Nach der Freitagsbestzeit: Kimi Räikkönen zählt in Bahrain zu den Favoriten

Formel 1 2013

— 19.04.2013

Bahrain am Freitag: Räikkönen hat Konkurrenz im Nacken

Kimi Räikkönen (Lotus) fährt zwar am Freitag die Tagesbestzeit in Bahrain, aber Red Bull und Ferrari sind für das Rennen offenbar gut aufgestellt - Auch Force India stark



Bahrain hat bislang keine Überraschungen parat: Ein typischer Freitag bei einem Formel-1-Wochenende. Am Morgen testeten die Teams neue Entwicklungen und sammelten eifrig Daten zur Analyse der Aerodynamik und Mechanik, am Nachmittag durften die Piloten kurz aufdrehen, um dann auf Longruns am Rennspeed für den Sonntag zu arbeiten. Die wichtigste Erkenntnis dabei: Die Reifen halten deutlich länger als zuletzt in China.

Die Tagesbestzeit ging an einen der großen Favoriten für das Rennen in der Wüste. Kimi Räikkönen umrundete den "Bahrain International Circuit" im zweiten Freien Training in 1:34.154 Minuten und war somit rund drei Zehntelsekunden schneller als die Bestmarke von Felipe Massa (Ferrari) am Morgen. Für den Lotus-Piloten lag noch mehr drin. Im letzten Sektor schenkte Räikkönen mit einigen Rutschern fast eine halbe Sekunde her. Auf eine Runde geht der E21 richtig gut.

Auf die Distanz sah die Konkurrenz mindestens ebenso gut aus. Vor allem Fernando Alonso (4./1:34.310 Minuten) und sein Teamkollege Felipe Massa (6./1:34.552) wussten auf ihren Longruns zu überzeugen. Der Ferrari F138 schont die Reifen vor allem an der Hinterachse. Genau darauf kommt es auf dem Wüstenkurs an. Die Strecke in Bahrain fordert aufgrund ihrer vielen engen Ecken die hinteren Pneus beim Herausbeschleunigen ganz besonders.

Ferrari mit starken Longruns

Alonso und Massa konnten auf beiden Reifenmischungen ein beeindruckend konstantes Tempo realisieren, bei Räikkönen sowie den beiden Red-Bull-Fahrern Mark Webber (2./1:34.184) und Sebastian Vettel (3./1:34.282) bauten die Pneus etwas mehr ab. Dies könnte aber möglicherweise auch an einer etwas höheren Benzinlast gelegen haben. Vor allem im Mittelsektor waren Vettel und Webber etwas langsamer als die Ferraris. Jener Sektor gilt als Indikator für die Spritmenge.

Red Bull ließ seine Autos in unterschiedlicher Konfiguration fahren. Webber hatte einen deutlich steileren Heckflügel montiert, dadurch klare Vorteile in Sachen Traktion aus den engen Ecken heraus. "Das ist gut, wenn man es auf die Pole abgesehen hat. Aber wenn man die Pole nicht erreicht, dann wird es ein harter Kampf", erklärt 'BBC'-Experte Gary Anderson. Auch der Red Bull von Vettel war - trotz weniger Flügel am Heck - in der Top-Speed-Tabelle weit hinten.

Mit guten Aussichten geht Force India in den weiteren Verlauf des Rennwochenendes in Bahrain. Paul di Resta (5./1:34.543) und Adrian Sutil (9./1:34.932) waren längst nicht nur auf eine Runde stark unterwegs. Das Auto der Inder überzeugte vor allem in der zweiten Hälfte der 90-minütigen Session, als alle Mannschaften mit längeren Runs über 15 bis 20 Runden beschäftigt waren. Sogar die weicheren Option-Reifen (Medium) hielten locker eine solche Distanz aus.

Dies war ohnehin die wichtigste generelle Erkenntnis vom ersten Tag in Sakhir. Die weichere Mischung wird deutlich länger halten als erwartet. "Vor dem Wochenende hätte ich gedacht, dass alle drei Stopps machen müssen, aber nun werden wohl fast alle mit zwei Reifenwechseln auskommen", bilanziert Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery. Mehr noch: Der Option-Reifen ist dermaßen haltbar, sodass die Spitzenteams wohl zwei Stints auf ihnen absolvieren werden und nur einen auf der rund 0,6 Sekunden langsameren harten Variante (Prime-Reifen).

Mercedes mit erheblichen Sorgen

Während die Gummis bei Lotus, Ferrari, Red Bull und Force India so gut halten, hat man bei Mercedes einige Sorgen. Nico Rosberg und Lewis Hamilton konnten am Freitagnachmittag mit den Plätzen acht und zehn nicht überzeugen. Am W04 bauen die Reifen am Heck stark ab, dies führt zu wildem Übersteuern nach einigen Runden. "Wir haben im Vergleich zu anderen definitiv unsere Probleme", sagt Hamilton. "Es wird ein hartes Wochenende für uns." Der Brite erwartet bei Mercedes "drei oder vier Stopps".

Die Reifenprobleme bei den Silbernen könnten zur goldenen Chance für einige andere werden. McLaren hat zwar immer noch nicht den Speed der Vorsaison, aber wenigstens halten bei Jenson Button und Sergio Perez die Reifen etwas länger als bei Mercedes. Auch Sauber und Toro Rosso könnten unter diesen Voraussetzungen auf weitere Punkte hoffen. Weiterhin im Schlamassel steckt Williams. Pastor Maldonado und Valtteri Bottas waren am Freitag trotz eines neuen Heckflügels kaum schneller als die kleinen "neuen" Teams.

Immerhin gab es am Ende mal einen kleinen Lichtblick für Caterham. Charles Pic (19./1:37.061) war rund drei Zehntel schneller als die beiden Marussia-Piloten Max Chilton und Jules Bianchi. Der Franzose klagte am Nachmittag über erhebliche Balance-Probleme. "Mit weichen Reifen geht es mal gerade über zwei Runden gut, dann geht am Heck gar nichts mehr", so Bianchi. "Ich mag lieber Untersteuern, habe aber hier ständig Übersteuern." Caterham-Neuling Giedo van der Garde bildete das Schlusslicht.

Fotoquelle: xpbimages.com

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