Strecke. "McLaren fehlt eine Sekunde", sagt Surer über das britische Team und erklärt: "Malaysia ist eine Chassis-Strecke, hier kommen Schwächen ans Licht. Wer hier kein gutes Auto hat, der steht auf verlorenem Posten."

Das gilt offenbar nicht für Esteban Gutierrez (Sauber), der sich bei schwierigen Gripverhältnissen jene leichten Fahrfehler leistete, die man einem Rookie zugestehen muss, dafür aber auch über weite Strecken der schnellste Mann im Regen war. Im Trockenen blieb er als 14. jedoch eine halbe Sekunde hinter Nico Hülkenberg, der sich einmal in der Boxeneinfahrt drehte. Gutierrez' größte technische Probleme waren indes ein losgegangener Bordfeuerlöscher und ein gebrochener Auspuff.

Bianchi lässt immer wieder aufhorchen

Ab Position 15 dann die üblichen Verdächtigen, sprich Toro Rosso, Williams, Marussia und Caterham, wobei man die Performance von Jules Bianchi (18./+3,091) hervorheben muss, der die anderen Nachzügler regelmäßig klar in den Schatten stellt. Sein Marussia-Teamkollege Max Chilton (22./+4,869) fiel indes vor allem durch zwei platte Reifen auf, einmal rechts hinten. Als Reaktion bauten seine Ingenieure das Setup komplett um.

Am Limit waren die Pirelli-Reifen, allerdings sollte sich die Lage mit zunehmendem Gummi auf der Ideallinie im Laufe des Wochenendes bessern. Ein weiteres Fragezeichen bleibt das Wetter, denn die Regenwahrscheinlich ist sowohl für das Qualifying wie auch für das Rennen beträchtlich. Doch die Favoriten Räikkönen, Vettel und Alonso scheinen momentan bei allen Bedingungen konkurrenzfähig zu sein - auch wenn das schwer zu sagen ist, weil nicht viel gefahren wurde.

"Diese Freitagstrainings", schimpft Webber, "sind im Grunde ein Witz. Wir alle versuchen, ein Gefühl für das Auto aufzubauen, doch am Sonntag werden die Verhältnisse ohnehin komplett andere sein. Wir haben versucht, das Beste daraus zu machen, und haben unser Programm wie geplant durchgezogen. Die Slicks funktionieren bei diesen Bedingungen recht gut. Die große Frage ist, wo der Crossover-Punkt liegt. Mit diesem Thema beschäftigen sich derzeit alle."

Fotoquelle: Lotus F1 Team

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