Kimi Räikkönens Minenspiel sagt es nicht, aber er ist zufrieden mit Platz zwei

Formel 1 2013

— 14.04.2013

Räikkönen: Richtiger Riecher trotz ramponierter Nase

Der Lotus-Pilot hätte ohne einen verkorksten Start und die Kollision mit Sergio Perez um den Sieg fahren können, kann aber auch mit dem zweiten Platz leben



Makellos ist anders, aber um Schönheitspreise in der Formel 1 ging es Vollblut-Racer Kimi Räikkönen ohnehin noch nie. Viel glücklicher dürfte der Finne über den zweiten Platz beim China-Grand-Prix am Sonntag gewesen sein, den er mit an der Frontpartie havarierten Lotus einfuhr. Übermäßig gestört hat ihn der Schaden nicht. "Das hat nicht geholfen, aber glücklicherweise hat das nicht so einen großen Ausschlag gegeben", erklärt Räikkönen, der gerne weiter oben gestanden hätte.

Den Silberrang nennt er "in Ordnung". Gleich beim Losfahren fiel der "Iceman" von Position zwei auf vier zurück, schraubte deshalb seine Ambitionen aber nicht nach unten. Im Gegenteil: "Wir wollten gewinnen, nach einem schlechten Start fühlte sich das Auto gut." Doch es kam der Nasenstüber des Tages, als der deutlich schnellere Räikkönen nach seinem ersten Boxenstopps den mit den harten Pneus gestarteten Sergio Perez passieren wollte. Vornehm ausgedrückt: Es war ein ambitioniertes Manöver.

Der Lotus-Star, der sich im Funk unmittelbar nach der Szene über den Mexikaner beklagte, scheint auch nach dem Rennen nicht einverstanden mit der Art und Weise, wie sich Perez verteidigte. "Ich war ganz nah dran, aber er hat mich auf die Randsteine gedrückt. Ich wollte ihm noch ausweichen, habe ihn aber am Heck getroffen und mir die Nase ramponiert." Neben der Spitze des E21 war auch der Frontflügel deutlich in Mitleidenschaft gezogen, die empfindliche Aerodynamik jedoch nur minimal gestört worden.

Räikkönen klagte über Untersteuern

"Ich hatte eine Menge Untersteuern, aber wir konnten noch immer um den zweiten Rang kämpfen", resümiert Räikkönen, der beim letzten Boxenstopp an Lewis Hamilton vorbeiging und sich bis zum Schluss gegen den Mercedes-Neuzugang verteidigte. "Ohne den Schaden wäre ich sicher ein bisschen schneller gewesen", meint der Zweite der WM-Gesamtwertung. "Aber wie auch immer: Das sind gute Punkte und ich werde versuchen, beim nächsten Mal ein bisschen mehr herauszuholen."

Mit dem China-Rennen zufrieden ist auch der Boss: "Es war ein starkes Rennen von Kimi und eine gute Strategie des Teams. Wir sind froh, auf das Podium gekommen zu sein", so Eric Boullier gegenüber 'Sky Sports F1'. Der Teamchef hat keinen Zweifel daran, dass das Ergebnis Bestand hat - obwohl Räikkönen neben Stallgefährte Romain Grosjean einer der Fahrer ist, gegen die eine FIA-Untersuchung wegen DRS-Nutzung unter gelben Flaggen läuft: "Es ist nicht so einfach, darauf von der Boxenmauer zu achten."

Lotus hat das Zeug zu nächstem Sieg

"Selbst wenn wir das melden, ist es für die Fahrer schwierig, das zu berücksichtigen, weil sie sich im Zweikampf befinden." In der WM-Gesamtwertung nur drei Zähler hinter Sebastian Vettel zurück haben Räikkönen und Lotus allen Grund, zuversichtlich auf die kommenden Grands Prix zu blicken: "Malaysia war wegen des Wetters schwierig. Aber im Trockenen haben wir das Tempo. Knifflig wird es nur, wenn wir nicht gut starten und in den Verkehr geraten", blickt ein ermutigter Boullier voraus.

Auch er hatte wohl eine Chance auf den Sieg in Schanghai gesehen, was seiner Ansicht nach neben dem Problem mit den anderen Fahrzeugen auch der demolierte Frontflügel torpedierte. "Fernando (Alonso, Anm. d. Red.) war der Schnellste, wir hätten aber vielleicht mit ihm um den Sieg kämpfen können. Wir sind definitiv glücklich mit der aktuellen Situation des Teams, auch wenn wir mit Romain noch arbeiten müssen, dass er alles auf den Punkt hinbekommt. Aber das Tempo stimmt und es ist nur eine Frage der Zeit."

Fotoquelle: xpbimages.com

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