Jules Bianchi zeigt bei Marussia eine beeindruckend Leistung

Formel 1 2013

— 25.03.2013

Bianchi: Glanzlicht im Schatten der Großen

Jules Bianchi konnte an seinen ersten beiden Grand-Prix-Wochenenden auf ganzer Linie überzeugen - Führt der Franzose Marussia ans Mittelfeld heran?



Es ist ein einsamer Kampf im Schatten der Großen, der jedoch nicht weniger spannend und brisant ist: das Duell um Position zehn in der Konstrukteurswertung zwischen Caterham und Marussia. Während in den vergangenen drei Jahren jeweils Caterham (zuvor Lotus) bestes der 2010 neu in die Formel 1 eingestiegenen Teams war, zeichnet sich in diesem Jahr ein anderes Kräfteverhältnis ab. Und das liegt nicht zuletzt an einem Mann: Jules Bianchi.

Der Franzose, der erst in buchstäblich letzter Sekunde das Marussia-Cockpit von Luiz Razia übernahm, zeigte an seinen ersten beiden Rennwochenenden eine starke Leistung. Im teaminternen Duell hat er Max Chilton bisher klar im Griff. Im Qualifying von Melbourne war Bianchi mehr als sieben Zehntel, in Sepang sogar mehr als 1,2 Sekunden schneller als der Brite. Auch bei den Freien Trainings auf trockener Bahn war Bianchi im Schnitt eine Sekunde schneller als sein Teamkollege - in der Formel 1 eine Welt.

Doch nicht nur seinen Teamkollegen, sondern auch die Caterham-Piloten Charles Pic und Giedo van der Garde konnte Bianchi sowohl bei den beiden Qualifyings als auch bei den Rennen klar distanzieren. Dank des Franzosen liegt Marussia im Wettstreit der "kleinen Teams" derzeit vorne. "Jules hat einen guten Job erledigt", lobte Teamchef John Booth im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' dann auch den 23-Jährige. Besonders beeindruckt ist Booth von der Konstanz des Franzosen: "Das Ding ist: Er macht keine Fehler."

Bianchi fehlerfrei und schnell

"Er hatte einen kleinen Wackler in der Einführungsrunde - aber ich denke, den hatte fast jeder. Er kam ein wenig von der Linie ab, wie vier oder fünf andere vor ihm auch", kommentiert der Teamchef den Ausrutscher Bianchis bei der Fahrt in die Startaufstellung, der aber letztlich folgenlos blieb. "Ich denke, er beeindruckt viele Leute", so Booth. Der starke Einstieg Bianchis kommt für die Formel-1-Fans jedoch nicht unerwartet. Das ergab eine Umfrage von 'Motorsport-Total.com'.

Bei der Frage "Welcher Formel-1-Rookie wird 2013 am positivsten überraschen?" erzielte zwar Williams-Neuzugang Valtteri Bottas mit 35,78%, die meisten Stimmen, auf Platz zwei folgt jedoch Bianchi mit 30,36%, dem die Teilnehmer der Umfrage damit mehr zutrauen als Sauber-Pilot Esteban Gutierrez, der 27,11% erzielt. Von van der Garde (4,04%) und Chilton (2,73%) erwarten die Fans hingegen kaum etwas. Insgesamt wurden bei der Umfrage 6.493 Stimmen abgegeben.

Allerdings ist Bianchi auch kein Rookie im klassischen Sinne, sondern verfügt bereits über einige Erfahrung am Steuer eines Formel-1-Fahrzeugs. Der 23-Jährige gehört seit 2010 zum Nachwuchsprogramm von Ferrari und fuhr in den vergangenen drei Jahren bei den Young-Driver-Tests für das italienische Team. 2012 und zu Beginn dieses Jahres war er Testfahrer für Force India, für die er in der vergangenen Saison neun Mal im ersten Freien Training fuhr.

Marussia mit deutlicher Steigerung

Dank der starken Leistungen des Franzosen und einem überraschend schnellen MR02 könnte Marussia sogar der Anschluss ans Mittelfeld gelingen. In Sepang fehlten Bianchi im Qualifying nur 0,227 Sekunden auf die Zeit von Williams-Pilot Bottas, in Melbourne nur knapp vier Zehntel auf Gutierrez. Zum Vergleich: Timo Glock lag 2012 im Qualifying in Malaysia noch fast 1,8 Sekunden hinter der Zeit von Toro-Rosso-Pilot Jean-Eric Vergne zurück.

Auch der absolute Zeitenvergleich zeigt, welch großer Sprung Marussia mit dem neuen Auto gelungen ist. Während Glock 2012 in Sepang in Q1 eine Rundenzeit von 1:40.903 Minuten fuhr, war Bianchi am Samstag mit 1:38.434 um fast 2,5 Sekunden schneller. Nico Rosberg war als Schnellster in Q2 (die Zeiten aus Q3 wurden auf feuchter Strecke gefahren) hingegen nur 29 Tausendstelsekunden schneller als die Pole-Position-Zeit von Lewis Hamilton aus dem Jahr 2012. Die Arbeit von Pat Symonds, die Kooperation mit McLaren und der Einbau des Williams-KERS tragen nach drei mageren Jahren Früchte.

Fotoquelle: xpbimages.com

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