Jubelt über seine zweite Pole-Position in der Formel 1: Mercedes-Pilot Nico Rosberg

Formel 1 2013

— 20.04.2013

Sensationelle Pole-Position: Rosberg an der Spitze

Mercedes-Pilot Nico Rosberg düpiert die großen Bahrain-Favoriten: Pole-Position vor Sebastian Vettel (Red Bull) und Fernando Alonso (Ferrari) - Reifenpoker in der Wüste



Mercedes kommt plötzlich aus dem Nichts! Das deutsche Werksteam, das in den Freien Trainings in Bahrain teilweise erheblichen Rückstand auf die anderen Topteams hatte, meldete sich am Samstag im Qualifying mit einem lauten Weckruf. Nico Rosberg konnte sensationell auf die Pole-Position fahren. Der gebürtige Wiesbadener verwies die Konkurrenz in der entscheidenden Schlacht um die besten Startränge in 1:32.330 Minuten auf die Plätze.

"Das ist schon überraschend", so Rosberg nach seiner Fabelrunde in Q3. Der Silberpfeil-Pilot hatte seine beste Rundenzeit auf einem frischen Satz Medium-Reifen erzielt. Nicht alle Piloten griffen zu diesem Mittel, um sich für das Rennen in eine bessere taktische Situation zu bringen. "Wir sehen für den Grand Prix vielleicht nicht am besten aus, aber es ist immer schön, wenn man von vorne starten kann", kommentiert Rosberg nach seiner zweiten Formel-1-Pole-Position.

In den ersten beiden Qualifying-Abschnitten hatte sich ein solcher Husarenritt angedeutet. In Q1 war der Deutsche unter den Top 5, in Q2 sogar Zweiter. Woher kommt plötzlich jenes Tempo, das Mercedes in allen Trainingssitzungen zuvor vermissen ließ? "Kommt der Speed von uns? Das wäre erfreulich", kommentiert Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff auf 'Sky'. Der Österreicher geht davon aus, dass Mercedes etwas zulegen konnte, aber die Konkurrenz nicht alle Karten aufgedeckt hat.

Kann Mercedes das halten?

"Es gibt ein paar Autos, die am Vormittag extrem stark ausgesehen haben. Die haben meiner Meinung nach massiv für das Rennen gearbeitet. Ich glaube nicht, dass wir von einem Lotus oder einem Red Bull gesehen haben, was auf einer schnellen Runde möglich war", meint Wolff vor dem vierten Grand Prix des Jahres. Im Lager der Silbernen erwartet man größeren Reifenverschleiß als bei der Konkurrenz. Vor allem am Heck des W04 leiden die Pneus auf der Wüstenstrecke erheblich.

Teamkollege Lewis Hamilton qualifizierte sich am Samstag für einen starken vierten Rang, aber diese Position darf der Brite am Sonntag zum Start nicht einnehmen. Nachdem an Hamiltons Wagen am Vormittag die Aufhängungen am Heck kollabiert war, musste das Getriebe getauscht werden. Daher wird der Neuzugang um fünf Plätze nach hinten versetzt. Es profitiert Felipe Massa (Ferrari), der ursprünglich nur auf Startplatz sechs gefahren war.

Der Ferrari-Pilot hat am Sonntag mindestens so gute Chancen wie sein Teamkollege Fernando Alonso. Der Spanier hatte vor allem in Q1 auf harten Reifen ein bärenstarkes Tempo gezeigt. Bei der Schlacht um die Pole wurde er auf den weicheren Medium-Reifen nur Dritter. Bei einem letzten Versuch in Q3 zeichnete sich ab, dass die Rosberg-Zeit nicht zu schlagen wäre. Alonso brach den Run ab und schonte seine fragilen Reifen somit für den ersten Stint.

Ferrari-Piloten auf unterschiedlichen Reifen

Der Asturier wird in der zweiten Startreihe Massa neben sich haben. Der Brasilianer wählte für seine letzte Attacke die härtere Mischung und dürfte somit im Rennen zu Beginn länger fahren können. "Wenn es klappt, dann kann es auf jeden Fall eine gute Sache sein", so Massa. Die Ferraris waren in den Trainings über die Distanz beeindruckend schnell und konstant - mit beiden Reifenmischungen. "Wir haben eine gute Ausgangsposition für das Rennen. Wir können um das Treppchen kämpfen", ist sich Alonso sicher.

