Die Red-Bull-Entscheidung, Webber gewinnen zu lassen, sorgte für Zündstoff

Formel 1 2013

— 04.04.2013

Gillan über Vettel: Red Bull hätte es wissen müssen...

Ex-Williams-Chefingenieur Mark Gillan wundert es nicht, dass sich Vettel nicht an die Red-Bull-Stallorder hielt und rechnet mit einem topmotivierten Webber in China



Der Zank zwischen den Red-Bull-Teamkollegen Sebastian Vettel und Mark Webber sorgte in Malaysia für große Aufregung. Der Heppenheimer hatte zunächst Stallorder gegen den führenden "Aussie" gefordert, diese aber später missachtet, als sie zu seinem Nachteil ausgefallen wäre, und das Rennen gewonnen. Im Gegensatz zu Webber hatte er sich einen frischen Reifensatz für das Rennen aufgespart - ein Vorteil, den er durch das Überholverbot nach dem letzten Stopp nicht mehr nutzen hätte können.

Zur Erinnerung: Auch Webber hatte die Stallorder bereits einige Mal missachtet, doch der Weltmeister ging in Sepang einen Schritt weiter, denn sein Teamkollege hatte die Motorleistung bereits verringert und kämpfte mit stumpfen Waffen. Der ehemalige Williams-Chefingenieur Mark Gillan, der davor bereits bei McLaren, Jaguar - übrigens mit Mark Webber - und Toyota arbeitete, wundert sich nicht über die Reaktion Vettels auf die Stallorder und ist der Meinung, Red Bull hätte es wissen müssen, dass es so kommen würde.

Gillan: Ein Nummer-1-Fahrer stellt sich nicht an

"Ehrlich gesagt: Wenn man mit den Topfahrern, mit Weltmeistern zu tun hat, dann handelt es sich meistens um sehr aggressive Fahrer, natürlich um sehr talentierte Fahrer, die meist auch den Nummer-1-Status haben", erklärt der Brite gegenüber dem Blog von Formel-1-Reporter James Allen. "Wenn man von einem Fahrer erwartet, der tatsächlich die Nummer 1 ist oder so wahrgenommen wird, dass er Platz macht oder sich hinter dem Fahrer anstellt, der als Nummer-2-Fahrer wahrgenommen wird, dann sorgt das für Probleme."

Er kann sich aber auch gut in Webber hinein fühlen und versteht dessen Wut nach dem Rennen nur allzu gut: "Er wird verärgert sein, was er auch ganz klar auf dem Podest gezeigt hat. Jetzt wird für ihn wichtig sein, dass er es nicht allzu sehr an sich heranlässt, in China einen Neustart macht und die bestmögliche Leistung abruft." Den Routinier, den er gut kennt, hält Gillan für einen "großartigen Fahrer und Mensch", dem er vor allem mentale Stärke attestiert. Er rechnet damit, dass das Red-Bull-Stallduell nun weitergeht: "Er wird sein Äußerstes tun, um Sebastian in China zu schlagen."

Formel 1 ein Teamsport?

Der Grand Prix von Malaysia hat gezeigt, dass die Formel 1 immer mehr von Teaminteressen geprägt wird - die Rennställe argumentieren dies mit den unberechenbaren Pirelli-Reifen, die sie zu Vorsicht zwingen. Doch die Fans sind verständlicherweise verärgert, schließlich zahlen sie teures Geld, um die Piloten im Rad-an-Rad-Duell zu sehen.

Gillan zeigt aber Verständnis, dass die Teams eingreifen: "Die Formel 1 ist ein Teamsport - da sollten wir uns keine Illusionen machen. Es ist die Aufgabe des Chefrenningenieurs, der die Entscheidungen an der Boxenmauer steuert, die Performance des Teams zu optimieren. Ein Team besteht aus 500 Menschen, und die Fahrer sind ganz klassisch die zwei bestbezahlten Angestellten."

Obwohl er weiß, dass Spitzenpiloten wie Vettel nur schwer einzubremsen sind, verlangt er deren Gehohrsam zugunsten des Teams: "Die Piloten müssen verstehen, dass sie das Auto wie verlangt nach Hause bringen müssen. Wenn also ein Befehl von der Boxenmauer ausgeht, dann wird von den Fahrern erwartet, dass sie diesen exakt umsetzen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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