Mark Webber und Sebastian Vettel waren nach dem Rennen ziemlich betröppelt...

Formel 1 2013

— 24.03.2013

Red Bull: Vettel muss sich entschuldigen

Nach dem Ignorieren der Aufforderung des Teams muss sich Vettel für sein Überholmanöver beim Team und Webber entschuldigen



Sebastian Vettel hat sich beim Großen Preis von Malaysia in Sepang den ersten Saisonsieg geholt, doch er hätte nicht siegen dürfen. Das Red-Bull-Team hatte angesichts der schwierigen Situation mit den Reifen die klare Order ausgegeben, das Material zu schonen und die Positionen zu halten. Doch der amtierende Weltmeister widersetzte sich der Aufforderung seines Arbeitgebers und überholte Teamkollege Mark Webber, der sich am Ende mit dem zweiten Rang zufrieden geben musste.

"Ich habe es heute vermasselte", entschuldigt sich Vettel. "Ich würde gerne mit einer netten Entschuldigung ankommen, warum ich das gemacht habe, aber das kann ich nicht. Ich kann Marks Frustration verstehen und die Tatsache, dass das Team nicht glücklich über das ist, was ich heute gemacht habe. Ich schulde ihm und dem gesamten Team eine Erklärung. Ich werde es versuchen, ihnen später zu erklären."

"Wir sprechen darüber, dass diese Situation häufig vorkommt, und was wir tun, wenn es passiert. Heute ist es passiert, und ich hätte den Befehl umsetzen müssen. Ich bekam die Ansage und ignorierte sie."

Vettel sieht seinen Fehler ein

"Mark und ich sind es gewohnt, gegeneinander zu kämpfen wenn wir eng beieinander liegen, aber angesichts der Reifen, wie sie im Moment sind, und man nicht weiß, wie lange sie halten werden, war es ein extrem großes Risiko, die Anweisung zu ignorieren, Zweiter zu bleiben."

"Es hätte passieren können, dass wir als Achter und Neunter ins Ziel kommen, nachdem wir uns in diesen zwei Runden die Reifen zerstören. Ich habe mich selbst einer Entscheidung des Teams widersetzt, was falsch war. Das wollte ich nicht, und ich entschuldige mich."

"Ich bin nicht glücklich, dass ich gewonnen habe, ich habe einen Fehler gemacht, und wenn ich ihn rückgängig machen könnte, so würde ich das tun. Es ist im Moment nicht ganz einfach, und ich bin Mark und dem Team eine Entschuldigung schuldig."

Webber ging so einiges durch den Kopf

"Ich denke, dass mich Sebastian respektiert, und ich habe Respekt vor ihm", so Webber. "Die Situation heute wurde jedoch nicht gut gehandhabt. Es fällt schwer, nach dem Rennen darauf mit dem Finger zu zeigen. Wenn man am Limit fährt und so Druck macht, wie wir nur können, dann ist es für das Team die schlimmste Situation."

"Ich bin mir sicher, dass sie sich selbst einmauern und wissen, dass Dinge schief gehen können. Diesbezüglich gibt es auch eine kleine Geschichte. In den letzten 15 Runden habe ich über jede Menge Dinge nachgedacht, aber ich war über die Art und Weise, wie ich gefahren bin, glücklich. Ich versuchte am Ende das zu verdrängen, was passiert ist, und wir haben heute etwas herausgeholt. Aber natürlich bin ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden."

"Das setzt ein paar Leute unter Druck, und unglücklicherweise gibt es keinen Knopf, mit dem wir Zurückspulen können. Ich weiß, dass die Leute von uns nach diesen Situationen echte Emotionen sehen wollen, und die ist auch vorhanden, aber wir müssen cool bleiben. Es sind nun bis zum nächsten Rennen drei Wochen, wir haben also Zeit, an diesen Dingen zu arbeiten."

Horner: "Vettel hat die Dinge in seine eigene Hand genommen"

"Bevor ich alles analysiere, das war eine phänomenale Leistung des Teams vom Auto und der Boxenmannschaft, die heute in den Boxen fantastisch schnelle Stopps durchgeführt hat", lobt Teamchef Christian Horner. "Bei Marks zweitem Stopp haben wir unsere bisher schnellste Zeit gestoppt, was womöglich in der Boxengasse ein neuer Rekord ist."

"Natürlich gibt es unglaublich viel darüber zu debattieren, was am Ende des Rennens passiert ist. In unserer Position nach dem letzten Boxenstopps ging es nur darum, das Rennen bis zum Ende zu managen und unsere Reifen zu schonen, die Autos ins Ziel zu bekommen und die maximale Anzahl an Punkten zu erzielen."

"Unglücklicherweise können die Interessen der Fahrer manchmal mit jenen des Teams in Konflikt geraten. Sebastian hat sich dazu entschieden, die Dinge heute in seine eigene Hand zu nehmen und ist gegen Mark gefahren. Glücklicherweise hatte er ein sauberes Manöver vollführt und die Rangfolge hat sich bis zur Flagge nur umgedreht. Das ist frustrierend."

Horner: "Die Formel 1 ist auch ein Teamsport"

"Die Formel 1 ist sowohl ein Teamsport als auch ein Sport der Einzelnen, und manchmal gibt es einen Konflikt zwischen dem Wunsch der Fahrer und den Interessen des Teams."

"Was heute passierte ist etwas, das nicht hätte passieren sollen. Es ist etwas, für das sich Sebastian zu entschuldigen hat, und etwas, das wir intern im Team diskutieren werden."

"Das war ein hartes Rennen", so Thierry Salvi von Renault. "Ich glaube, dass wir mit beiden Motoren gut umgegangen sind und den Benzinverbrauch von Anfang an unter Kontrolle hatten."

"Aufgrund der Tatsache, dass wir einen Start im Nassen hatten, war es einfacher, die Temperaturen zu kontrollieren. Ich denke, dass das Setup, das wir zur Verfügung gestellt haben, gut funktionierte. Zwischen den Motoren ging es im Rennen ziemlich eng zu, und sie verfügten über eine identische Motorleistung."

Fotoquelle: xpbimages.com

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