Fernando Alonsos 200. Grand Prix endete früh im Kiesbett

Formel 1 2013

— 24.03.2013

Domenicali: "Wir als Team übernehmen die Verantwortung"

Stefano Domenicali betont, dass es die Entscheidung des Teams war, Fernando Alonso nicht an die Box zu rufen - Dieser sei "nicht allzu glücklich, aber erwachsen"



Fernando Alonso brachte der 200. Grand Prix kein Glück. Schon nach etwas mehr als einer Runde war das Jubiläumsrennen für den Spanier beendet. Von Startplatz drei in den Grand Prix von Malaysia in Sepang gegangen, schob sich Alonso noch vor der ersten Kurve an Ferrari-Temkollege Felipe Massa vorbei.

In Kurve zwei dann der Rückschlag. Alonso fuhr ins Heck des führenden Red Bull von Sebastian Vettel und beschädigte sich dabei den Frontflügel. Funkensprühend legte der Ferrari-Pilot die erste Runde zurück, kam am Ende dieser aber nicht an die Box. Genau in dem Moment, als Mark Webber im zweiten Red Bull am Ende der Start-Ziel-Geraden am waidwunden Alonso-Ferrari vorbeiging, brach dessen Frontflügel komplett ab.

Mit dem Flügel unter dem Auto war der zweifache Weltmeister in seinem Jubiläumsrennen machtlos. Der rote Bolide rodelte ins Kiesbett von Kurve eins, woraufhin Alonso den zweiten WM-Lauf des Jahres aufgeben musste. "Wir gingen ein Risiko ein, das sich leider nicht auszahlte", muss Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali rückblickend eingestehen.

"Nach der Berührung war das Rennen noch nicht vorbei und ich zog den Übergang von einer feuchten hin zu einer trockenen Strecke in Betracht", erklärt Domenicali, warum man Alonso nach der ersten Runde nicht an die Box holte. Stattdessen hoffte man bei Ferrari, den Wechsel des Frontflügels wenige Runden später zusammen mit dem Wechsel von Intermediates auf Slicks erledigen zu können. Dieser Plan löste sich jedoch nur Sekunden später sprichwörtlich in Rauch auf.

"Unter normalen Bedingungen müsste man hereinkommen, doch da wir gerade den Übergang von einer feuchten zu einer trockenen Fahrbahn erlebten, hätten wir die Helden des Wochenendes sein können - wenn der Flügel gehalten hätte. Leider war dem nicht so", bedauert Domenicali und stellt klar, dass die Entscheidung, draußen zu bleiben, die des Teams und nicht die von Alonso war: "Die Entscheidung kam von der Boxenmauer."

"Natürlich kann Fernando das Auto fühlen, doch er konnte den Schaden aus dem Cockpit heraus nicht sehen", begründet der Ferrari-Teamchef und unterstreicht: "Wir als Team übernehmen die Verantwortung. Es war eine unglückliche Entscheidung." Als "unglücklich" bezeichnet Domenicali auch die Kollision mit Vettel in Kurve zwei, die indirekt zum Ausfall führte. "Der Kuss war unglücklich, denn wir hätten aus diesem Rennen viele Punkte mitnehmen können."

So sei Alonso nach der Nullnummer in Sepang "zwar nicht allzu glücklich", wie Domenicali betont, "doch er ist erwachsen und freut sich bereits auf das nächste Rennen. Es ist nur schade, dass wir bei diesen Bedingungen Punkte weggeworfen haben." In der Gesamtwertung belegt Alonso nach zwei von 19 Saisonrennen mit 18 Punkten nur Rang sechs. Teamkollege Massa ist mit 22 Punkten auf dem Konto Fünfter. Vor genau einem Jahr standen Ferrari und Alonso mit einem offenkundig deutlich schwieriger zu verstehenden Auto, dem F2012, bereits mit dem ersten Saisonsieg und der Führung in der Fahrerwertung da.

Dass man mit dem F138 nun auf dem Papier zurückliegt, ist für den Teamchef kein Drama. "Das spielt keine Rolle, denn die Saison ist sehr lang. Es ist wichtig, ruhig und konzentriert zu bleiben. Wir müssen sicherstellen, dass wir das Beste aus unserem Paket herausholen. Wie alle anderen auch werden wir natürlich versuchen, das Auto kontinuierlich weiterzuentwickeln", sagt Domenicali und stellt für den anstehenden Grand Prix von China (14. April) die ersten Upgrades am F138 in Aussicht.

Fotoquelle: xpbimages.com

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