Kimi Räikkönen schert sich nicht um die Meinung anderer

Formel 1 2013

— 24.03.2013

Räikkönen: Der einzig verbliebene Rebell in der Formel 1

Kimi Räikkönen ist der wohl letzte Lebemann der Formel 1 - Viele schätzen diese Einstellung, andere nicht - Räikkönen selbst ist das egal: "Es geht ums Rennfahren"



In Flip-Flops zum Pressetermin schlurfen, dann scheinbar gelangweilt und emotionslos Fragen in möglichst kurzen Sätzen beantworten: Das ist für viele Beobachter der typische Kimi Räikkönen. Dass sich dahinter ein selbstbewusster Superstar verbirgt, der wohl als der letzte wirkliche Rebell der Formel 1 angesehen werden könnte, zu dieser Erkenntnis kommt man erst bei genauerem Hinschauen.

Nachdem sich Räikkönen nach neun Jahren, 18 Siegen und einem WM-Titel mit Ferrari Ende 2009 aus der Königsklasse zurückgezogen hatte, suchte er eine neue Herausforderung in der Rallye-WM. Mit Citroen ging der Finne zwei Saisons lang auf Punktejagd, um dann festzustellen, dass er den Rundstreckensport dem Driften über Schotter und Eis doch noch vorzieht.

Es folgte die Verpflichtung durch Lotus für die Saison 2012, in der der mittlerweile 33-Jährige sechs Mal aufs Podium fuhr und in Abu Dhabi schließlich gewann. 2013 gelang dem Team beim Saisonauftakt in Melbourne dann direkt der nächste Coup: Räikkönen schonte in Down Under seine sensiblen Pirelli-Reifen am besten, die Konkurrenz hatte keine Chance: Karriere-Sieg Nummer 20.

"Ich fühle mich gut hier in diesem Team, seit dem ersten Tag als ich vor einem Jahr hier angefangen habe", sagt Räikkönen im Gespräch mit 'RTL'. Für Räikkönen-Verhältnisse kommt so eine Aussage schon einem Liebesbekenntnis gleich. Das kommt jedoch nicht von ungefähr: Nach acht Jahren bei den Topteams von McLaren und Ferrari, die bekanntlich eher umgängliche und pressetaugliche Piloten bevorzugen, genießt das Allround-Talent aus Espoo die Freiheiten, die ihm sein neues Team gewährt.

Weniger Politik und Brimborium

Denn Räikkönen ist ein Lebemann: Er trinkt desöfteren Mal deutlich einen über den Durst, fällt dabei auch mal sturzbesoffen von einer Yacht und schert sich allgemein nicht sonderlich um PR-Termine und Fitnesstrainings. Ihm kommt es viel mehr auf das pure Rennfahren an. Solche Charaktere schienen aus der Formel 1 eigentlich verschwunden zu sein. James Hunt war in den 70er-Jahren ein ähnlich draufgängerischer Fahrer. Es überraschte deshalb kaum, dass Räikkönen letztes Jahr in Monaco mit dem Helmdesign des 1993 verstorbenen Weltmeisters von 1976 durch das Fürstentum heizte, um dem Briten posthum zu huldigen.

Bei Teams wie Red Bull, McLaren oder Ferrari wäre solch eine Lebensweise der Piloten undenkbar. Man stelle sich nur vor, Sebastian Vettel würde in der Öffentlichkeit ausgiebig Alkohol konsumieren, geschweige denn unangenehm auffallen. "Hier wird weniger Politik oder Brimborium gemacht", stellt der 'Iceman' die Vorteile seines Lotus-Teams heraus. "Hier geht es nur ums Rennfahren: Wir wollen gewinnen. Alles andere steht hinten an."

Räikkönen bleibt seiner Devise stets treu

Dabei ist es dem 177-fachen Grand-Prix-Teilnehmer auch völlig egal, welche Wirkung er auf die Öffentlichkeit hat. Im Vorjahr wurde ihm von manch einem vorgeworfen, seinem Team damit keinen Gefallen zu tun, da durch seine Lebensweise potenzielle Sponsoren vergrault würden, die Lotus wichtiges Geld einbringen könnten.

"Ich versuche erst gar nicht, jemand anderer zu sein als ich selbst", erläutert der geschiedene Räikkönen seine Lebensdevise. "Ich muss nicht jedermann gefallen, das ist komplett falsch." Es würde vielmehr auf andere Dinge ankommen: "Wichtig ist, dass ich glücklich bin mit dem, was ich mache, sonst ändere ich das sofort. Manche Leute mögen diese Einstellung, andere nicht. Mir ist das egal."

Fotoquelle: xpbimages.com

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