Formel 1 2013

— 05.04.2013

Lotus: In China zur alten Stärke?

Lotus möchte in Schanghai an den Australien-Auftritt anknüpfen, während Romain Grosjean endlich einmal sein wahres Potenzial zeigen will - Ohne Regen besser dran





Nach dem Sieg beim Saisonauftakt in Australien kam Lotus in Malaysia nicht mehr ganz so gut zurecht, in China soll die Performance-Welle wieder aufwärts schwappen. Dabei war 2012 ausgerechnet Schanghai das einzige Rennen, bei dem Kimi Räikkönen keine Punkte holen konnte. Einbrechende Reifen spülten den Finnen damals auf Rang 14 zurück. Dafür lief es bei seinem Teamkollegen Romain Grosjean besser: Der Franzose holte in China als Sechster die ersten Formel-1-Zähler seiner Karriere.

Räikkönen hofft in diesem Jahr auf einen anderen Verlauf: "Unglücklicherweise konnten wir im letzten Jahr keine Punkte einfahren, also können wir uns eigentlich nur verbessern. Ich war hier Erster, Zweiter und Dritter in den vergangenen Jahren, es wäre schön, wenn wir da noch etwas hinzufügen könnten. Ich sehe keinen Grund, warum wir nicht gut sein sollten", so der Finne. Lotus will zudem ein paar neue Teile für den E21 bringen. "Die letzten Updates scheinen geholfen zu haben", analysiert Räikkönen.

"Es wird interessant sein, was passieren wird, wenn es nicht regnet", fügt er an. "Es ist immer schwer, vorherzusagen, was im nächsten Rennen passieren wird, schließlich waren wir mit dem Auto noch nicht hier, und jedes Auto verhält sich auf einer Strecke anders." So auch der E21, der bei den ersten beiden Saisonrennen zwei Gesichter gezeigt hat: "Australien fühlte sich für mich wie ein leichtes Rennen an, weil alles im Auto rund lief und das Resultat dem entsprach, was jeder gerne bekommen möchte."

"Malaysia war hingegen ein hartes Rennen", erklärt der Iceman. "Unser Start war nicht gut und ich habe auf der ersten Runde einen Teil meines Frontflügels verloren. Das Auto verhielt sich danach nicht sonderlich gut, und die Bedingungen machten das ganze Rennen noch schwieriger. Die Pace war nicht die schlechteste, aber es hätte viel besser sein können, wenn man sich unsere Zeiten vom Freitag betrachtet."

Ziel: Besser machen als 2012

An das vergangene Jahr denkt der Lotus-Pilot hingegen ungern zurück: "Es gab ein gutes Rennen und es sah so aus, als sei ein starkes Resultat möglich gewesen, aber uns ging quasi im letzten Stint der Gummi aus und haben keine Punkte geholt. Hoffentlich haben wir in diesem Jahr ein wenig mehr Glück mit der Reifenperformance und werden besser auf die Strategie vorbereitet sein. Wir hatten 2012 die Pace, sind aber mit den Reifen viel zu lange weitergefahren. Sie gingen in die Knie, das war's."

"Andererseits hätten wir ohne diese Taktikversuche nicht um Toppositionen kämpfen können. Wenn man auf das vorige Jahr blickt, so hatten wir kein schlechtes Auto in China. Wenn wir das Auto so zum Laufen bringen wie am Sepang-Freitag, sollten wir in Shanghai ebenfalls gut aufgestellt sein", sagt Räikkönen, der 40 Kilometer außerhalb der chinesischen Metropole schon sein ganz persönliches Erfolgserlebnis feiern durfte.

"Ich habe 2007 hier gewonnen", erzählt der Finne. "Das war ein gutes Gefühl, weil es das Jahr meiner Weltmeisterschaft war. Ich habe die Siege damals standesgemäß gefeiert." Doch zurück zu diesem Jahr: "Es ist eine ordentliche Rennstrecke und es gibt gute Möglichkeiten zum Überholen. Unser Auto sieht bisher ganz gut aus, also schauen wir mal, was passiert, wenn wir auf die Strecke gehen", schließt der Iceman ab.

