Pastor Maldonado rechnet nicht mit dem schnellen Fortschritt bei Williams

Formel 1 2013

— 11.04.2013

Maldonado: "Unsere Probleme sind groß"

Williams-Pilot Pastor Maldonado erwartet beim britischen Traditionsteam keinen schnellen Aufschwung: "Müssen die richtige Richtung erkennen"



Williams tappt bei der Suche nach den Schwächen des FW35 offenbar weiter im Dunkeln. In den ersten beiden Rennen des Jahres konnte man das Tempo der direkten Konkurrenten kaum mitgehen, der Neuwagen ist nach Aussage der Piloten schwierig zu beherrschen. In China sollen kleine Updates erste Fortschritte bringen, zum Europaauftakt in Barcelona erhofft man sich den großen Sprung. Pastor Maldonado ist vor dem Grand Prix in Schanghai nicht allzu optimistisch.

Frage: "Pastor, es geht nun ins dritte Rennwochenende der Saison. Bist du gespannt, ob es bei euch endlich besser läuft?"
Pastor Maldonado: "Natürlich hatten wir uns generell vom Auto mehr erhofft. Wir müssen nun realistisch bleiben. Tut mir leid, das sagen zu müssen, aber die neuen Updates, die wir hier am Auto haben werden, sind kein großer Fortschritt. Hoffentlich hilft es wenigstens etwas. Wir sind aber bestimmt noch weit davon entfernt, das Auto so zu haben, wie wir es haben möchten."

"Wir arbeiten in der Fabrik alle sehr hart. Ich war gerade ein paar Tage dort in Grove, habe mit den Ingenieuren gesprochen. Wir haben weitere Windkanalversuche unternommen. Ich hoffe, dass wir möglichst bald einen deutlichen Schritt nach vorn machen können. Wir geben unser Bestes."

Frage: "Ein kleiner Fortschritt in China würde aber Mut machen, oder?"
Maldonado: "Ja, natürlich. Man kann das Auto nicht innerhalb von zwei Wochen komplett umkrempeln. Das braucht etwas mehr Zeit. Kleine Fortschritte könnten ein gutes Signal sein - vor allem in Sachen Windkanal. Dort wurde in den vergangenen Wochen intensiv gearbeitet. Wir haben vollstes Vertrauen in unsere Leute. Die haben es in der Hand. Hoffentlich geht es schnell voran."

Wann geht es voran?

Frage: "Für das Rennen in Barcelona hat Williams ein großes Update angekündigt. Wird dies der große Schritt sein?"
Maldonado: "Alle erwarten das, aber man kann noch nichts sagen. Es ist schwierig. Wir haben einige große Probleme, deren Beseitigung nicht einfach ist. Vielleicht geht es hier schon voran, vielleicht in Barcelona, vielleicht aber auch erst später. Wir wissen es nicht - keine Ahnung."

Frage: "Mike Coughlan hatte angekündigt, dass ihr vielleicht zum alten Auspuff von 2012 zurückkehren wollt. Wird das hier passieren?"
Maldonado: "Nein. Das Paket wird dem aus den ersten beiden Saisonrennen sehr ähnlich sein. Im Bereich Aerodynamik gibt es ein paar Neuerungen, hier und dort ein paar Kleinigkeiten. Wir müssen schauen, ob uns das eindeutig voranbringt - wenn auch nur ein wenig. Es ist wichtig, dass wir die richtige Richtung erkennen können. Dann ist die weitere Entwicklung des Autos möglich."

Frage: "Glaubst du noch an das grundsätzliche Potenzial des FW35?"
Maldonado: "Ja. Wir müssen unsere Probleme nur schnell abstellen. Ich bin überzeugt, dass der Kern der Sorgen in der Aerodynamik steckt. Da haben wir beim Bau des Autos offenbar Fehler gemacht. Jetzt arbeiten wir intensiv daran, diese Schwachstellen auszumerzen. Schlechter kann es nicht mehr werden, es kann nur besser werden."

"Für unser Team ist dies eine schwierige Phase. Wir arbeiten mehr Stunden am Tag als alle anderen, um unsere Probleme zu beseitigen. Ich erwarte, dass es bald erheblich vorangeht. Wir wollen vor Teams wie Force India oder Sauber fahren. Die Basis stimmt aus meiner Sicht. Selbst kleine Schritte können uns nach vorn bringen, weil alle eng beisammen liegen. Wir müssen weiter Druck machen."

Balance verändert sich ständig

Frage: "Beschreibe das Fahrzeug mal aus Fahrersicht: Ist es schwierig zu beherrschen, oder fehlt es generell an Abtrieb?"
Maldonado: "Das Auto ist sehr schwierig zu fahren. Die Balance des Wagens verändert sich zwischen Start mit vollem Tank und Rennende mit wenig Benzin ganz erheblich. Das Auto verhält sich immer wieder anders. Und dies ist kaum vorherzusagen. Wenn man es vorsichtig und langsam angeht, dann kann man das Auto auf der Bahn halten und ins Ziel fahren. Aber wenn man Gas gibt, ans Limit geht, dann wird es extrem knifflig."

Frage: "Ist es im Qualifying auch so schwierig?"
Maldonado: "Nein, im Qualifying geht es eigentlich recht gut. Da ist die Balance über eine schnelle Runde okay. In diesem Jahr wird viel auf die Reifen geschimpft. Ich muss ehrlich sagen, dass mangelndes Tempo immer eine Kombination aus Problemen am Auto und Problemen im Umgang mit den Pneus ist. Ich habe einfach derzeit nicht das Auto, um die Reifen verstehen zu können. Das macht es auch für die Ingenieure so schwierig."

"Ich habe einfach nicht das ausreichend gute Gefühl für das Auto, um die Eigenheiten der Reifen wirklich spüren zu können. Verschleiß ist bei uns zum Beispiel kein Problem. Ich bin zuletzt im Rennen 19 Runden auf den Option-Reifen am Stück gefahren - mehr hatte keiner. Allerdings ging das nur, weil ich so langsam war. Ich hätte lieber fünf Runden weniger auf dem Satz absolviert, aber eben deutlich schneller. Wir stecken in einem Kompromiss: Wir müssen Reifen verstehen und gleichzeitig an der Performance des Autos arbeiten."

Frage: "Beim Test in Jerez habt ihr das alte Auto benutzt. Hätte man vielleicht dort mit dem neuen Wagen fahren müssen und die Probleme dann frühzeitiger erkennen können?"
Maldonado: "Vielleicht ja, vielleicht nein. Das ist schwierig zu sagen, im Nachhinein ist man immer klüger. Unsere Probleme sind groß. Es braucht seine Zeit. Wir müssen die vergangenen Rennen abhaken und nach vorne schauen. Wenn wir der Vergangenheit nachhängen, dann ergibt sich Stillstand."

Fotoquelle: Williams

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