Sollten sich die Probleme mit den Hinterreifen bei Mercedes bestätigen, dann könnte es ein heißes Duell zwischen Sebastian Vettel und den beiden Ferraris geben. Der Heppenheimer stellte seinen Red Bull am Samstag auf Startplatz zwei. "Ich bin nicht enttäuscht", so Vettel, der nicht den Speed für die Pole gehabt hätte. "Selbst mit der perfekten Runde wäre Nico heute nicht zu schlagen gewesen", sagt der Weltmeister. Auch im Lager der Champions sparte man Pneus.

Mark Webber hatte im abschließenden Shootout um die Pole eine halbe Sekunde Rückstand auf Vettel. Der Australier griff aber ohnehin nicht ernsthaft in den Kampf ein, weil er keinen Blumentopf gewinnen konnte. Wegen der Kollision mit Jean-Eric Vergne in China drückte Webber die Last einer Strafe. Er setzte sich in Q3 auf Rang fünf, darf aber nur von Rang sieben ins Rennen gehen. Vor der Nase hat er dann zwei Autos, die sonst eher hinter ihm liegen.

Force India konnte das starke Tempo bestens umsetzen. Paul di Resta und Adrian Sutil starten somit am Sonntag aus der dritten Reihe in den Grand Prix. "Es ist großartig, wo wir stehen. Es sah zu einem früheren Zeitpunkt der Session gar nicht so gut aus, da fehlte es uns an Leistung. Als wir in Q3 gegangen sind, waren nur drei andere Autos auf der gleichen Reifenstrategie wie wir. Wir haben dann rausgeholt, was ging", berichtet der Schotte. "Es sollte uns gelingen, für reichlich Punkte zu sorgen."

Lotus muss am Sonntag viel aufholen

Einen wenig erfolgreichen Samstag erlebte Lotus. Kimi Räikkönen konnte die starken Vorstellungen aus den Trainings nicht wiederholen. Der E21 ist offenbar auf die Distanz sehr gut, aber auf eine schnelle Runde nicht beeindruckend. Der Finne wird am Sonntag als Achter starten, sein Teamkollege Romain Grosjean hat noch mehr Arbeit vor sich. Der Genfer verpasste den Einzug ins Q3 um 0,060 Sekunden und geht von Rang elf in den Grand Prix.

"Wir haben nur einen Versuch in Q2 unternommen, haben also gepokert. Das ging schief", bilanziert Grosjean, der sich allerdings für das Rennen gut gerüstet sieht. "Wir sind schnell und konstant", so die Ansage an die Konkurrenz. Das kann man von McLaren nicht behaupten. "Juhu, wir haben es geschafft", mit einem solchen Jubel quittierte Jenson Button seinen knappen Einzug ins Q3. Ein klares Signal, dass der Ex-Champion niemals damit gerechnet hätte. So schlimm ist es derzeit um McLaren bestellt. Sergio Perez schaffte es auf Startplatz zwölf.

Im Mittelfeld zeichnet sich ein enger Kampf zwischen Sauber, Toro Rosso und Williams ab. China-Überraschungsmann Daniel Ricciardo war als 13. schnellster Mann aus dieser Gruppe im Qualifying. Knapp dahinter: Sauber-Neuzugang Nico Hülkenberg. "Das war das Maximum", sagt der Deutsche, der über mangelnden Grip, schlechte Balance und zu geringe Traktion klagte. Im Teamduell bei Williams eine Kuriosität. Valtteri Bottas und Pastor Maldonado fuhren in Q1 die exakt gleiche Rundenzeit (1:34.425 Minuten), der der Finne war eher dran und warf den Kollegen somit raus.

Im Duell der kleinen Teams am Ende des Feldes behielt Caterham diesmal die Oberhand. Charles Pic bestätigte seine gute Form auch im Qualifying von Bahrain. Der Franzose setzte sich in der Zeitenjagd gegen Jules Bianchi (Marussia), Teamkollege Giedo van der Garde und Max Chilton (Marussia) durch. Von ganz hinten startet in Sakhir am Sonntag Esteban Gutierrez. Der Sauber-Pilot hatte seit seiner Kollision mit Adrian Sutil in Schanghai eine Strafe im Gepäck: Rückversetzung um fünf Plätze.

Fotoquelle: xpbimages.com

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