Grosjean sieht viel verstecktes Potenzial

Romain Grosjean will nach den Plätzen zehn und sechs hingegen endlich beweisen, dass das Vertrauen von Lotus in den Franzosen gerechtfertigt war: "Bisher verlief die Saison ein wenig frustrierend, da ich mein volles Potenzial noch nicht zeigen konnte", so der 26-Jährige. "Die ersten beiden Rennen waren ziemlich schwierig für mich und ich hätte wirklich gerne ein Wochenende, an dem ich zeigen kann, zu was ich und mein Team in der Lage sind. Wir haben großartiges Potenzial, das wir nur befreien müssen. Hoffentlich finden wir den Schlüssel in China."

In Malaysia wären eigentlich auch alle Zutaten für ein erfolgreiches Rennen vorhanden gewesen, glaubt der Franzose. Doch es hat nicht sein sollen, besonders das Auto habe sich nach dem Training nicht mehr so gut angefühlt: "Wenn das Auto das ganze Wochenende über so gewesen wäre, wie wir es wollten, dann wäre mehr möglich gewesen. Ein Startplatz weiter vorne und ein besserer Start hätten auch geholfen, aber darüber reden ist einfach."

"Während des Rennens selbst habe ich viel Zeit hinter Felipe Massa festgesteckt. Hätte ich ihn eher überholen können, wäre ich mit Sicherheit vor ihm geblieben. Aber am Ende waren meine Reifen so abgelutscht, dass es das Beste gewesen ist, ihn durchzulassen, ohne eines unserer Rennen zu behindern", lässt Grosjean das Rennen vor zwei Wochen Revue passieren. Immerhin habe sich der Fortschritt des E21 gezeigt, glaubt der Lotus-Pilot. Trotzdem gebe es noch einige Baustellen.

"Es ist frustrierend, denn manchmal gibt mir das Auto, was ich will, und manchmal tut es das nicht - selbst wenn die Bedingungen und das Setup ziemlich ähnlich sind. Ich habe mit meinen Ingenieuren eng zusammengearbeitet, und wir haben am letzten Rennwochenende gute Fortschritte gemacht. Das Auto und die aktuellen Reifen scheinen sehr sensibel zu sein, was die richtige Balance angeht. Darauf liegt unser Fokus."

Rückkehr an den Ort der ersten Punkte

In China bekommt das Auto von Grosjean und Räikkönen einen neuen Frontflügel, Grosjeans Bolide wird zudem mit dem neuen Auspuff bestückt, den sein finnischer Teamkollege bereits in Malaysia fuhr. "Das war definitiv ein Fortschritt für das Auto", glaubt der gebürtige Schweizer. Im vergangenen Jahr konnte er in Schanghai seine ersten Zähler in der Königsklasse einfahren. "Es war großartig, aus den Startlöchern zu kommen, und es ist immer fantastisch, bei einem Grand Prix Punkte zu holen", schwärmt Grosjean. "Je mehr, desto besser!"

"Es war ein herausforderndes Wochenende", erinnert er sich weiter. "Wir hatten zu Beginn nicht das Auto, das wir wollten, aber wir waren in der Lage, eine andere Reifenstrategie zu fahren und ein gutes Resultat zu holen. Hoffentlich werden es in diesem Jahr aber mehr Punkte sein." 15 sollten es schon sein, wenn es nach dem GP2-Meister von 2011 geht: "In Australien war ich Zehnter, dann Sechster in Malaysia, also wäre ich glücklich, wenn ich in Schanghai Zweiter werden würde."

"Das oder ein Sieg würde mich sehr glücklich machen", ergänzt er. "Wir müssen schauen, wie das Auto ist, wenn wir an der Strecke sind. Hoffentlich gibt es keinen Regen, da wir wissen, dass unser Auto bei nassen Bedingungen ein wenig schwächelt." Zudem würde die Strecke auch ohne Niederschläge genügend Spaß verbreiten: "Das Layout ist ziemlich gut, es gibt einige schöne Herausforderungen, wie sich öffnende oder zur Seite abfallende Kurven."

"Es gibt mehr langsamere Kurven, als wir in den paar Rennen zuvor hatten und eine ziemlich lange Gerade hat die Strecke auch zu bieten. Es gibt also jede Menge Dinge, die uns beschäftigt halten", hat sich Grosjean eingehend mit dem Shanghai International Circuit beschäftigt. Doch was sagt der Franzose allgemein zum Austragungsort? "Es ist eine beeindruckende Anlage. Wenn man das erste Mal hierherkommt, realisiert man, wie groß sie ist."

Fotoquelle: xpbimages.com



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